Effektives Energiemanagement: Auszeichnung sächsischer Kommunen durch Energieminister Dirk Panter
17.11.2025, 10:00 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Neuer Förderbaustein: Freistaat fördert Aufbau kommunaler Energiemanagementsysteme
Die heutige 18. Jahrestagung des Kommunalen Energie-Dialogs Sachsen (KEDS) im Deutschen Hygiene-Museum Dresden bietet Kommunalvertreterinnen und -vertretern die Gelegenheit, sich über aktuelle Trends, Strategien und Fördermöglichkeiten in den Bereichen Energieeffizienz, erneuerbare Energien und Klimaschutz auszutauschen. Fachvorträge zu rechtlichen Neuerungen, praxisnahe Erfahrungsberichte und thematisch vielfältige Fachrunden thematisieren unter anderem kommunale Wärmeplanung, Energieeffizienz im Verwaltungsalltag, Gebäudesanierung, Radonschutz und die finanzielle Teilhabe an erneuerbaren Energien. Der »Markt der Möglichkeiten« lädt zusätzlich zum Vernetzen, Informieren und gemeinsamen Weiterdenken ein.
Energieminister Dirk Panter betonte in seinem Grußwort: »Klimaschutz ist eine gemeinsame Aufgabe, die nur gelingt, wenn alle Ebenen – vom Freistaat über die Landkreise und Kommunen bis zur einzelnen Verwaltung – an einem Strang ziehen. Unsere Städte und Gemeinden leisten dabei Enormes, oft unter schwierigen Bedingungen. Deshalb unterstützen wir sie gezielt – durch Förderung, direkte Finanzierung, Teilhabe an erneuerbaren Energien und praxisnahe Beratung.«
Im Rahmen der Veranstaltung zeichnete der Minister sieben neu zertifizierte Kom.EMS-Kommunen sowie stellvertretend zehn von 45 ausgebildeten kommunalen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als »Energiemanager« bzw. »Energietechniker« aus.
Damit gehören Ehrenfriedersdorf, Eibenstock, Horka, Kodersdorf, Neißeaue, Oßling und Zschorlau zu den jetzt insgesamt 28 zertifizierten Kom.EMS-Kommunen in Sachsen. Sie setzen sich in besonderem Maße für einen energieeffizienten Betrieb ihrer Liegenschaften ein.
Kom.EMS bezeichnet ein kommunales Energiemanagementsystem, das Energieverbräuche erfasst, Effizienzpotenziale identifiziert und den Betrieb technischer Anlagen optimiert. Es unterstützt Beschäftigte bei der Energieeinsparung, legt gemeinsame Regeln für den rationalen Energieeinsatz fest und überprüft Maßnahmen regelmäßig auf ihre Wirksamkeit.
Minister Panter hob hervor: »Mit Kom.EMS wurde ein Qualitätsstandard geschaffen, der in kleinen Gemeinden ebenso wie in großen Städten zum Erfolg führt. Das System ist ein hervorragendes Beispiel für praxisnahe Bottom-up-Lösungen zur Energieeinsparung und Reduktion von Treibhausgasemissionen. Zugleich entlastet es langfristig die kommunalen Haushalte und schafft eine solide Grundlage für zukunftsfähige Investitionsentscheidungen.«
Bereits mehr als 100 sächsische Kommunen haben in Zusammenarbeit mit der Sächsischen Energieagentur - SAENA GmbH Projekte zum Aufbau eines Energiemanagements umgesetzt. Die Ergebnisse sind deutlich: Die teilnehmenden Kommunen konnten ihren Strom-, Wärme- und Wasserverbrauch sowie die damit verbundenen Betriebskosten und CO₂-Emissionen um 10 bis 30 Prozent senken. Zudem wurden die Auswirkungen kurzfristiger und langfristiger Energiepreissteigerungen auf die kommunalen Haushalte spürbar abgemildert. Weitere Informationen, unter anderem zu beteiligten Kommunen, sind auf dem Energieportal der SAENA abrufbar.
Neuer Förderbaustein: Freistaat fördert Aufbau kommunaler Energiemanagementsysteme
Nachdem im Juni 2025 die niederschwellige Einstiegsberatung zum kommunalen Energiemanagement gestartet wurde, folgt nun die nächste Unterstützung für engagierte Energieeffizienz-Kommunen. Im Rahmen der Förderrichtlinie Energie und Klima 2023 des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz ist nun auch der systematische Aufbau eines kommunalen Energiemanagements förderfähig.
Die Einstiegsberatung bietet Kommunen eine erste Orientierung zu den energetischen Bestandsdaten ihrer Gebäude und zeigt Optimierungs- und Einsparpotenziale auf. Der anschließende Aufbau eines kommunalen Energiemanagements zielt auf die nachhaltige Etablierung eines wirksamen Systems nach dem Managementsystem Kom.EMS.
Diese Umsetzungsphase wird im Rahmen einer dreijährigen Projektlaufzeit durch eine Förderung von 80 Prozent der Sachausgaben für projektbezogene Messtechnik, geeignete Energiemanagementsoftware sowie begleitende Beratung vor Ort unterstützt. Kompetenzaufbau und langfristig eigenständiges Handeln werden zudem mit einem Ausbildungslehrgang für die kommunalen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie einem Erfahrungsaustausch im Rahmen des Energieeffizienznetzwerks sächsischer Kommunen gefördert.
»Mit diesen Förderbausteinen schaffen wir die Voraussetzungen, damit Kommunen ihr Energiemanagement strukturiert aufbauen und langfristig verstetigen können. Ziel ist es, Energieeffizienz systematisch in den Verwaltungsalltag zu integrieren und so einen dauerhaften Beitrag zum Klimaschutz und zur Haushaltsentlastung der Kommunen zu leisten«, so Panter.
Sowohl die Einstiegsberatung als auch der Aufbau eines kommunalen Energiemanagements werden aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und des Freistaates Sachsen finanziert. Antrags- und Bewilligungsstelle ist die Sächsische Aufbaubank – Förderbank (SAB). Detaillierte Informationen zur Förderrichtlinie, Fördervoraussetzungen und Antragstellung sind im Förderportal der SAB abrufbar.