Neue Edutainment-Filmreihe von »So geht sächsisch.« zur Geschichte des sächsischen Dialekts

07.11.2025, 10:01 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Dresden (7. November 2025) – Sachsen steht an der Spitze, und das schon seit Jahren. Zumindest wenn es um das Bundesland mit dem unbeliebtesten deutschen Dialekt geht. Warum? Dieser Frage geht – informativ und unterhaltsam – eine neue Edutainment-Filmreihe von »So geht sächsisch.« nach, und sie liefert spannende Erkenntnisse.

In der dreiteiligen Serie »Geschichte des Sächsischen« nimmt der Historiker und Festungskommandant Dr. André Thieme, Geschäftsführer der Festung Königstein, die Zuschauer mit auf eine kurzweilige Reise in die Geschichte des sächsischen Dialekts.

»Kollision der Dialekte«

Dreh- und Angelpunkt, so Dr. André Thieme, sei Sachsens wechselvolle Sprach- und Kulturgeschichte: »Sächsisch ist ein vergleichsweise junger Dialekt, der sich erst ab dem 12. Jahrhundert herausgebildet hat. In dieser Zeit strömten Siedlerinnen und Siedler aus ganz Europa in die Mark Meißen – das heutige Sachsen – und brachten ihre eigenen Dialekte mit. Diese Kollision der Dialekte führte schließlich zur Entstehung neuer Mundarten.«

Siegeszug des Sächsischen mit Martin Luther

Ein zentrales Kapitel der Filmreihe widmet sich den sprachprägenden Einflüssen der Wettiner, die als Markgrafen von Meißen und später als Kurfürsten von Sachsen eine einheitlichere Verwaltungssprache entwickelten: das sogenannte »Meißner Kanzleideutsch". Diese Schriftsprache fand schließlich mit Martin Luthers Bibelübersetzung ihren Weg in das gesamte Reich und prägte das Hochdeutsche nachhaltig.

Erst hoch angesehen, später verspottet

Auch beleuchtet die Filmreihe, wie das Sächsische von der einstigen Hochsprache zum belächelten und geschmähten Dialekt wurde: »Mit dem Aufstieg Preußens im 18. Jahrhundert verlor Sachsen sprachlich an Einfluss, die Berliner Sprachvarietät setzte den neuen Standard«, so André Thieme. »Bald galt Sächsisch als provinziell, im 19. Jahrhundert wurde es gar zum Spottobjekt und Symbol des spießbürgerlichen Sachsen. Daran konnten auch die reichhaltigen Kulturschätze Dresdens nichts ändern.« Im Dritten Reich und später in der DDR habe sich das Image weiter verschlechtert.

Selbstbewusst sächsisch

Schließlich spannt die Filmreihe einen Bogen vom Imageverlust nach 1989 zum neuen Selbstbewusstsein der Gegenwart. Doch der Weg war steinig: Vor allem in den Medien werden bis heute Klischees reproduziert.

Neuere Umfragen wie die der Gesellschaft für deutsche Sprache (2023) deuten einen allmählichen Imagewandel an: Immer weniger Deutsche empfinden demnach das Sächsische als unsympathisch und vor allem junge Menschen sprechen wieder häufiger Dialekt. Dazu tragen auch »Dialektfluencer« wie Kristina vom Dorf, Tina Goldschmidt, Maik Zeuge (»Tramfluencer«) und viele weitere bei, die dem sächsischen Dialekt in den sozialen Medien mit viel Humor und beachtlicher Reichweite eine Bühne geben.

Teil 1 der »Geschichte des Sächsischen« wird seit dieser Woche auf den Social Media-Kanälen von »So geht sächsisch.«, der Festung Königstein sowie bei Sachsen Fernsehen ausgestrahlt. Am 10. und 14. November folgt die Veröffentlichung von Teil 2 und 3 auf YouTube, Facebook und Website.

Mehr Informationen unter https://www.so-geht-saechsisch.de/dialekt/die-geschichte-des-saechsischen-dialekts.


Kontakt

Sächsische Staatskanzlei

Regierungssprecher Ralph Schreiber
Telefon: +49 351 564 10300
Telefax: +49 351 564 10309
E-Mail: presse@sk.sachsen.de
zurück zum Seitenanfang