Landeskatastrophenschutzübung »ARIDA« 2025
06.11.2025, 15:42 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Die Brandschutz-, Rettungsdienst- und Katastrophenschutzbehörden haben in den letzten beiden Tagen im Rahmen der Landeskatastrophenschutzübung »ARIDA« 2025 das Krisenmanagement im Freistaat Sachsen geübt. Ursache für die Auslösung der Katastrophenvoralarme bzw. Katastrophenalarm zu Übungszwecken waren fiktive Waldbrände beim Landkreis Bautzen in der Königsbrücker Heide, Landkreis Nordsachsen in der Dübener Heide und im Landkreis Görlitz im Raum Boxberg sowie Schleife.
Mit dem ressortübergreifenden Verwaltungsstab beim Sächsischen Staatsministerium des Innern hat die besondere Führungseinrichtung der obersten Brandschutz-, Rettungsdienst- und Katastrophenschutzbehörde an der LKSÜ teilgenommen. Gleichzeitig eingebunden waren die Staatskanzlei und die Staatsministerien der Justiz, für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt sowie für Umwelt und Landwirtschaft mit ihren ressortinternen Krisenstäben. Weiterhin beteiligt waren das Land Brandenburg und das Gemeinsame Melde- und Lagezentrum von Bund und Ländern.
Die mindestens 400 Übungsteilnehmer haben sich am 04. und 05. November jeweils von 8 bis 18 Uhr mit folgendem Szenario auseinandergesetzt:
Das Szenario spielte im August des Jahres 2025. Seit Wochen herrschte in Sachsen eine extreme Dürre- und Hitzewelle mit Temperaturen von über 35 °C, die zu einer kritischen Waldbrandgefahr führte. Die anhaltende Trockenheit belastete das Gesundheitssystem: Notaufnahmen und Rettungsdienste verzeichneten einen deutlichen Anstieg hitzebedingter Notfälle, während Engpässe in Krankenhäusern und Personalausfälle die Lage verschärften. Durch den Rekordniedrigstand des Grundwassers waren Löschwasserentnahmestellen oft nicht mehr nutzbar. Infolge der Brände hatten die Landkreise Bautzen, Görlitz und Nordsachsen den Katastrophenvoralarm bzw. Katastrophenalarm ausgelöst. Verwaltungsstäbe und Technische Einsatzleitungen arbeiteten seit Anfang August an der Bewältigung der Krise.
Staatsminister des Innern Armin Schuster: »Ich bedanke mich bei den mehreren Hundert Teilnehmern für die alles in allem erfolgreiche Übung. Manche Verbesserungspotenziale in den Abläufen oder mit der Technik sind offenkundig geworden, aber genau zu diesem Zweck wird geübt. Nur durch eine gut abgestimmte, gemeinsame Vorbereitung aller Behörden stärken wir unsere Widerstandsfähigkeit und versetzen uns in die Lage, vielfältigen oder komplexen Katastrophenszenarien zu begegnen.«
Am 05. November 2025 waren auch Abteilungsleiterpräsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe Martin Zeidler, Kommandeur des Landeskommando Sachsen Oberst Popielas und Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Katastrophenmedizin e. V. Jürgen Schreiber im Verwaltungsstab des Sächsischen Staatsministeriums des Innern zu Gast, um einen Eindruck von der ressortübergreifenden Verwaltungsstabarbeit zu bekommen.
Abteilungspräsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe Martin Zeidler: »Übungen wie diese sind unverzichtbar, um Abläufe zu erproben, Zusammenarbeit zu stärken und wertvolle Lehren für den Ernstfall zu ziehen. Das Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe begrüßt das Engagement
des Freistaates Sachsen ausdrücklich – denn nur durch gemeinsames Handeln und regelmäßiges Training gelingt es, den Bevölkerungsschutz in Deutschland nachhaltig zu stärken.«
Kommandeur des Landeskommando Sachsen Oberst Popielas: »Die Bundeswehr nimmt an der Landeskatastrophenschutzübung teil, um die zivilmilitärische Zusammenarbeit weiter zu stärken und die Resilienz im Freistaat Sachsen gegenüber denkbaren Katastrophenszenarien zu erhöhen. Nur wenn wir gemeinsam üben, werden wir auch gemeinsam in der Krise bestehen«.
Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Katastrophenmedizin e. V. Jürgen Schreiber: »Es war beeindruckend zu sehen, mit welcher Vorbereitungstiefe und Angemessenheit diese Landeskatastrophenschutzübung vorbereitet wurde. Dadurch konnte ebenen übergreifend die Einbindung aller relevanten Stäbe genauso sichergestellt werden, wie auch die Fachberatungen notwendiger Partner wie der Bundeswehr, des THW und auch der Hilfsorganisationen. Aus katastrophenmedizinischer Sicht sind solche Übungen eine unbedingte Notwendigkeit zur systemischen Weiterentwicklung, um in realen Großschadenslagen, Katastrophen und Konflikten auch zivile Akteure der gesundheitlichen und sozialen Daseinsvorsorge in behördliche Maßnahmen aufzunehmen und deren Leistungsinhalte koordinieren zu können.«
Mit der Landeskatastrophenschutzübung ARIDA 2025 wurden drei zentrale Übungsziele verfolgt:
1. Bewertung der Führung des Verwaltungsstabes und der Führung der Technischen Einsatzleitung sowie der internen Stabsarbeit als auch Arbeit der Technischen Einsatzleitung,
2. Bewertung des Zusammenwirkens der oberen (Verwaltungsstab) und mittleren (Technischen Einsatzleitung) Führungsebene bei
einer/den unteren Brandschutz-, Rettungsdienst- und Katastrophenschutz-behörden (uBRKB) sowie
3. Überprüfung des ebenen-übergreifenden Krisenmanagements zwischen den Verwaltungsstäben.
Die Erkenntnisse und Erfahrungen der Übungsbeteiligten werden nach der Übung nunmehr zusammengetragen und ausgewertet.
Hintergrundinformationen:
Die auf der Grundlage des Übungsthemas entwickelten Übungsszenarien dienen als fiktiv angenommene Situation, auf welche reagiert werden muss. Die Festlegung des Übungsthemas geht auf die Waldbrandereignisse im Jahr 2022 im Freistaat Sachsen zurück.
Die Übungsteilnehmer werden dadurch auf Realeinsätze vorbereitet. Die nächste Landesweite Katastrophenschutzübung soll voraussichtlich im Jahr 2030 stattfinden.