Europäische Forschungsförderung Synergy Grant geht nach Sachsen
06.11.2025, 12:00 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Einer der Synergy Grants des Europäischen Forschungsrats (ERC) mit einem Gesamtbudget von 14 Millionen Euro geht an den Wissenschaftler Daniel Bemmerer vom Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) und seine drei italienischen und spanischen Partner. Mit ihrem gemeinsamen astrophysikalischen Projekt LUNANOVA gehören sie zu den 66 vorwiegend europäischen Forschungsteams, die Förderungen in Höhe von insgesamt 684 Millionen Euro erhalten. Die Synergy Grants sind Teil des Forschungs- und Innovationsprogramms »Horizont Europa« der Europäischen Union.
Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow: »Herzliche Glückwünsche an Professor Bemmerer und alle am Projekt LUNANOVA beteiligten Forscherinnen und Forscher. Die Vergabe dieses Synergy Grants verdeutlicht die Anziehungskraft der exzellenten sächsischen Wissenschaftslandschaft für Kooperationen und zugleich wird die europäische Forschung gestärkt: länderübergreifende, ausgezeichnete wissenschaftliche Projekte, in denen unterschiedliche Expertisen und Perspektiven produktiv zusammenwirken.«
Daniel Bemmerer vom HZDR als Koordinator, Alba Formicola vom Istituto Nazionale di Fisica Nucleare (INFN) und Gianluca Imbriani von der Università degli studi di Napoli Federico II, beide in Italien, sowie Aldo Serenelli vom Instituto de Ciencias del Espacio (ICE-CSIC) in Spanien haben mit ihrem Projekt das bisherige Sonnenmodell im Fokus. Fusionsprozesse im Inneren der Sonne und ihre Auswirkungen werden im sogenannten Standardmodell der Sonne beschrieben. Nach Erkenntnis der Wissenschaftler jedoch ist das Computermodell unserer Sonne nicht präzise, was ungenauen Kernreaktionsdaten geschuldet ist. LUNANOVA (Laboratory Underground for Nuclear Astrophysics New Observatory for Solar Neutrino Reactions) will mit Beschleunigerexperimenten tief unter der Erde, so auch im Felsenkeller-Labor in Dresden, die Fusionsreaktionen der Sonne beobachten und nach kernphysikalischem, solarem und astrophysikalischem Kontext interpretieren. Ziel ist es, die Ungenauigkeiten aus dem Sonnenmodell zu entfernen.
Die ERC Synergy Grants fördern die Zusammenarbeit zwischen herausragenden Forschenden und ermöglichen es ihnen, ihr Fachwissen, ihre Kenntnisse und ihre Ressourcen zu bündeln, um die Grenzen wissenschaftlicher Entdeckungen zu erweitern. Insgesamt wurden 712 Vorschläge für die Ausschreibung 2024 für den ERC Synergy Grant eingereicht. Nur etwa jeder zehnte Vorschlag wurde für eine Förderung ausgewählt, wobei die erfolgreichen Projekte durchschnittlich jeweils 10,3 Millionen Euro erhalten. Die ausgewählten Projekte werden an Universitäten und Forschungszentren in 26 Ländern in Europa und darüber hinaus durchgeführt. 25 Prozent der an den ausgewählten Projekten beteiligten Forscher sind Frauen.
Kontakt HZDR:
Prof. Daniel Bemmerer
Institut für Strahlenphysik am HZDR
Tel.: +49 351 260 3901 | E-Mail: d.bemmerer@hzdr.de