68. DOK Leipzig eröffnet: Letzte Ausgabe unter Christoph Terhechte als Festivalleitung
27.10.2025, 15:24 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Die 68. Ausgabe des Internationalen Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm – kurz DOK Leipzig – wird heute (Montag, 27. Oktober 2025) im Leipziger CineStar mit dem aktuellen Dokumentarfilm »Writing Life: Annie Ernaux Through the Eyes of High School Students« von Claire Simon feierlich eröffnet. Themenschwerpunkt sind dieses Jahr die USA. Hoffnung besteht, an den Besucherrekord aus 2024 mit insgesamt 55.000 Besuchern anzuknüpfen.
Die Sächsische Staatsministerin für Kultur und Tourismus Barbara Klepsch stellt die Bedeutung des Festivals als Präsenzveranstaltung heraus: »DOK Leipzig ist nicht nur ein Filmfestival, das europäische Dokumentarfilme auf herausragend künstlerischem Niveau zeigt. DOK Leipzig steht auch für einen Ort des Austausches, der Inspiration und der Diskussion von Fragen, die unsere Gesellschaft bewegt«.
Die 68. Ausgabe des Festivals wird auch die Letzte unter der Leitung von Christoph Terhechte sein. Im Februar 2025 hatte der Intendant aus persönlichen Gründen die vorzeitige Beendung seines Vertrages zum Jahresende bekannt gegeben.
Terhechte machte sich während seiner Amtszeit unter anderem für den Animationsfilm, gesellschaftliche Themen und internationale Vernetzung stark. Stets »am Puls der Zeit« entwickelte der gelernte Journalist die Festivalkonzeption weiter, straffte die Programmstruktur und setzte so auf Qualität statt Quantität der gezeigten Filme. Darüber hinaus kreierte Terhechte den Publikumswettbewerb und unterjährige Veranstaltungen wie die DOK Days und das Sommerkino. Mit seiner ausgezeichneten Arbeit hat Terhechte so maßgeblich zur Strahlkraft des Festivals für ein nationales sowie internationales Publikum beigetragen.
Die Festivalleitung wird ab 1. Januar 2026 Ola Staszel übernehmen. Sie leitete bislang das Neiße-Filmfestival. Damit etablierte die studierte Filmwissenschaftlerin ein Filmfestival von internationaler Bedeutung im Dreiländereck. Durch diese Erfahrung kann Staszel neben einem ausgeprägten Osteuropa-Bezug auch ein wertvolles Netzwerk innerhalb der internationalen Filmbranche vorweisen. Abgerundet werden diese wertvollen Kompetenzen durch ein ausgeprägtes Gespür für Land und Leute.
»Ich danke Herrn Terhechte für sein unermüdliches Engagement für DOK Leipzig. Er hat das Festival maßgeblich geprägt und das internationale Niveau gestärkt. Mit Frau Staszel erhält DOK Leipzig eine neue Leiterin, die umfassende Erfahrungen und Kompetenzen mitbringt. Ich bin überzeugt, dass Frau Staszel mit neuen Ideen kreative Entwicklungen anstößt, um den Rang des Festivals auch zukünftig zu wahren und auszubauen«, so Staatsministerin Barbara Klepsch zum Wechsel der Festivalleitung.
Im Eröffnungsfilm »Writing Life: Annie Ernaux Through the Eyes of High School Students« beobachtet die französische Regisseurin Claire Simon die Diskussionen von jugendlichen Schülern in Paris, in dessen Vororten, in Toulouse und in Französisch-Guyana zum Werk der Schriftstellerin Annie Ernaux, die 2022 als erste französische Autorin den Literaturnobelpreis erhielt.
DOK Leipzig zeigt bis Sonntag, den 2. November 2025 insgesamt 252 Filme aus 55 Ländern in zehn verschiedenen Spielstätten. Die Goldenen und Silbernen Tauben werden am Samstagabend verliehen. Zuvor werden am Nachmittag in einer ersten Preisverleihung zahlreiche Partnerpreise vergeben. Während der Festivalwoche wird jeden Tag für 24 Stunden ein neuer Film deutschlandweit im DOK Stream online zu sehen sein.
Das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus fördert das DOK Leipzig seit vielen Jahren institutionell. Dafür werden Landesmittel in Höhe von etwa 600 000 Euro zur Verfügung gestellt. Die Landesmittel sollen Kontinuität und Stabilität in der Vorbereitung und Durchführung des Festivals gewährleisten. Darüber hinaus lobt das Kulturministerium den Sächsischen Preis für das beste Dokumentarfilmprojekt einer Regisseurin in Höhe von 5 000 Euro aus. Der Preis dient vor allem dazu, Frauen in der Filmbranche zu stärken. Prämiert wird ein Projekt in der Entwicklungsphase; mit dem Preisgeld soll die Projektumsetzung unterstützt werden.
Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes.