Bildungsstudie: Sachsen erneut auf Platz 1

16.10.2025, 10:42 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Leistungsniveau allerdings deutschlandweit gesunken

Sachsens Neuntklässler gehören zu den besten MINT-Schülerinnen und Schülern in Deutschland. Das sind die Ergebnisse des IQB-Bildungstrend 2024, der im Auftrag der Kultusministerkonferenz vom Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) erstellt und heute in Berlin vorgestellt wird. Sachsen belegt in allen untersuchten fachspezifischen Kompetenzen den ersten Platz und liegt damit überall signifikant über dem deutschen Mittelwert (Mathematik: 511 Punkte, Durchschnitt aller Bundesländer: 474 Punkte; Naturwissenschaften: 505 – 513 Punkte, Durchschnitt aller Bundesländer: 471 – 477 Punkte).

Insgesamt sind die erbrachten Leistungen allerdings in allen Bundesländern gesunken. Eine Entwicklung, die zeigt, dass Pandemie, Lehrkräftemangel und gesellschaftliche Umbrüche Spuren hinterlassen haben.

Kultusminister Conrad Clemens: »Wir müssen uns bei dieser Generation entschuldigen. Corona, Lehrermangel, Migration, Handys – viel zu schultern für unsere Schülerinnen und Schüler. Dass Sachsen trotzdem mit gleichem Abstand an der MINT-Spitze steht, ist unseren herausragenden Lehrkräften in Sachsen zu verdanken.«

Neben fachlichen Tendenzen untersucht die Bildungsstudie ebenfalls das Lern- und Sozialverhalten von Jugendlichen. Auch hier zeigen sich Auffälligkeiten. Das Interesse an den MINT-Fächern ist im Vergleich zum letzten Untersuchungszeitpunkt 2018 spürbar zurückgegangen, ebenso die Verbundenheit mit der eigenen Schule. Zugleich geben mehr Schülerinnen und Schüler an, Schwierigkeiten im Umgang mit Konflikten zu haben. Auch psychosoziale Auffälligkeiten treten häufiger auf.

»Die Zahlen mahnen uns, genauer hinzuschauen«, betont Kultusminister Clemens. »Viele Jugendliche stehen unter großem Druck – in der Schule und darüber hinaus. Deshalb fördern wir multiprofessionelle Teams und unterstützen Schulen in herausfordernder Lage über die nächsten zehn Jahre mit 143,5 Millionen Euro im Rahmen des Startchancen-Programms.«

Darüber hinaus verfolgt Sachsen mit dem »Bildungsland Sachsen 2030« eine langjährige angelegte Strategie zur verbesserten Kompetenzvermittlung im Unterricht. Praxisnahes Lernen, digitale Bildung und individuelle Förderung stehen gleichermaßen im Fokus. Das Maßnahmenpaket zur Unterrichtsversorgung soll zudem sicherstellen, dass Unterricht landesweit verlässlich stattfindet.

»Sachsens Schülerinnen und Schüler haben in den letzten Jahren viel geleistet – oft unter schwierigen Bedingungen. Unser Ziel ist es, ihnen die bestmöglichen Chancen auf Bildung und persönliche Entwicklung zu geben«, erklärt Kultusminister Clemens. »Der erste Platz in allen Kompetenzbereichen ist kein Grund, sich darauf auszuruhen. Wir wollen – und müssen – besser werden.«

Fakten zum IQB Bildungstrend
Die Kultusministerkonferenz führt regelmäßig Ländervergleiche in der Primarstufe für die Fächer Deutsch und Mathematik (alle fünf Jahre) und in der Sekundarstufe I alle drei Jahre alternierend für die Fächer Deutsch/Englisch oder Französisch und Mathematik/Naturwissenschaften durch. Ziel der Ländervergleichsstudien ist es festzustellen, inwieweit Schülerinnen und Schüler in Deutschland die von der Kultusministerkonferenz festgelegten und für alle Länder verbindlichen Bildungsstandards erreicht haben und in welchen Bereichen Handlungsbedarf besteht.

Bundesweit nahmen insgesamt 1.556 Schulen am IQB-Bildungstrend 2024 teil, davon 138 Förderschulen. In Sachsen umfasste die Untersuchung 93 Schulen, darunter 44 Oberschulen, 39 Gymnasien und 10 Förderschulen.


Kontakt

Sächsisches Staatsministerium für Kultus

Pressesprecher Tilo Schumann
Telefon: +49 351 564 65100
Telefax: +49 351 564 65019
E-Mail: presse@smk.sachsen.de
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