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Gestalten wir unsere Heimat aus unserer Mitte heraus

30.12.2022, 14:00 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Neujahrsansprache 2023 von Ministerpräsident Michael Kretschmer

Dresden (30. Dezember 2022) – Die Neujahrsansprache von Ministerpräsident Michael Kretschmer wird am 1. Januar 2023 um 19:25 Uhr im MDR-Fernsehen ausgestrahlt. Medienvertreter können ausschnittsweise aus dem Wortlaut zitieren mit Hinweis auf die Ausstrahlung am 1. Januar im MDR-Fernsehen. Nachfolgend der Wortlaut:

Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,

zusammen mit den Jugendlichen vom Jugend-Chor des Pestalozzi-Gymnasiums Heidenau grüße ich Sie ganz herzlich aus dem Schloss Weesenstein.

Weihnachten und Chorgesang gehören zusammen.
Sachsen hat vom weltberühmten Profi-Chor bis zum hervorragenden Schulchor alles.

Das verdanken wir dem ehrenamtlichen Engagement der Sängerinnen und Sänger und der Chorleiter. Neben Arbeit und Schule nehmen sie sich Zeit für Proben und Auftritte.

Ich finde, zwischen dem Singen im Chor und dem Miteinander in einer Gesellschaft gibt es einige Gemeinsamkeiten. Denn Chorgesang erfüllt erst dann den Raum, wenn alle Stimmgruppen vertreten sind.

Uns beeindruckt die Mehrstimmigkeit, weil sie uns ein Rätsel aufgibt:
Es gibt verschiedene Stimmen und Tonlagen. Sie folgen verschiedenen Melodien und manchmal entfernt sich alles so voneinander, dass man sich gar nicht vorstellen kann, wie das alles wieder zusammenfinden soll.

Aber am Ende fügt es sich doch alles zusammen und bildet einen gemeinsamen Klang. Sogar die vermeintlich schiefen Töne ergeben Sinn. Wir nennen das Harmonie. Und wir wissen, dass Harmonie eben nicht Gleichklang ist. Beim Gleichklang singen einfach alle dasselbe.

Mit unserer Gesellschaft ist das ähnlich.
Es gibt Lebensgeschichten und Erfahrungen, Expertenmeinungen und Interessen, Stimmungen und Temperamente – oft geht es hoch her und das ist auch anstrengend.

Aber so muss es sein in einer demokratischen, lebendigen Gesellschaft.
Uns muss es darum gehen, dass diese Vielstimmigkeit konstruktiv ist und daraus etwas Gemeinsames und Positives entsteht.

Gerade hier in Weesenstein, wo vor 20 Jahren die Flut wütete, sehen wir, wie stark wir zusammen sein können, wenn wir es nur wollen.

Eines ist doch klar: Verschiedene Meinungen wird es immer geben. Und Konflikte gehören auch dazu. Begegnen wir uns mit Wohlwollen, Achtung und Interesse.
Dann werden wir Konflikte so austragen können, dass danach wieder Gemeinsamkeit möglich ist.

Ich möchte Sie deshalb ermutigen: Bringen Sie Ihre Kraft und Ihre Stimme ein.
Ob im Verein oder der Nachbarschaft, ob in einer Partei oder einer Kirche, ob bei der freiwilligen Feuerwehr oder im Schulverein oder bei einem Hilfstransport.

Jede Stimme, jedes Engagement macht unsere Gesellschaft lebendiger und stärkt unser Miteinander.

Gestalten wir unsere Heimat aus unserer Mitte heraus.
Wir brauchen die vielen Stimmen – damit der volle Klang den Raum erfüllt und sich Harmonie einstellt.

Ich habe mich immer gefragt, wie diese Vielstimmigkeit möglich ist?

Chorknabe:
Es ist ziemlich schwierig. Es braucht viel Arbeit, es ist viel Zeit die da investiert wird. Unser Chorleiter probt sehr viel mit uns. Es ist hinter den Bühnen sehr viel am Werk. Viele Leute engagieren sich für den Chor. Und am Ende kommt etwas so tolles heraus, wie Sie es hier hören.

Ministerpräsident Michael Kretschmer:
Welche Wünsche hast Du für das kommende Jahr?

Chorknabe:
Ich wünsche mir, wie wir uns alle wünschen, dass es ein bisschen mehr Frieden wird auf der Welt. Dass wir uns besonders auch gegenseitig mehr Rücksicht nehmen, dass wir uns die Zeit nehmen zuzuhören und dass wir unser Leben ein bisschen mehr genießen können, als in den letzten Jahren.

Ministerpräsident Michael Kretschmer:
Liebe Bürgerinnen und Bürger,
vor uns liegt ein neues Jahr.
Gehen wir in dieses Jahr beherzt.
Stärken wir uns miteinander.
Bringen wir unsere Stimmen ein – jeder an seiner Stelle.

Ich freue mich auf die Begegnungen mit Ihnen und wünsche Ihnen ein gutes, friedliches Jahr 2023!


Kontakt

Sächsische Staatskanzlei

Regierungssprecher Ralph Schreiber
Telefon: +49 351 564 10300
Telefax: +49 351 564 10309
E-Mail: presse@sk.sachsen.de
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