Hauptinhalt

Studie »Wie ticken junge Menschen in Sachsen?«: Ergebnisse helfen, nachhaltige Kinder- und Jugendhilfe zu realisieren

08.12.2022, 11:30 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Staatsministerin Köpping: »Studienergebnisse mahnen uns, die Anliegen, Wünsche und Interessen junger Menschen ernst zu nehmen«

Junge Menschen schätzen mehrheitlich die eigene Lebenssituation positiv ein. Das zeigt die im Auftrag des Sozialministeriums erstellte Studie »Wie ticken junge Menschen in Sachsen?«. Jedoch hat sich während der Corona-Pandemie ein Großteil nicht ausreichend berücksichtigt gefühlt. Junge Menschen hätten sich an dieser Stelle eine stärkere Unterstützung seitens der Politik gewünscht. Gleichzeitig befürchteten zum Zeitpunkt der Erhebung 67 Prozent eine deutliche Verschlechterung der beruflichen Chancen im Zuge der Pandemie. Diese Sorge teilten vor allem niedrig gebildete Jugendliche (77 Prozent vs. jeweils 64 Prozent bei mittel und hoch Gebildeten).

Sozialministerin Petra Köpping: »Kinder und Jugendliche dürfen nicht Leidtragende von Krisen sein. Unsere Corona-Maßnahmen haben wir fortwährend gemäß dem aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisstand überprüft und angepasst Aus diesem Grund darf beispielsweise die gegenwärtige Energiekrise nicht zu Lasten junger Menschen und ihrer Lebenswelt gehen. Es braucht eine krisenfeste Unterstützung der Kinder- und Jugendhilfe. Gleichzeitig müssen wir sicherstellen, dass sich die Anliegen junger Menschen im politischen Handeln stärker widerspiegeln und auch ihre Ängste und Nöte ernst genommen werden.«

Die Studienergebnisse sollen in die zukünftige Arbeit des Ministeriums und in die praktische Ausgestaltung der Kinder- und Jugendhilfe einfließen.

»Ich freue mich außerordentlich, dass wir die Studienergebnisse unmittelbar zentralen Akteuren der sächsischen Kinder- und Jugendhilfe übermitteln können. Ziel sollte es sein, gemeinsam eine nachhaltige Kinder- und Jugendhilfe zu verwirklichen. Denn die Verantwortung für ein gelingendes Leben liegt nicht allein bei den jungen Menschen und deren Familien. Es ist auch unsere gemeinschaftliche Aufgabe, junge Menschen auf diesem Weg tatkräftig zu unterstützen.«, so Köpping.

Besonders bei der Gestaltung der Freizeitmöglichkeiten vor Ort sollte der Studie entsprechend auf die Interessen junger Menschen eingegangen werden. So sind Jugendliche in Dörfern und Kleinstädten seltener zufrieden mit den Möglichkeiten der Freizeitgestaltung (50 Prozent) als Jugendliche in Großstädten (71 Prozent). 14 Prozent der Befragten auf dem Land (im Vergleich zu 7 Prozent in Großstädten) beklagen in diesem Zusammenhang einen Mangel an Jugendtreffs und Jugendclubs. Die Studie benennt an dieser Stelle konkrete Verbesserungsvorschläge. 18 Prozent der Jugendlichen wünschen sich eine größere Vielfalt an attraktiven, wohnortnahen Freizeitangeboten. 10 Prozent hätten gern mehr öffentliche Sport- und Spielplätze und 9 Prozent ein besseres Angebot an Sport- und Kulturvereinen. 8 Prozent wünschen sich mehr Jugendzentren und Treffpunkte. In der Stadt-Land Betrachtung zeigt sich, dass auf dem Land der Wunsch nach einem vielfältigeren Angebot stärker ist (19 Prozent) als in Großstädten (13 Prozent). Auch eine bessere Verkehrsanbindung für Freizeitangebote wird im ländlichen Raum doppelt so häufig gefordert (10 Prozent) als in Großstädten (5 Prozent).

Staatsministerin Köpping: »Die vorliegende Studie hat gezeigt, dass Jugendliche im Zuge der Corona-Pandemie vermehrt Angst um ihre beruflichen Chancen haben. Es ist daher wichtig, bestehende Angebote am Übergang Schule-Beruf für vor allem benachteiligte und beeinträchtigte junge Menschen auszubauen. Daher ist es zu begrüßen, dass der Freistaat Sachsen im Rahmen des ESF Plus Förderprogramms etwa die Jugendberufshilfen und Produktionsschulen intensiv weiterfördert. Ziel der Förderung ist es, die beruflichen Integrationschancen benachteiligter junger Menschen zu verbessern. 48 Prozent des ESF Plus-Gesamtansatzes des Sozialministeriums sind hierbei pro Haushaltsjahr für Jugendberufshilfen und Produktionsschulen vorgesehen. Um darüber hinaus auch allen anderen jungen Menschen im Bedarfsfall am Übergang Schule-Beruf ein entsprechendes Beratungs- und Vermittlungsangebot machen zu können, setzt sich der Freistaat Sachsen zudem für eine langfristige Finanzierung von Koordinierungsstellen bei den lokalen Jugendberufsagenturen ein. Ziel ist es, allen Jugendlichen, eine aktive Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen.«

Aus Sicht der Kinder- und Jugendhilfe ist die Eigenständige Jugendpolitik (EJP) und die damit einhergehende Etablierung entsprechender Beteiligungsstrukturen weiter voranzutreiben. In diesem Zusammenhang fördert das Sozialministerium auch zukünftig Projekte der Kinder und Jugendbeteiligung. Dies geschieht beispielsweise über eine entsprechende Unterstützung der Sächsischen Jugendstiftung, der Engagementstiftung Sachsen (vormals JUST) oder der Servicestelle Beteiligung und deren vielfältigen Angeboten im Bereich Jugendbeteiligung. In diesem Zusammenhang wird die Servicestelle Kinder- und Jugendbeteiligung Sachsen als wichtige Anlaufstelle für freie und öffentliche Träger der Jugendhilfe durch das Sozialministerium gefördert. Die freien und öffentlichen Träger der Jugendhilfe (und damit auch Kommunen) beraten, damit Beteiligung gelingen kann. Auch die Entwicklung der JugendAPP ist in diesem Zusammenhang ein positives Beispiel. Weitere konkrete Projekte, die seitens des Sozialministeriums gefördert werden sind in diesem Zusammenhang: Demokratisches Sachsen! Jugend bewegt Kommune; Demokratie in Kinderhand (beides Teil vom Programm der DKJS: Stark im Land – Lebensräume gemeinsam gestalten).

Hintergrund:

Im Auftrag des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt wurde die Studie: »Wie ticken junge Menschen in Sachsen?« erstellt. Sie ist Teil des »Paktes für die Jugend« und soll Auskunft über die Lebenswirklichkeit junger Menschen in Sachsen geben. Zu diesem Zweck wurden im Februar 2022 vom Forschungsinstitut Kantar Public 1.720 sächsische Jugendliche im Alter von 14-21 Jahren befragt.

Die vollständige Studie finden Sie hier:
https://publikationen.sachsen.de/bdb/artikel/41234


Kontakt

Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt

Pressesprecherin Juliane Morgenroth
Telefon: +49 351 564 55056
Telefax: +49 351 564 55060
E-Mail: presse@sms.sachsen.de

Artikel der Publikationsdatenbank

zurück zum Seitenanfang