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Gedenken an Marwa El-Sherbini

29.06.2022, 11:56 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Gemeinsam mit der Landeshauptstadt Dresden und dem Ausländerrat Dresden e.V., erinnert das Sächsische Staatsministerium der Justiz und für Demokratie, Europa und Gleichstellung mit einer öffentlichen Gedenkveranstaltung um 14 Uhr an die Tat und ihre Opfer.

Wir gedenken Marwa El-Sherbini. Am 1. Juli jährt sich der rassistisch motivierte Mord an der zur Tatzeit schwangeren Marwa El-Sherbini zum dreizehnten Mal. Die damals 31-Jährige wurde während einer Verhandlung vor dem Landgericht Dresden attackiert und erlag ihren Verletzungen.

Gemeinsam mit der Landeshauptstadt Dresden und dem Ausländerrat Dresden e.V., erinnert das Sächsische Staatsministerium der Justiz und für Demokratie, Europa und Gleichstellung (SMJusDEG) mit einer öffentlichen Gedenkveranstaltung um 14 Uhr an die Tat und ihre Opfer.

Die Gedenkfeier findet vor dem Landgericht Dresden, Lothringer Straße 1, 01069 Dresden statt. Dort wird es die Möglichkeit geben, Blumen und Trauerkränze niederzulegen.

An der Gedenkveranstaltung nehmen Staatssekretär und Amtschef im Sächsischen Staatsministerium der Justiz und für Demokratie, Europa und Gleichstellung, Mathias Weilandt, teil, die Zweite Bürgermeisterin und Beigeordnete für Kultur und Tourismus der Landeshauptstadt Dresden, Annekatrin Klepsch, die Vorsitzende des Ausländerrates Dresden e. V., Eter Hachmann, Herr Rechtsanwalt Eberhard Schultz und Herr Rechtsanwalt Khaled Abou Bakr Othmann als Vertreter der Familie El-Sherbini und Frau Youmna Fouad, stellvertretende Vorsitzende des Ausländer- und Integrationsbeirat in Dresden.

Das Gedenken soll ein Zeichen setzen für ein tolerantes, respektvolles und friedliches Miteinander ohne jegliche Form von Menschenfeindlichkeit und Diskriminierung.

Justizstaatssekretär Mathias Weilandt: »Wir Gedenken der Ermordung Marwa El-Sherbinis am 1. Juli nun im 13. Jahr. Die Tat und ihr Gedenken sind fester Bestandteil des kollektiven Gedächtnisses der sächsischen Justiz geworden. Aus diesem Gedenken heraus entsteht die Verantwortung unsere Stimme gegen den Hass zu erheben uns Rassismus und Intoleranz entgegenzustellen und uns gemeinsam für ein friedliches und gewaltloses Zusammenleben aller Menschen einzusetzen.«

Die Beigeordnete für Kultur und Tourismus, Annekatrin Klepsch, zum Gedenken an Marwa El-Sherbini: »Wir brauchen eine integrative Erinnerungskultur in unserer Stadt, die sich für die Opfer rassistisch motivierter Gewalt stark macht und diese Narrative zunehmend in den Blick nimmt. Wir sind dabei als Stadtgesellschaft permanent gefordert, sichtbare Zeichen gegen jegliche Form gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit zu setzen.«

Eter Hachmann, Vorsitzende des Ausländerrates Dresden e. V., ruft zum Kampf gegen Alltagsrassismus in Dresden auf: »In den letzten Tagen und Wochen mussten wir wiedermal von zahlreichen rassistischen Übergriffen lesen. Die vielen Menschen mit Migrationserfahrung in Dresden erinnern sich bei solchen Meldungen an die eigenen Diskriminierungserfahrungen. Da kommt vieles wieder hoch. Ganz besonders an Marwas Gedenktag stimmt uns das mehr als traurig. Aber Marwa war eine starke Frau, eine Kämpferin, die Rassismus klar benannt hat. Das müssen wir alle tun, damit sich Dresden nach und nach zu einer Stadt ohne Diskriminierung entwickelt.«

Weitere Informationen unter www.dresden.de/marwa

Hintergrund

In diesem Jahr jährt sich die Ermordung der ägyptischen Pharmazeutin Marwa El-Sherbini zum dreizehnten Mal. Im Jahr 2005 kam Frau El-Sherbini nach Deutschland. Im August 2008 wurde Marwa El-Sherbini von ihrem späteren Mörder auf einem Dresdner Spielplatz als »Islamistin« und »Terroristin« beschimpft. Nach einer Anzeige bei der Polizei wurde gegen den Beschuldigten Anklage erhoben. In der Berufungsverhandlung am 1. Juli 2009 am Landgericht Dresden tötete der Angeklagte die im dritten Monat schwangere Marwa El-Sherbini, als diese nach ihrer Zeugenaussage den Gerichtssaal verlassen wollte mit 16 Messerstichen und verletzte ihren Mann lebensgefährlich. Der dreijährige Sohn wurde Zeuge, wie seine Mutter verblutete. Das Motiv des Täters: Fremdenfeindlichkeit und Hass auf Muslime. Der Täter wurde am 11. November 2009 durch das Landgericht Dresden wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt, die besondere Schwere der Schuld wurde festgestellt.


Kontakt

Sächsisches Staatsministerium der Justiz und für Demokratie, Europa und Gleichstellung

Pressesprecherin Anna Gürtler
Telefon: +49 351 564 15010
Telefax: +49 351 564 16189
E-Mail: presse@smj.justiz.sachsen.de
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