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Ein neues zu Hause für das Kriminalwissenschaftliche und -technische Institut

16.06.2022, 10:35 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

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Das neue Kriminalwissenschaftliche- und technische Institut des Landeskriminalamtes Sachsen (© SIB/Matthias Hultsch)

Das neue Kriminalwissenschaftliche- und technische Institut des Landeskriminalamtes Sachsen (© SIB/Matthias Hultsch)

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Das neue Kriminalwissenschaftliche- und technische Institut des Landeskriminalamtes Sachsen (© SIB/Matthias Hultsch)

Das neue Kriminalwissenschaftliche- und technische Institut des Landeskriminalamtes Sachsen (© SIB/Matthias Hultsch)

Übergabe des Neubaus an das Landeskriminalamt Sachsen

Das Landeskriminalamt hat einen Neubau für das Kriminalwissenschaftliche und -technisches Institut (KTI) erhalten, welches auf dem Behördenareal Neuländer Straße im Dresdner Norden heute übergeben wurde. Der Neubau ist mit zahlreichen Speziallaboren und dazugehörigen Büros ausgestattet. Er stellt modernste technische Ausstattung, unter anderem für DNA-, Fingerabdruck- und Schusswaffenuntersuchungen zur Verfügung. Außerdem gehört er zu den ersten Labor- und Verwaltungsgebäuden des Freistaates Sachsen, die nach dem Bewertungssystem »Nachhaltiges Bauen« des Bundes für Laborgebäude errichtet wurden. Beispielsweise erfolgt die Energieversorgung über Photovoltaik.

Sachsens Finanzminister Hartmut Vorjohann: »Der KTI-Neubau ist aktuell die größte Investition für unsere sächsische Polizei und unterstreicht ganz klar unsere politischen Schwerpunkte. Die innere Sicherheit ist und bleibt eines der Kernanliegen der Staatsregierung, auch im Haushalt. Gemeinsam mit der EU haben wir rund 60 Millionen Euro in diesen Neubau investiert, der hervorragende Bedingungen für die kriminalwissenschaftliche Arbeit des LKA Sachsen bietet.«

Innenminister Armin Schuster: »50.000 Spuren- und Vergleichsmaterialien zu etwa 12.000 Verfahrenskomplexen jährlich – das sind die Kennzahlen des KTI. Der moderne Neubau mit neuester technischer Ausstattung bietet den Spezialistinnen und Spezialisten nun den bestmöglichen Rahmen für ihre kriminalistische Detailarbeit – konzentriert unter einem Dach. Die hochpräzise Arbeit der etwa 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Untersuchung und Auswertung von Spuren trägt dazu bei, Straftaten aufzuklären, Täterinnen und Täter zu überführen und eine wirksame Strafverfolgung zu erreichen. Sie leisten damit tagtäglich einen erheblichen Beitrag, unser Land sicherer zu machen.«

Sonja Penzel, Präsidentin des Landeskriminalamtes Sachsen: »Von einem der Notwendigkeit geschuldeten Wunsch, über eine intensive Planungsphase, durch eine lange und aufregende Bauphase bis zur heutigen Übergabe – es waren ereignisreiche Jahre! Es ist eine Mischung aus Erleichterung und Stolz, welche die Köpfe hinter dem Gesamtprojekt und auch ich am heutigen Tag empfinden. Jetzt gilt es, die guten Bedingungen für Kriminalwissenschaft und -technik zu nutzen und unsere Aufgabe nicht nur bestmöglich zu erfüllen, sondern auch innovativ und modern in die Zukunft zu steuern.«

Das KTI ist zentraler Dienstleister für alle Ermittlungsbehörden der sächsischen Landespolizei. Es hält eine hochspezialisierte Tatortgruppe vor, führt kriminaltechnische Untersuchungen durch, erstellt Gutachten und vertritt diese vor Strafgerichten.

Zum Leistungsspektrum des Instituts gehören 3D-Vermessungen an Tatorten, Analysen von Schusswaffen, Betäubungsmitteln, Spreng- und Explosivstoffen sowie von Urkunden und Schriften. Ferner werden Expertisen auf den Gebieten der forensischen DNA-Analytik, der Auswertung von Fingerabdruckspuren, der Brandursachenuntersuchung und bei der Begutachtung textiler Spuren angefertigt.

Eine Besonderheit im neuen KTI-Gebäude stellt die über zwei Untergeschosse vertikal verbaute Wasserbeschussanlage dar, die bei der Rekonstruktion von Straftaten mit Schusswaffenanwendung zum Einsatz kommt. Abgefeuerte Projektile fallen in einen kleinen Auffangbehälter und können mittels technischer Vorrichtungen leicht aus der Anlage entnommen werden. Durch den Wasserbeschuss und die senkrechte Ausrichtung der Anlage werden die Projektile weniger verformt und verunreinigt, wodurch qualitativ höherwertige Analysen möglich sind.

Das Investitionsvolumen für den KTI-Neubau liegt bei rund 60 Millionen Euro. Davon stammen 23,5 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Der Anteil des Freistaates beläuft sich auf 36,5 Millionen Euro. Die Baumaßnahmen werden mitfinanziert durch Steuermittel auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushalts. Realisiert wurde das Bauvorhaben unter der Regie des Niederlassung Dresden I des Staatsbetriebes Sächsisches Immobilien- und Baumanagement.

Anlagen: 2 Bilder mit folgenden Angaben:

Das neue Kriminalwissenschaftliche- und technische Institut des Landeskriminalamtes Sachsen

Copyright: SIB/Matthias Hultsch
Die Bilder sind rechtefrei verwendbar.


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