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Landesprogramm »Demografie« - Mehr als 300.000 Euro Förderung für neue Projekte bewilligt

03.04.2022, 09:00 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Staatskanzleichef Schenk: Vorhaben sind gute Beispiele für Weitblick und Tatkraft aller Beteiligten

Dresden (3. April 2022) - Der Freistaat unterstützt auch in diesem Jahr Projekte, die dazu beitragen, den demografischen Wandel vor Ort zu gestalten.

Sechs neue Vorhaben, die in diesem Jahr starten, werden mit insgesamt rund 332.000 Euro für die Umsetzung bis 2024 unterstützt. Auf das Förderjahr 2022 entfallen davon rund 198.000 Euro. Zudem werden im Jahr 2022 für laufende Projekte aus Vorjahren Gelder in Höhe von rund 383.000 Euro bereitgestellt.

Staatskanzleichef Oliver Schenk betonte: »Es gibt bei der Gestaltung des demografischen Wandels bei uns im Freistaat viele Menschen mit Ideen und Weitblick. Sachsen unterstützt dieses Engagement in den Kommunen gezielt mit unserem Landesprogramm. Die neuen Projekte sind gute Beispiele für Weitblick und Tatkraft aller Beteiligten. Viele der jetzt geförderten Projekte sprechen die Bürgerinnen und Bürger direkt in ihrer Heimat an. Sie können damit bei der zukünftigen Entwicklung ihrer Region mitwirken.«

Bereits seit 2007 fördert der Freistaat mit dem Landesprogramm Demografie Akteure bei der Umsetzung ihrer Vorhaben. Seit Bestehen des Landesprogramms konnten bislang rund 240 Projekte mit mehr als 10 Millionen Euro gefördert werden. Antragsteller waren unter anderem Kommunen, Vereine und gemeinnützige Gesellschaften.

Neu hinzugekommen sind nunmehr folgende Projekte:

Projekt »Gemeindeshuttle 2.0 – Erweiterung und Weiterentwicklung eines Gruppenmobilitätsangebots im ländlichen Raum« des Förderkreises Wittichenauer Pfadfinder e.V.

Der Förderkreis Wittichenauer Pfadfinder e.V. möchte mit dem Kauf und damit Ersatz eines Kleinbusses schwerpunktmäßig mobilitätseingeschränkte Einwohner (Kinder, Jugendliche und Senioren) mobil machen. Der Nutzerkreis soll ausgedehnt werden. Insbesondere für Schüler, Vereine, Gruppen und Initiativen, Familienkreise und Jugendclubs werden somit gemeinsame Unternehmungen möglich. Durch die Erweiterung des »Bewegungsradius« können Ganztagsangebote von Schulen (Segeln, Naturkunde, Wandern im Lausitzer Bergland) unterstützt werden. Mit dem Einsatz des Kleinbusses kann die ÖPNV-Versorgung für abgelegene Ortsteile sowie die Auslastung des bestehenden Liniennetzes verbessert werden. Zum 61 km² großen Gemeindegebiet der Stadt Wittichenau gehören 11 Ortsteile.

Projekt »Heimatfibel – Stärkung des Heimatbewusstseins in der frühkindlichen Bildung« des Landkreises Görlitz

Der Landkreis Görlitz möchte mit einer »Heimatfibel" die Heimatverbundenheit der Kinder frühzeitig stärken und will damit touristische, wirtschaftliche u. geografische Inhalte spielerisch u. kindgerecht vermitteln. Das Konzept zur Fibel wird gemeinsam mit Schulvertretern und der Hochschule Zittau/Görlitz erarbeitet. Die Fibel erhält jede Grundschule im Landkreis Görlitz. Um das Thema nachhaltig zu verankern, werden die Inhalte auch in digitaler Form zur Verfügung gestellt.

Projekt »Durchführung eines zivilgesellschaftlichen Bürger- und Akteursbeteiligungsprozesses zur Erstellung des Strategiekonzeptes der Gemeinde Hähnichen«

Ziel der Gemeinde Hähnichen ist es, ein Strategiekonzept für die Gesamtgemeinde mit ihren vier Ortsteilen Hähnichen, Quolsdorf, Spree u. Trebus zu erstellen, um den Folgen des demografischen Wandels aktiv gegenzusteuern und mit geeigneten Schlüsselmaßnahmen die Zukunftsfähigkeit der Gemeinde als attraktiven Arbeits-, Wohn- und Lebensort zu sichern sowie zu verbessern. Es soll ein intensiver Beteiligungsprozess mit der Bürgerschaft und Akteuren, wie die gemeindepolitischen Gremien, die ortsansässigen Unternehmen sowie Vereine, durchgeführt werden. Damit will die Gemeinde Vertreter aller Generationen und Schichten erreichen und die Identifikation mit der Gemeinde stärken.

Projekt »Erstellung eines Gemeindeentwicklungsplanes für die Gemeinde Neißeaue«

Angesichts des Strukturwandels und der demografischen Entwicklungen muss sich die Gemeinde Neißeaue zukunftsfähig aufstellen. Ziel ist eine strategische Ausrichtung unter Einbeziehen der Bürgerinnen und Bürger mit einem Zeithorizont bis 2030. Bei der Erstellung eines Gemeindeentwicklungsplans sollen nicht nur die wesentlichen Entwicklungsfelder, sondern die gesamte Bandbreite des Zusammenlebens der Gemeinde aufgezeigt, analysiert und neue Entwicklungsziele und Handlungsschwerpunkte formuliert werden. Zur Gemeinde gehören acht Ortsteile, welche individuell zu betrachten, aber auch zielgerichtet in ihrer Gesamtheit neu auszurichten sind.

Projekt »Erarbeitung einer bedarfs- und bedürfnisorientierten Digitalisierungsstrategie der Stadt Rothenburg/O.L.

Die Stadt Rothenburg/O.L. sieht in der Digitalisierung ein zentrales Instrument, um den Herausforderungen in unterschiedlichen Bereichen der öffentlichen Daseinsvorsorge zu begegnen. Sie will daher unter Beteiligung der Bürgerschaft (Nutzer) und Beschäftigen der Verwaltung (Anwender) eine Digitalisierungsstrategie erarbeiten. Es sollen digitale Angebote geschaffen werden, die zielgerichtet sowie sinnhaft eingesetzt werden u. dabei einen Mehrwert anbieten. Die Strategie soll die Unterschiedlichkeit der Anwender sowie Nutzer, deren Verhalten und Kompetenzen berücksichtigen. Dabei sollen u. a. folgende Fragen beantwortet werden: Welche Produkte sollen bzw. müssen zukünftig digital zur Verfügung stehen? Wie müssen Zugänge geschaffen sein, damit sie für alle einen Nutzen generieren? Wie kann die digitale Kompetenz generationenübergreifend sowohl bei den Anwendern als auch bei den Nutzern gefördert werden?

Projekt »In jedem Alter gut in Rodewisch leben – Koordinierungsstelle Seniorennetzwerk« der Stadt Rodewisch

Um den demografischen Wandel in der Stadt Rodewisch zu bewältigen, wurde eine Koordinierungsstelle Seniorennetzwerk geschaffen. Die Servicestelle mit angegliederter Musterwohnung für altersgerechtes Wohnen dient Senioren als Anlaufstelle für alle Belange des Älterwerdens. Rodewisch gilt seither als Leuchtturm im Bereich der kommunalen Seniorenarbeit im ländlichen Raum. Die Fortführung u. Ausdehnung der Maßnahmen ist für die nachhaltige Implementierung maßgeblich. Ziel ist es, mit Hilfe eines lokalen, aber interkommunal agierenden, Seniorennetzwerks die Chancen des demografischen Wandels sinnvoll zu nutzen und so auch zukünftigen Risiken entgegenzuwirken.

Weitere Informationen zum Förderprogramm und zu bereits geförderten Projekten sowie zu Ansprechpartnern finden sich unter: https://www.demografie.sachsen.de/foerderrichtlinie-und-projekte-4786.html

Hintergrund:

Ende 2020 lebten in Sachsen rund 4,06 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner. Vorausberechnet ist, dass sich die Bevölkerungszahl bis zum Jahr 2035 bis auf 3,94 bzw. 3,81 Millionen Personen verringert. Auch die Relation zwischen Jung und Alt wird sich weiter verändern. Ende 2020 waren 17,6 Prozent der sächsischen Bevölkerung jünger als 20 Jahre. Die Personen im Erwerbsalter von 20 bis unter 65 Jahren stellten 55,7 Prozent der Bevölkerung. Über ein Viertel (26,7 Prozent) der Bevölkerung war 65 Jahre und älter. Bis 2035 wird der Anteil der 65-Jährigen und Älteren an der Gesamteinwohnerzahl auf bis zu 30,5 Prozent zunehmen.
Die demografische Entwicklung verläuft innerhalb des Landes sehr differenziert. Von sinkenden Einwohnerzahlen, zunehmender Alterung und dem Mobilitätsverlust sind insbesondere die ländlichen Räume betroffen.

Weitere statistische Informationen zur Bevölkerungsentwicklung auf den Webseiten des Statistischen Landesamtes unter folgendem Link: https://www.statistik.sachsen.de/html/bevoelkerung.html

Die Mittel für die Projektförderung werden auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes zur Verfügung gestellt.


Kontakt

Sächsische Staatskanzlei

Regierungssprecher Ralph Schreiber

Telefon: +49 351 564 10300

Telefax: +49 351 564 10309

E-Mail: presse@sk.sachsen.de

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