Beginn der Arbeiten für das KETEC der TU Chemnitz in Reichenbach
03.11.2026, 10:00 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Unter Leitung der Niederlassung Zwickau des Staatsbetriebes Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) wird in Reichenbach im Vogtland der Neubau der Forschungsplattform für Kälte- und Energietechnik (KETEC) der Technischen Universität Chemnitz errichtet. Auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs an der Bahnhofstraße entsteht damit die Grundlage für einen spezialisierten Forschungsstandort der Fakultät Maschinenbau unter Leitung der Professur für Technische Thermodynamik.
Im Rahmen von vorgezogenen Leistungen erfolgen zunächst die Baustelleneinrichtung und die Erdarbeiten für die Vorbereitung der Baugrube. Insgesamt sind für das Vorhaben Gesamtbaukosten von rund 32,8 Millionen Euro veranschlagt. Nach derzeitigem Stand ist die Fertigstellung bis Ende 2029 geplant. Die Maßnahme wird finanziert durch Steuermittel auf Grundlage des vom sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes. Für die Maßnahme stehen Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung zur Verbesserung der Infrastruktur an Hochschulen (INFRA-EFRE) zur Verfügung, welche die Forschung mit anwendungsorientierter Ausrichtung verbessern sowie die Zusammenarbeit zwischen den Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und der Wirtschaft fördern.
Herzstück des Neubaus ist eine moderne Forschungshalle mit einem innovativen Temperaturschienensystem. Dieses spezielle Rohrleitungsnetz ermöglicht es, verschiedene Forschungsanlagen im Verbund mit Kälte und Wärme auf unterschiedlichen Temperaturniveaus zu versorgen. Damit werden die technischen Voraussetzungen für anspruchsvolle Forschungsarbeiten geschaffen. Neben der Forschungshalle umfasst das Raumprogramm physikalisch-technische Labore, Büro- und Verwaltungsräume, Seminar- und Besprechungsbereiche sowie Außenversuchsanlagen. Die Forschungsplattform soll sowohl universitären Forschungsprojekten als auch Drittmittelvorhaben und Auftragsforschungen dienen.
Architektonisch gliedert sich das Gebäude in zwei Baukörper unterschiedlicher Höhen, die den Büro- und Verwaltungsbereich sowie die Forschungs- und Laborbereiche ablesbar machen. Die Forschungshalle soll möglichst stützenfrei ausgeführt werden, um flexible Nutzungsmöglichkeiten und optimale Bedingungen für den Aufbau und Betrieb der Versuchsanlagen zu gewährleisten. Die Tragkonstruktion wird speziell auf die Anforderungen des Temperaturschienensystems abgestimmt. Großgeräte und Forschungsanlagen können über ein großes Hallentor angeliefert werden. Eine eigens vorgesehene Zufahrt ermöglicht die Anlieferung mit Sattelzügen sowie den Zugang für die Montage und die Wartung technischer Anlagen auf den Außenversuchsflächen und den Dachflächen.
Auch Aspekte der Nachhaltigkeit werden in der Planung berücksichtigt. Extensive Dachbegrünungen in Form von Retentionsdächern und Photovoltaikanlagen sollen zu einer ressourcenschonenden Nutzung der Dachflächen beitragen. Die technische Infrastruktur und die Anordnung der Forschungsanlagen sind auf die spezifischen Anforderungen des Standorts und einen möglichst flexiblen Forschungsbetrieb abgestimmt.