Verdacht des schweren Bandendiebstahls durch europaweit agierende Bande
23.09.2026, 11:00 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Neun Beschuldigte in Polen festgenommen
Gemeinsame Pressemitteilung
Staatsanwaltschaft Dresden
Landeskriminalamt Sachsen
Durchsuchungen in Polen realisiert
Die Staatsanwaltschaft Dresden und das Landeskriminalamt Sachsen ermitteln in einem bundesweit geführten Strukturverfahren gegen zwölf Polen (19-54 Jahre) unter anderem wegen des Verdachts des schweren Bandendiebstahls in über 70 Fällen.
Den Beschuldigten wird vorgeworfen, als Mitglieder und Chefs einer von Polen aus europaweit und auch im Bundesgebiet operierenden Bande zwischen Anfang 2017 und Ende 2025 hochwertige Pkw aus dem gesamten Bundesgebiet entwendet, nach Polen verbracht und dort gewinnbringend verwertet zu haben.
In dem Verfahren werden bandenmäßig begangene Diebstähle hochwertiger Pkw aus Algermissen, Bad Sassendorf, Berlin, Bleicherorde, Castrop-Rauxel, Delbrück, Diekholzen, Dresden, Dülmen, Ebersbach-Neugersdorf, Erlensee, Eschwege, Garbsen, Görlitz, Groß-Gerau, Groß-Twülpstedt, Groß-Zimmern, Halle/Saale, Heiligenstadt, Hildesheim, Kleinmachnow, Klipphausen, Laupheim, Leverkusen, Lippstadt, Lübbenau, Magdeburg, Mannheim, Münster, Neckarsulm, Neuberg, Niederau, Nordstemmen, Nörten-Hardenberg, Northeim, Oybin, Radeberg, Radebeul, Saarbrücken, Schleife, Schönfeld, Schulzendorf, Schwäbisch-Hall, Uder, Untermünkheim-Kupfer, Velpke, Wadersloh, Walldorf, Wiesloch, Wolfenbüttel, Wolfsburg und Zittau verfolgt.
Insgesamt ist aufgrund der Werte der entwendeten Pkw von einem Gesamtschaden von über drei Millionen Euro auszugehen.
In dem Ermittlungsverfahren wurden am 22. September 2026 in Polen auf der Grundlage von der Staatsanwaltschaft Dresden beantragter Europäischer Haftbefehle neun Beschuldigte festgenommen. Die Beschuldigten befinden sich nunmehr in Polen in Auslieferungshaft. Die Staatsanwaltschaft Dresden hat die Auslieferung der festgenommenen Beschuldigten zum Zwecke der Durchführung des Strafverfahrens beantragt.
Darüber hinaus erfolgten am 22. September 2026 in dem Verfahren umfangreiche Durchsuchungsmaßnahmen in Polen (unter anderem in Wroclaw, Lubin, Zgorzelec, Bogatynia, Porajow, Ogorzelec und Zlotoryja). Dabei wurden verschiedene Fahrzeugteile von etwa 30 entwendeten Fahrzeugen sichergestellt.
An dem Einsatz waren 120 polnische Polizeibeamte und 60 sächsische Polizeibeamte beteiligt.
Die umfangreichen Einsatzmaßnahmen in Polen werden durch ISF LUMEN Expanded mitfinanziert. ISF LUMEN Expanded wird durch den International Security Fund der Europäischen Union (ISF) gefördert. Ziel dieser europäischen Förderung ist die entschlossene Bekämpfung europaweiter organisierter Kriminalität.
Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Dresden und des Landeskriminalamts Sachsen dauern an.