Schlüsselübergabe für das neue Technikum der Westsächsischen Hochschule Zwickau

19.06.2026, 11:00 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

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Prägnante Architektur: (© Mirko Hertel)

An Kett- und Schussfäden eines Gewebes ist die wellenförmige Klinkerfassade des neuen Technikums der Westsächsischen Hochschule Zwickau (WHZ) angelehnt. Sie besteht aus rund 300.000 Ziegeln und greift die lange Geschichte der Textil- und Veredelungstechnik an der WHZ und in der Region auf.

Prägnante Architektur: (© Mirko Hertel)

An Kett- und Schussfäden eines Gewebes ist die wellenförmige Klinkerfassade des neuen Technikums der Westsächsischen Hochschule Zwickau (WHZ) angelehnt. Sie besteht aus rund 300.000 Ziegeln und greift die lange Geschichte der Textil- und Veredelungstechnik an der WHZ und in der Region auf.

An Kett- und Schussfäden eines Gewebes ist die wellenförmige Klinkerfassade des neuen Technikums der Westsächsischen Hochschule Zwickau (WHZ) angelehnt. Sie besteht aus rund 300.000 Ziegeln und greift die lange Geschichte der Textil- und Veredelungstechnik an der WHZ und in der Region auf.

Neubau stärkt zukunftsorientierte Lehre und Forschung an der WHZ

Der Freistaat Sachsen hat an der Westsächsischen Hochschule Zwickau (WHZ) ein neues Technologie- und Forschungszentrum fertiggestellt. Es verbindet hohe bauliche Anforderungen, moderne technische Ausstattung und eine prägnante Architektur. Der Neubau stärkt die bauliche Infrastruktur der Hochschule und setzt mit seiner Höhe von 27 Metern sowie der markanten Klinkerfassade einen neuen städtebaulichen Akzent in Zwickau. Der Schlüssel für das neue Technologie- und Forschungszentrum wurde heute offiziell an Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow und an den Rektor der WHZ, Prof. Dr.-Ing. Stephan Kassel, übergeben.

Für den Freistaat Sachsen steht das Technikum beispielhaft für Investitionen in eine leistungsfähige Hochschul- und Forschungsinfrastruktur. Finanzminister Christian Piwarz erklärt dazu: »Mit der Zukunftsstrategie für Südwestsachsen wollen der Freistaat und das Regionalkonvent Chemnitz mit den vier dazugehörigen Landkreisen die Zukunft der Region aktiv gestalten, ihre Potenziale erschließen und Innovationen vorantreiben, die insbesondere auch vor Ort ihre Wirkung entfalten. Die Hochschulen spielen dabei eine wichtige Rolle. Doch innovative Forschung und Lehre brauchen auch gute bauliche und technische Bedingungen. Mit dem Technikum an der WHZ investieren der Freistaat Sachsen und die Europäische Union gemeinsam 46,2 Millionen Euro in moderne bauliche und technische Voraussetzungen für Lehre, Forschung und Transfer.«

Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow: »Das neue Technikum kommt genau zur richtigen Zeit. Die Westsächsische Hochschule ist ein zentraler Player für den Masterplan Südwestsachsen und die strukturelle Weiterentwicklung der Region. Forschung und Technologieentwicklung sind die Basis für Innovation und verwertbare, wettbewerbsfähige Produkte. In Partnerschaft mit bestehenden Unternehmen und Start-ups wird die Transformation der gesamten Industrieregion aktiv gestaltet. Mit dem neuen Technikum sind dafür die besten Voraussetzungen geschaffen.«

Prof. Dr.-Ing. Stephan Kassel, Rektor der WHZ: »Als Westsächsische Hochschule Zwickau freuen wir uns über die entstandenen Möglichkeiten, unsere vielfältigen Forschungsprojekte im Bereich moderner und nachhaltiger Textilien fortzusetzen und insbesondere auch interdisziplinär weiterzuentwickeln. Nachwachsende Rohstoffe, recyclingfähige Textilien und textile Verbundstrukturen tragen zu energiesparenden industriellen Prozessen und verbesserten Eigenschaften von Materialien bei. Die Bündelung dieser Fragestellungen unter einem neuen Dach gibt Impulse, die auch die nachhaltige Transformation in Südwestsachsen begünstigen.«

Im neuen Gebäude erhalten das Institut für Textil- und Ledertechnik der Fakultät Automobil- und Maschinenbau sowie der Bereich Umwelt- und Verfahrenstechnik der Fakultät Physikalische Technik/Information moderne und flexible Arbeitsbedingungen. Auf fünf Etagen bietet das Technikum knapp 4.000 Quadratmeter Nutzfläche. Herzstück des Gebäudes ist die 7,4 Meter hohe Maschinenhalle. Dort finden schwere moderne und historische Textilmaschinen Platz. Ein Stromschienensystem und rastermäßig angebrachte Anschlüsse für verschiedene Medien ermöglichen eine flexible Nutzung der Halle. In den Etagen zwei bis vier befinden sich Bereiche für die Textilherstellung sowie moderne Labore für Chemie, Umwelt- und Verfahrenstechnik. Das fünfte Obergeschoss wird für Verwaltung, Veredelung und Haustechnik genutzt.

Das Technikum ergänzt das bestehende Gebäudeensemble der Fakultät Automobil- und Maschinenbau. Über einen gläsernen Verbindungsbau ist es an die Bestandsgebäude angebunden und dient künftig als neuer Hauptzugang zum Gebäudekomplex. Zugleich bildet das neue Technologie- und Forschungszentrum den baulichen Auftakt zur geplanten »Straße der Wissenschaften« entlang der Klosterstraße, des Kornmarktes und der Peter-Breuer-Straße in Zwickau. Den Endpunkt dieser Route soll das derzeit noch im Bau befindliche Hochtechnologiezentrum der WHZ bilden.

Mit seiner Größe und Baumasse setzt das Technikum eine städtebauliche Landmarke. Besonders prägend ist die wellenförmige Klinkerfassade aus rund 300.000 Ziegeln. Sie erinnert an Kett- und Schussfäden eines Gewebes und greift damit die lange Geschichte der Textil- und Veredelungstechnik an der WHZ und in der Region auf.

Die Kosten der Baumaßnahme Technikum belaufen sich auf 46,2 Millionen Euro. Davon stammen rund 23,7 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Seit 1991 hat der Freistaat insgesamt rund 204 Millionen Euro in Baumaßnahmen an der Westsächsischen Hochschule Zwickau investiert. Weitere 50 Millionen Euro flossen in bauunterhaltende Maßnahmen.

Der Bau des Technikums begann im Mai 2020. Wegen des schwierigen Baugrundes wurden zunächst 189 Großbohrpfähle gesetzt, die bis zu 18 Meter tief in den Boden reichen. Im November 2025 wurde das Gebäude der Westsächsischen Hochschule Zwickau zur Einrichtung überlassen. Damit begann die Phase der Inbetriebnahme sowie Einregulierung der technischen Anlagen. Die bauliche Leitung lag beim Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB), Niederlassung Zwickau.

Wettbewerb »Kunst am Bau«

Im Wettbewerb »Kunst am Bau« wurde ein Werk der Künstlerin Dana Meyer aus Lützen/Leipzig ausgewählt. Ihr Kunstwerk »scientia agitur« ist ein transparentes, mehrschichtiges und hinterleuchtetes Glasbild. Das Motiv zeigt eine abstrahierte Maschine, in der zahlreiche Zahnräder ineinandergreifen. Sie stehen symbolisch für das Zusammenspiel verschiedener Ressourcen.

Über die Westsächsische Hochschule Zwickau

Die Westsächsische Hochschule Zwickau (WHZ) ist eine staatliche Hochschule mit über 3.000 Studierenden. Sie bündelt unter dem Thema Mobilität ingenieur-, wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Angebote und berücksichtigt dabei insbesondere den Aspekt der Nachhaltigkeit. Die Hochschule hat Standorte in Zwickau, Schneeberg und Markneukirchen. Mit dem Umzug des Instituts für Textil- und Ledertechnik von Reichenbach ins neue Technikum werden die Aktivitäten nun am neuen Standort in Zwickau gebündelt.


Kontakt

Sächsisches Staatsministerium der Finanzen

Ansprechpartner Dirk Reelfs
Telefon: +49 351 564 40060
Telefax: +49 351 564 40069
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