Erneuerbare Energien: Studie sieht hohe Chancen für mehr Wertschöpfung in Sachsen
13.05.2026, 15:40 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Dresden, 13.05.2026: Sachsen könnte seine Einnahmen aus erneuerbaren Energien im Jahr 2033 mehr als verdoppeln. Das zeigt eine aktuelle Studie des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums. Sollten Windenergie und Solaranlagen konstant ausgebaut werden, könnte die Wertschöpfung in Sachsen von aktuell etwa 90 Mio. Euro auf mindestens 240 Mio. Euro steigen.
In dem berechneten Mindestszenario sind die Wertschöpfungseffekte durch die Wartung und Installation großer Anlagen (>100 kW) nicht enthalten. Da ein Teil der Anlagen, insbesondere Großprojekte, oft externen Investoren gehört, fließt derzeit knapp die Hälfte der Gewinne aus den Standortregionen ab. Das muss nicht so sein.
»Regelmäßig am höchsten ist die regionale Wertschöpfung, wenn Kommunen mit Betreibern zusammenarbeiten und die Menschen vor Ort auch von den Gewinnen profitieren«, so Hannes Gerold, Berater bei der Dialog- und Servicestelle der Sächsischen Energieagentur (SAENA).
Das IÖW geht davon aus, dass die Effekte im Mindestszenario vor allem beim lokalen Handwerk durch Installations- und Wartungsarbeiten entstehen. Aber auch Besitzer kleiner Photovoltaik-Anlagen (<100 kW) profitieren durch sinkenden Stromverbrauch. Zusätzlich entsteht Wertschöpfung bei den Grundstückseigentümern und Kommunen durch die Verpachtung von Flächen. Die Kommunen entlasten ihre Kassen mit den Einnahmen aus Gewerbesteuern und den Beteiligungsgesetzen. Das sächsische Erneuerbare-Energien-Ertragsbeteiligungsgesetz ist zentral: Betreiber von Anlagen, die ab 2025 eine Genehmigung erhalten haben und größer als 1 MW sind, müssen die Gemeinden finanziell beteiligen. Auch direkte Beteiligungsmodelle für Bürgerinnen und Bürger, wie Kommanditanteile oder Nachrangdarlehen, können vereinbart werden.
Die Studie zeigt Modellierungen für alle rund 400 deutschen Landkreise und Städte sowie Analysen erfolgreicher Praxisbeispiele. Ein solches ist die Kommune Feldheim. Seit 1995 entstanden hier, in enger Abstimmung mit den Menschen vor Ort, Windenergieanlagen. Von Beginn an konnten sich ortsansässige Personen an den Energieprojekten beteiligen. Über finanzielle Einlagen erhielten sie Miteigentum an einer Bürgerwindanlage sowie im späteren Verkauf am Strom- und Wärmenetz.
Am 1.7. bietet die SAENA eine Exkursion nach Feldheim an. Hier können sich kommunale Vertreter aus Sachsen einen Eindruck des energieautarken Ortes mit 55 Windenergieanlagen machen und ins Gespräch mit dem ehemaligen Bürgermeister, Michael Knape, kommen. Auch Jens Hinze, Bürgermeister der Gemeinde Mühlenfließ und erfahren im Flächenpooling-Modell, ist vor Ort.
Das Thema regionale Wertschöpfung wird mit den wachsenden Genehmigungszahlen für WEA zunehmenden bedeutsamer. So wurden im Zeitraum von April 2025 bis März 2026 57 neue Windenergieanlagen genehmigt (insgesamt ca. 388 MW Leistung). Zudem sind viele neue Projekte in Planung: Derzeit befinden sich 399 Anlagen im Genehmigungsverfahren. Sachsen treibt den Ausbau der Windenergie deutlich voran. Dank beschleunigter Verfahren und flexibler gestalteter Regeln steigt die Anzahl der Projekte und Genehmigungszahlen.
Über die Studie des IÖW
Der Bericht »Stärkung der regionalen Wertschöpfung durch Erneuerbare Energien« wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz in Auftrag gegeben (Stand: Juli 2025). Darin werden sowohl Zahlen und Berechnungen für etwa 400 Landkreise ausgewertet als auch konkrete Beispiele aus der Praxis untersucht.
Über die Sächsische Energieagentur
Die Sächsische Energieagentur - SAENA GmbH ist das unabhängige Beratungs-, Informations-, und Kompetenzzentrum zu den Themen erneuerbare Energien, zukunftsfähige Energieversorgung, Energieeffizienz und effiziente Mobilität. Gesellschafter sind der Freistaat Sachsen und die Sächsische Aufbaubank - Förderbank - (SAB). Sie dient als sachsenweite Anlaufstelle für alle handelnden Personen und Institutionen im Bereich Energie und Klimaschutz.
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