Drogenunfälle erreichen neuen Höchststand
10.04.2026, 10:03 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Die Inspekteurin der Polizei Sonja Penzel hat heute die Verkehrsunfallstatistik 2025 vorgestellt.
Weniger Alkoholunfälle, aber weiter steigende Drogenunfälle
Während die Zahl der Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss um 0,6 % auf 1.663 sank, erreichten Unfälle unter dem Einfluss anderer berauschender Mittel (z. B. Betäubungsmittel oder Medikamente) mit 411 Unfällen (+9,0 %) einen neuen Höchststand. Die Zahl der Unfälle mit Personenschaden stieg in beiden Fällen, bei Alkohol um 6,2 % auf 738 und bei Drogen um 3,9 % , auf insgesamt 158.
Inspekteurin Sonja Penzel: »Der Trend steigender Straßenverkehrsunfälle unter dem Einfluss berauschender Substanzen setzt sich fort. Seit der Cannabislegalisierung im April 2024 und der Anhebung des Grenzwertes auf 3,5 ng/ml Blutserum im August 2025 ist die Sensibilisierung der Verkehrsteilnehmer wichtiger denn je. Fahren unter Alkohol oder anderen berauschenden Mitteln steht unter Strafe, weil das rücksichtslose Verhalten andere gefährdet. Die Polizei kontrolliert regelmäßig auf Drogen und Alkohol.«
Besonders gefährdete Verkehrsteilnehmer und Hauptunfallverursacher
Im Jahr 2025 stieg die Zahl der verunglückten Radfahrer um 3,9 % auf 4.753 und die der Elektrokleinstfahrzeugnutzer um 9,3 % auf 200 Personen.
Die Hauptverursacher von Verkehrsunfällen mit Personenschaden waren 2025 Nutzer von Pkw (59,8 %), Fahrrädern (20,5 %) und motorisierten Krafträdern (8,3 %).
Polizei als wesentlicher Akteur der Verkehrssicherheit
Durch die Polizei Sachsen 2025 festgestellte Verkehrsordnungswidrigkeiten und -delikte:
- 10.142 Fahrzeugführer unter dem Einfluss von Alkohol und/oder anderen berauschenden Mitteln (+1,4 %)
- 260.681 Geschwindigkeitsverstöße (-11,2 %)
- 4.664 Abstandsverstöße auf Autobahnen (+28,2 %)
- 9.292 Handyverstöße (+0,3 %)
- 5.367 Rotlichtverstöße (-0,8 %)
- 1.865 Verstöße gegen das Überholverbot (+17,3 %)
Inspekteurin Sonja Penzel: »Verkehrssicherheitsarbeit ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Sie erfordert eine enge Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure. Die sächsische Polizei leistet ihren Beitrag unter anderem durch Unfallanalysen zum Erkennen von Schwerpunkten, Unterstützung der Radfahrausbildung an Schulen sowie durch regelmäßig Aktionstage und moderne Verkehrsüberwachungsmaßnahmen. Verkehrssicherheit braucht das Engagement aller – nur durch gemeinsame Anstrengungen lassen sich Unfälle nachhaltig reduzieren.«
Hintergrund
Im Jahr 2025 wurden in Sachsen insgesamt 98.154 Verkehrsunfälle registriert, was einem rechnerischen Anstieg von 0,7 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Trotz dieser Zunahme ist die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden um 0,4 % auf 13.289 gesunken.
Die Zahl der Verunglückten verringerte sich um 2,4 % auf insgesamt 16.453. Dieser Rückgang zeigt sich besonders deutlich bei den Schwerverletzten (-8,0 %). Die Zahl der im Straßenverkehr Getöteten blieb mit 143 nahezu konstant.
Die häufigsten Ursachen für Verkehrsunfälle mit Personenschaden waren 2025 erneut:
- nicht angepasste Geschwindigkeit (11,5%)
- Vorfahrtsverletzungen (10,3%)
- ungenügender Sicherheitsabstand (9,5 %).