Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 - Polizeidirektion Chemnitz
01.04.2026, 14:07 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Medieninformation der Polizeidirektion Chemnitz Nr. 115|2026
(975) Im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Chemnitz wurden im Jahr 2025 insgesamt 45.994 Straftaten registriert. 29.036 Fälle konnten aufgeklärt werden. Die Aufklärungsquote beträgt somit 63,1 Prozent.
Rein rechnerisch entfielen 5.345 Fälle (+ 161) auf jeweils 100.000 Einwohner (Häufigkeitszahl).
In der Gesamtbetrachtung ist die Anzahl der Straftaten gegenüber dem Vorjahr um 484 Fälle (1,1 Prozent) angestiegen.
Im Bereich der allgemeinen Kriminalität stieg die Fallzahl um 978 auf nun 44.179 Fälle. Von diesen wurden 27.275 Taten aufgeklärt, was einer Aufklärungsquote von 61,7 Prozent entspricht.
Gegen das Aufenthalts-, Asyl- und Freizügigkeitsgesetz sind mit 1.815 Straftaten erneut deutlich weniger Fälle (- 494) aktenkundig. Die Aufklärungsquote beträgt hierbei
97,0 Prozent. Der Rückgang bei Straftaten gegen das Aufenthalts-, Asyl- und Freizügigkeitsgesetz um insgesamt 21,4 Prozent der Fälle ist sowohl in der Stadt Chemnitz als auch in den Landkreisen ersichtlich. Aufgrund der Erstaufnahmeeinrichtung in Chemnitz und des Grenzbezugs im Erzgebirgskreis weisen diese Regionen weiterhin deutlich höhere Fallzahlen als der Landkreis Mittelsachsen auf.
Polizeipräsident Carsten Kaempf (57): »Für das Jahr 2025 müssen wir insgesamt im Direktionsbereich Chemnitz einen Anstieg bei den Fallzahlen feststellen. Doch die Entwicklung ist regional unterschiedlich. Während Chemnitz einen Zuwachs verzeichnet, sind die Fallzahlen in den Landkreisen eher rückläufig. Sichtbar ist, dass sich die Kriminalität in städtischen Bereichen anders entwickelt als in ländlich geprägten Gebieten.
Besonderes Augenmerk widmen wir der Entwicklung bei den Körperverletzungs- und Raubdelikten. Gerade bei den Raubdelikten treten vermehrt Jugendliche und auch Kinder als Täter in Erscheinung. Dies beobachten wir bereits seit einigen Jahren, obgleich sich die Quantität als auch die Qualität der Tathandlungen nochmals erhöht hat. Trotz intensiver Zusammenarbeit mit unseren Partnern bei Städten und Landkreisen sowie der Justiz stehen wir hier weiter vor großen Herausforderungen. Auch wenn wir als Polizei ad hoc mit Einsatz- und Ermittlungsmaßnahmen, wie beispielsweise der Ermittlungsgruppe Recon, reagieren können, sind hier alle Verantwortlichen weiter gefordert, Maßnahmen für eine dauerhafte Veränderung herbeizuführen.
Auch die steigenden Fallzahlen bei Körperverletzungen und Bedrohungen stimmen mich besorgt, denn es zeigt, dass Konflikte leider nicht im respektvollen Umgang und durch Kommunikation gelöst werden, sondern oft in Drohungen und Tätlichkeiten münden. Die steigenden Zahlen bei Widerstandshandlungen und tätlichen Angriffen auf Polizistinnen und Polizisten oder auch Rettungskräfte sind auch ein Beleg dafür.
Ebenso müssen wir einen deutlichen Anstieg bei Betrugsdelikten und damit einhergehenden Millionenschäden feststellen. Betrüger gehen immer raffinierter vor und nutzen zunehmend modernste Technik und künstliche Intelligenz, um sich zu bereichern. Trotz gebotener Vorsicht wird es immer schwerer, Betrügereien zu erkennen um nicht zu Schaden zu kommen.«
Im Bereich der Polizeidirektion Chemnitz wurden 2024 10.869 Personen Opfer einer Straftat. Betroffen waren zu 58,2 Prozent männliche und zu 41,8 Prozent weibliche Personen.
Der gemeldete finanzielle Schaden betrug insgesamt ca. 38,4 Millionen Euro
(ca. + 17,2 Millionen). Davon entstanden etwa 17,3 Millionen Euro durch Diebstahlshandlungen (ca. + 4,3 Millionen), etwa 15,1 Millionen Euro Schaden durch Betrugsdelikte (ca. + 2,7 Millionen) und etwa 7,8 Millionen Euro durch Wirtschaftskriminalität (ca. - 3,8 Millionen).
Insgesamt wurden 18.374 Tatverdächtige ermittelt, davon 6.089 nichtdeutsche Tatverdächtige, wobei etwa ein Drittel der nichtdeutschen Tatverdächtigen
(1.629/26,8 Prozent) gegen Bestimmungen des Aufenthalts-, Asyl- und Freizügigkeitsgesetzes verstieß.
Für Straftaten der allgemeinen Kriminalität wurden insgesamt 16.917 Tatverdächtige ermittelt, 4.631 nichtdeutsche Tatverdächtige (27,4 Prozent).
Bei den insgesamt 18.374 Tatverdächtigen handelt es sich um 14.419 Erwachsene,
1.250 Heranwachsende, 1.732 Jugendliche sowie 973 Kinder.
Betrachtet man nur die 16.917 Tatverdächtigen zu Straftaten der allgemeinen Kriminalität, so sind 13.268 Erwachsene, 1.145 Heranwachsende, 1.687 Jugendliche und 817 Kinder erfasst.
Entwicklungen in den verschiedenen Obergruppen
Straftaten gegen das Leben
In dieser Obergruppe ist ein Anstieg um zwei Taten auf nun 15 zu verzeichnen. Bei genauer Betrachtung ist jedoch ersichtlich, dass sich acht der 15 in die Statistik eingeflossenen Fälle bereits im Jahr 2024 ereigneten, sieben wurden im Jahr 2025 begangen. Die Fallzahl in dieser Obergruppe beinhaltet fünf Versuchshandlungen.
Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung
In dieser Obergruppe sind die Fallzahlen um 191 auf nun 1.008 Fällen gesunken. Die höchsten Fallzahlen entfallen wie in den Vorjahren auf Delikte der Verbreitung von pornografischen Inhalten (u.a. Kinder- und Jugendpornografie), sexuelle Belästigung sowie sexueller Missbrauch von Kindern.
Rohheitsdelikte/Straftaten gegen die persönliche Freiheit
Mit nun insgesamt 7.906 Fällen ist die Anzahl der registrierten Delikte im Jahr 2025 erneut gestiegen (+ 397 Fälle). Fast 80 Prozent dieser Fälle entfallen auf vorsätzliche einfache Körperverletzungen (3.248), Bedrohungen (1.645) sowie gefährliche und schwere Körperverletzungen (1.417). Die Zahl der Raubdelikte stieg um 32,9 Prozent auf nun
396 Fälle.
Diebstahlsdelikte
Die Zahl der Diebstähle ist minimal auf nun 13.562 Fälle gestiegen. Diebstahlsdelikte machen insgesamt etwa 29,5 Prozent der Gesamtkriminalität im Bereich der Polizeidirektion Chemnitz aus. Im Bereich des Diebstahls ohne erschwerende Umstände ist ein Anstieg um 309 Fälle ersichtlich. Der Diebstahl unter erschwerenden Umständen weist einen Rückgang um 203 Fälle aus.
Die Anzahl der Wohnungseinbrüche ist 2025 minimal auf 396 Fälle (- 9 Fälle) gesunken. Bei 150 dieser Fälle blieb die Tat im Versuchsstadium stecken. Unter den erfassten Wohnungseinbrüchen sind 179 Fälle des Tageswohnungseinbruchs, bei dem die Tatzeit zwischen 06:00 Uhr und 21:00 Uhr liegt.
Im Bereich der Diebstahlshandlungen rund um das Kfz ist in allen Bereichen ein Rückgang zu verzeichnen. So ging die Fallzahl bei Diebstählen von Kraftwagen auf 146 zurück (- 21). Die Fallzahl bei Diebstählen motorisierter Zweiräder (Mopeds und Krafträder) sank leicht auf 138 Fälle (- 11). Die Anzahl der Diebstähle an oder aus Kraftfahrzeugen ist auf 1.121 Fälle
(- 88) gesunken.
Die Anzahl von Fahrraddiebstählen ist etwa gleichgeblieben (1.324 Fälle/+ 11).
Die Fälle von Ladendiebstählen sind um 75 Fälle auf nun 3.344 leicht gesunken. Hingegen ist die Zahl der Taschendiebstähle wieder deutlich auf 323 Fälle angestiegen (+ 128 Fälle).
Vermögens- und Fälschungsdelikte
Die Zahl der Vermögens- und Fälschungsdelikte ist deutlich um 17,2 Prozent auf 7.527 Fälle gestiegen (+ 1.105). In dieser Straftatenobergruppe weisen sonstige Betrugsfälle
(2.132 Fälle), Erschleichen von Leistungen (1.591 Fälle), der Waren- und Warenkreditbetrug (1.292 Fälle) sowie Unterschlagungen (1.126 Fälle) die höchsten Fallzahlen auf.
Sonstige Straftaten nach StGB
Die Zahl der sonstigen Straftaten nach Strafgesetzbuch ist um 4,0 Prozent auf nun
12.004 Fälle gestiegen. Über die Hälfte dieser Taten entfallen mit 6.584 auf Sachbeschädigungen. Darunter befinden sich 1.591 Sachbeschädigungen an Kfz und
1.661 sonstige Sachbeschädigungen auf Straßen, Wegen und Plätzen. 1.475 Fälle bzw.
22,4 Prozent dieser Sachbeschädigungen waren Graffitistraftaten, bei welchen ein Anstieg um 171 Fälle im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen ist.
Ebenso fallen 1.848 Fälle (+ 59) der Beleidigung sowie 334 Fälle (+ 54) des Widerstandes gegen oder Angriffes auf die Staatsgewalt in diesen Straftatenbereich.
Straftaten gegen strafrechtliche Nebengesetze
In der Obergruppe der strafrechtlichen Nebengesetze sind auch in 2025 erhebliche Veränderungen aufgetreten. Zum einen ist die Zahl der Straftaten gegen das Aufenthalts-, Asyl- oder Freizügigkeitsgesetz erneut deutlich zurückgegangen (- 494 Fälle/- 21,4 Prozent). Zum anderen wirkt sich die Einführung des Cannabisgesetzes und der einhergehenden Änderung des Betäubungsmittelgesetzes abermals deutlich auf einen Rückgang der Fallzahlen aus.
2025 wurden 1.304 Rauschgiftdelikte und damit 840 Fälle weniger erfasst als im Vorjahr. Im Bereich des Betäubungsmittelgesetzes dominieren weiterhin die allgemeinen Verstöße, sogenannte Konsumentendelikte, mit insgesamt 714 Fällen. 2025 sind keine Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz im Bereich Cannabis mehr enthalten. Dahingegen hat sich die Zahl der Verstöße gegen das Konsumcannabisgesetz nahezu verdoppelt (392/2025 gegenüber 198/2024). Die Zahl der allgemeinen Verstöße mit Crystal ist auf 514 angestiegen (+ 97 Fälle).
Die Fallzahl bei unerlaubtem Handel und/oder Schmuggel von Betäubungsmitteln ging erneut deutlich auf nun 96 Fälle zurück.
Entwicklungen in den verschiedenen Kriminalitätsbereichen
Gewaltkriminalität (Summenschlüssel)
Im Bereich der Gewaltkriminalität ist die Anzahl der Fälle um 292 Fälle auf 1.892 gestiegen. Das Gros der Delikte im Bereich der Gewaltkriminalität sind erneut gefährliche und schwere Körperverletzungen (1.417) sowie Raub bzw. räuberische Erpressung (396).
Straßenkriminalität (Summenschlüssel)
Im Bereich der Straßenkriminalität ist ein leichter Rückgang ersichtlich. Die Zahl der hier zusammengefassten Delikte sank um 280 auf nun 7.009. 3.252 dieser Fälle entfallen auf Sachbeschädigungen an Kfz sowie sonstigen Sachbeschädigungen auf Straßen. Anstiege der Fallzahlen weisen gefährliche und schwere Körperverletzungen (742 Fälle/+ 126) auf Straßen und Taschendiebstähle (323 Fälle/+ 128) auf.
Ergänzung zur Art der Statistik
Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) spiegelt das polizeiliche Ermittlungsergebnis zum Zeitpunkt der Aktenabgabe an die Staatsanwaltschaft oder das Gericht wider. Sie beinhaltet je nach Länge der Bearbeitungsdauer auch Straftaten zurückliegender Zeiträume. Delikte, zu denen die Ermittlungen noch laufen, fehlen dagegen.
Die PKS enthält die der Polizei bekannt gewordenen und bearbeiteten rechtswidrigen Straftaten einschließlich der mit Strafe bedrohten Versuche.
In der PKS werden die von Polizei, Zoll und Bundespolizei bearbeiteten (Straf-)Taten nach bundeseinheitlichen Richtlinien erfasst. Die Auswertung erfolgt territorial, unabhängig davon, durch welche Organisation die Bearbeitung erfolgt.
Nicht enthalten sind Staatsschutzdelikte, Verkehrsdelikte, Ordnungswidrigkeiten sowie Delikte, die nicht zum Aufgabenbereich der Polizei gehören (z. B. Finanz- und Steuerdelikte).
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Pressesprecherin Jana UlbrichtTelefon: +49 371 387 2020E-Mail: medien.pd-c@polizei.sachsen.deThemen
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- Präsentation PKS 2025 PD Chemnitz (PDF; 1 MB)
- Präsentation PKS 2025 Erzgebirgskreis (PDF; 1 MB)
- Präsentation PKS 2025 Stadt Chemnitz (PDF; 1 MB)
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