Polizeiliche Kriminalstatistik Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge

01.04.2026, 10:16 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Medieninformation Polizeidirektion Dresden Nr. 165|26

Autor: Thomas Geithner (tg)

Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge

Polizeiliche Kriminalstatistik 2025

Eckpunkte der Kriminalitätsentwicklung
(Anlage 1)

1. Allgemeinkriminalität

Im Jahr 2025 wurden im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge 9.593 Straftaten der Allgemeinkriminalität polizeilich registriert (2024: 10.277). Die Aufklärungsquote stieg auf 62,7 Prozent (2024: 61,4 Prozent).

Polizeipräsident Lutz Rodig (62): »Die Entwicklung der Kriminalität im Landkreis zeigt ein differenziertes Bild: Insgesamt sind die Fallzahlen spürbar zurückgegangen. Das spricht für die Arbeit der Polizei, aber auch für präventive Maßnahmen und eine gute Zusammenarbeit mit den Kommunen. Gleichzeitig sehen wir, dass bestimmte Deliktsbereiche, wie die Gewaltkriminalität, an Intensität gewinnen und die Schadenssummen steigen. Kriminalität wird damit zumindest folgenschwerer und komplexer. Genau hier setzen wir an: Wir werden unsere Analysefähigkeit weiter stärken und noch gezielter dort eingreifen, wo sich Risiken verdichten.«

Im Jahr 2025 wurden 4.741 Tatverdächtige ermittelt, davon waren 79,3 Prozent männlichen und 20,7 Prozent weiblichen Geschlechts.

Bei 77,2 Prozent der Tatverdächtigen handelt es sich um Erwachsene (2024: 77,3 Prozent). Heranwachsende hatten mit 6,9 Prozent einen im Vergleich zu 2024 (6,7 Prozent) fast unveränderten Anteil an der Gesamtzahl aller Tatverdächtigen.

Der Anteil jugendlicher Tatverdächtiger blieb mit 10,8 Prozent tendenziell gleich (2024: 10,7 Prozent).

Der Anteil von Kindern als Tatverdächtige sank im Jahr 2025 auf 5,1 Prozent (2024: 5,3 Prozent).

Der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger an allen ermittelten Tatverdächtigen (ohne ausländerrechtliche Verstöße) stieg von 27,4 Prozent im Jahr 2024 auf 31,3 Prozent im Jahr 2025. Überproportional hoch lag deren Anteil im Jahr 2025 bei räuberischen Diebstählen (62,5 Prozent) und Diebstahlsdelikten unter erschwerenden Umständen in/aus Geschäften/Kiosken (67,6 Prozent).

Die Zahl der Opfer von Straftaten im Jahr 2025 stieg gegenüber dem Vorjahr auf 2.547 (2024: 2.403). 58,8 Prozent der Opfer (1.498) waren männlichen und 41,2 Prozent (1.049) weiblichen Geschlechts.

Beim überwiegenden Teil der Opfer handelte es sich um Erwachsene (1.781). Von den 766 nichterwachsenen Opfern waren 307 Kinder, 289 Jugendliche und 170 Heranwachsende. 191 Opfer einer Straftat waren 60 Jahre oder älter.

Der durch Kriminalität verursachte finanzielle Schaden stieg 2025 um 33,5 Prozent auf rund 13,8 Millionen Euro (2024: 9,2 Millionen Euro) an. Der größte Anteil entfällt im Jahr 2025 mit ca. 5,5 Millionen auf Insolvenzverschleppungen (2024: 1,4 Millionen Euro), gefolgt von Diebstahlsdelikten unter erschwerenden Umständen mit ca. 2,8 Millionen Euro (2024: 3,7 Millionen Euro) und Betrugsdelikten mit 2,4 Millionen Euro (2024: 2,8 Millionen Euro).

2. Ausländerrechtliche Verstöße

Auch die Anzahl ausländerrechtlicher Verstöße ist im Jahr 2025 erheblich zurückgegangen; von 7.800 Fällen im Jahr 2024 auf 3.018 Fälle im vergangenen Jahr.

Lutz Rodig: »Das zeigt die Wirksamkeit der wiedereingeführten Grenzkontrollen und unserer erhöhten Präsenz im grenznahen Raum.«

Ausgewählte Phänomen- bzw. Deliktsbereiche

Gewaltkriminalität

Die Zahl der Gewaltstraftaten ist im Vergleich zum Vorjahr wieder angestiegen; auf 359 Fälle (2024: 283). Weitere Informationen zur Entwicklung der Gewaltkriminalität können der Anlage 2 entnommen werden.

Lutz Rodig: »Den Anstieg der Gewaltkriminalität nehmen wir ernst. Wir beobachten insbesondere eine zunehmende Eskalationsbereitschaft bei Konflikten, die schneller in körperliche Auseinandersetzungen münden. Ursachen sehen wir unter anderem in gesellschaftlichen Spannungen, sinkenden Hemmschwellen und einem veränderten Konfliktverhalten. Dem begegnen wir mit verstärkter Präsenz an bekannten Brennpunkten, konsequenter Strafverfolgung und dem Ausbau von Präventionsangeboten – insbesondere in Zusammenarbeit mit Schulen und sozialen Trägern.«

74,9 Prozent aller registrierten Gewaltdelikte im Jahr 2025 waren gefährliche und schwere Körperverletzungen. Dahinter stehen 269 Straftaten (2024: 213).

Einen leichten Anstieg gab es auch bei den Raubstraftaten. So wurden 2025 insgesamt 54 Raubstraftaten (2024: 51) registriert. Weitere Informationen zur Entwicklung der Raubstraftaten können der Anlage 3 entnommen werden.

Im Jahr 2025 wurden sieben Tötungsdelikte (2024: 3) sowie 28 Fälle von Vergewaltigung, sexueller Nötigung und sexueller Übergriffe im besonders schweren Fall einschließlich mit Todesfolge (2024: 16) registriert.

Im Bereich der Gewaltkriminalität wurden insgesamt 413 Tatverdächtige ermittelt, was einer Aufklärungsquote von 90,5 Prozent entspricht (2024: 86,2 Prozent). Bei 133 Tatverdächtigen (2024: 97) handelt es sich um Nichtdeutsche. Dies entspricht einem Anteil von 32,2 Prozent (2024: 31,1 Prozent) an der Gesamtzahl der ermittelten Tatverdächtigen in diesem Deliktsbereich.

Jugendkriminalität

Im Jahr 2025 wurden 1.309 Fälle der Jugendkriminalität polizeilich bekannt. Dies entspricht etwa dem Niveau des Jahres 2024 (1.280 Fälle).

Mehr Jugendstraftaten gab es insbesondere bei einfachen Körperverletzungen (2025: 169; 2024: 144), gefährlichen Körperverletzungen (2025: 99; 2024: 62) sowie bei Beleidigungen (2025: 58; 2024: 42) und Bedrohungen (2025: 81; 2024: 66).

Einen deutlichen Rückgang gab es innerhalb der Jugendkriminalität bei Rauschgiftdelikten (-51,2 Prozent) und Sachbeschädigungen (-14,7 Prozent).

Lutz Rodig: »Die Entwicklung bei der Jugendkriminalität zeigt, dass wir es verstärkt mit Konflikt- und Gewaltdelikten zu tun haben. Häufig spielen Gruppendynamiken, soziale Medien und mangelnde Konfliktlösungskompetenzen eine Rolle. Unser Ansatz ist hier ganzheitlich: Wir reagieren konsequent auf Straftaten und investieren in Prävention – digital und vor Ort. Die enge Kooperation mit Schulen sowie die frühzeitige Ansprache gefährdeter Jugendlicher sind entscheidend, um kriminelle Karrieren gar nicht erst entstehen zu lassen.«

Weitere Informationen zur Entwicklung der Jugendkriminalität können der Anlage 4 entnommen werden.

Eigentumskriminalität

Im Jahr 2025 wurden im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge insgesamt 2.462 Diebstahlsdelikte (2024: 2.962) registriert. Die Aufklärungsquote ist auf 41,2 Prozent gestiegen (2024: 35,4 Prozent).

Weitere Informationen zur Entwicklung der Diebstahlsdelikte können Anlage 5 entnommen werden.

Im Jahr 2025 konnten insgesamt 808 Tatverdächtige ermittelt werden (2024: 852)

Schwerpunkte im Bereich der Eigentumskriminalität sind nach wie vor die Diebstähle in/aus Geschäften und Kiosken mit 576 Fällen (2024: 616) sowie Ladendiebstähle mit 434 Fällen (2024: 469).

Im Jahr 2025 wurden 65 Fälle des Diebstahls von Kraftfahrzeugen, einschließlich des unbefugten Gebrauchs registriert (2024: 68). 21 Fälle konnten aufgeklärt werden, was einer Aufklärungsquote von 32,3 Prozent entspricht.

Im Jahr 2025 wurden 156 Diebstähle in/aus Wohnungen erfasst. Das entspricht einem Rückgang von 26,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2024: 213). Bei rund der Hälfte dieser Fälle (65) handelte es sich um Wohnungseinbrüche (2024: 113). In 28 Fällen lag ein Tageswohnungseinbruch mit einer Tatzeit zwischen 6 Uhr und 21 Uhr vor (2024: 58).

Um 48,3 Prozent sanken die Diebstähle in/aus Boden/Kellern/Waschküchen; von 259 Fällen im Jahr 2024 auf 134 Fälle im Jahr 2025.

Rauschgiftkriminalität

Im Jahr 2025 sank die Rauschgiftkriminalität weiter auf 307 Fälle (2024: 364) und stellt damit den niedrigsten Wert der vergangenen zehn Jahre dar. Weitere Informationen zur Entwicklung der Rauschgiftkriminalität können der Anlage 6 entnommen werden.

Lutz Rodig: »Die Rückgänge in der Statistik spiegeln nicht zwangsläufig eine tatsächliche Verbesserung der Sicherheitslage wider, sondern sind vor allem Ausdruck gesetzlicher Anpassungen in Form des Konsumcannabisgesetzes. Für uns bedeutet das, noch genauer hinzuschauen, Entwicklungen differenziert zu bewerten und unsere Maßnahmen entsprechend anzupassen.«

Die Aufklärungsquote bei der Rauschgiftkriminalität betrug 97,4 Prozent (2024: 96,4 Prozent). Die Zahl der ermittelten Tatverdächtigen lag bei 288 (2024: 351). Es wurden insgesamt 257 männliche (2024: 289) und 31 weibliche Tatverdächtige (2024: 62) ermittelt. Der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger stieg gegenüber dem Vorjahr auf 48,3 Prozent an (2024: 34,8 Prozent).

Die Zahl der allgemeinen Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz (Konsumentendelikte) sank deutlich auf nunmehr 116 Straftaten (2024: 235). Hinzu kommen 142 Verstöße gegen das Konsumcannabisgesetz.

Die meisten Rauschgiftdelikte wurden, wie in den zurückliegenden Jahren, im Zusammenhang mit Cannabis und dessen Zubereitung registriert (2025: 142; 2024: 184). Delikte im Zusammenhang mit Methamphetamin in kristalliner Form (Crystal) wurden in 70 Fällen polizeilich bekannt (2024: 74).

Vermögens- und Fälschungsdelikte

Die Anzahl der Vermögens- und Fälschungsdelikte ging im vergangenen Jahr leicht zurück; auf 1.766 Straftaten (2024: 1.797). Die Aufklärungsquote lag bei 61,3 Prozent (2024: 71,4 Prozent). Insgesamt konnten 993 Tatverdächtige ermittelt werden, davon waren 40,2 Prozent nichtdeutsche Tatverdächtige (2024: 38,7 Prozent).

Beim Betrug stiegen die Fallzahlen leicht an; auf 1.201 Fälle (2024: 1.187).

Cybercrime

Die Zahl der Cybercrimestraftaten ist im zurückliegenden Jahr um 44 Straftaten bzw. 37,9 Prozent auf 160 Straftaten angestiegen (2024: 116 Straftaten). Bei einer Aufklärungsquote von 32,5 Prozent (2024: 54,3 Prozent) wurden insgesamt 48 Tatverdächtige (2024: 53) ermittelt.

122 Fälle aller im Jahr 2025 registrierten Cybercrimestraftaten waren Computerbetrug (2024: 94); in 25 Fällen kam es zu Ausspähen oder Abfangen von Daten bzw. Datenhehlerei (2024: 14).

Lutz Rodig: »Der deutliche Anstieg im Bereich Cybercrime zeigt, dass sich Kriminalität zunehmend in den digitalen Raum verlagert. Täter agieren hier oft anonym, international und technisch versiert, was die Aufklärung erschwert. Gleichzeitig nutzen sie gezielt Unsicherheiten und mangelndes Wissen aus. Deshalb investieren wir verstärkt in die Spezialisierung unserer Ermittler und setzen auf die Aufklärung der Bevölkerung. Prävention ist hier ein entscheidender Schlüssel – etwa durch Sensibilisierung für Betrugsmaschen und den sicheren Umgang mit digitalen Daten.«

Sachbeschädigung

Die Anzahl der Sachbeschädigungen sank im Jahr 2025 auf 1.302 Fälle (2024: 1.411 Fälle). Die Aufklärungsquote lag bei 23,3 Prozent (2024: 27,9 Prozent).

Gestiegen sind hingegen die Fallzahlen bei Graffiti als Sonderform der Sachbeschädigung; von 262 Fällen im Jahr 2024 auf 361 Fälle in 2025.

Weitere Übersichten zur allgemeinen Kriminalitätsentwicklung können den Anlagen 7 und 8 entnommen werden. (tg)


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