Polizeiliche Kriminalstatistik Landkreis Meißen

01.04.2026, 10:12 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Medieninformation Polizeidirektion Dresden Nr. 164|26

Autor: Thomas Geithner (tg)

Landkreis Meißen

Polizeiliche Kriminalstatistik 2025

Eckpunkte der Kriminalitätsentwicklung
(Anlage 1)

1. Allgemeinkriminalität

Im Jahr 2025 wurden im Landkreis Meißen 12.134 Straftaten der Allgemeinkriminalität polizeilich registriert (2024: 12.102). Die Aufklärungs-quote stieg auf 60,1 Prozent (2024: 58,4 Prozent).

Polizeipräsident Lutz Rodig (62): »Die Kriminalitätslage im Landkreis Meißen zeigt sich insgesamt stabil, bei gleichzeitig steigender Aufklärungsquote. Das ist ein Beleg für unsere wirksame Arbeit. Gleichzeitig verändert sich Kriminalität: Sie wird in Teilen komplexer, verursacht höhere Schäden und verlagert sich zunehmend in den digitalen Raum. Unser Anspruch ist es, auf diese Entwicklungen flexibel zu reagieren und unsere Strategien konsequent weiterzuentwickeln.«

Insgesamt wurden 5.373 Tatverdächtige (2024: 5.048) ermittelt, davon waren 68,9 Prozent männlichen und 31,1 Prozent weiblichen Geschlechts.

Bei 82,4 Prozent der Tatverdächtigen handelt es sich um Erwachsene (2024: 81,3 Prozent). Heranwachsende hatten mit 5,3 Prozent einen im Vergleich zu 2024 (5,8 Prozent) geringeren Anteil an der Gesamtzahl aller Tatverdächtigen.

Der Anteil jugendlicher Tatverdächtiger sank im zurückliegenden Jahr auf 8,4 Prozent (2024: 8,9 Prozent).

Auch der Anteil von Kindern als Tatverdächtige sank im zurückliegenden Jahr leicht; von 4,1 Prozent im Jahr 2024 auf 3,9 Prozent im Jahr 2025.

Der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger an allen ermittelten Tatverdächtigen (ohne ausländerrechtliche Verstöße) sank von 18,9 Prozent im Jahr 2024 auf 17,2 Prozent im Jahr 2025.

Überproportional hoch lag deren Anteil im Jahr 2025 bei Erschleichen von Leistungen (41,0 Prozent) und Diebstahlsdelikten unter erschwerenden Umständen in/aus Geschäften/Kiosken (41,8 Prozent).

Die Zahl der Opfer von Straftaten sank gegenüber dem Vorjahr leicht auf 2.620 (2024: 2.642). 55,2 Prozent der Opfer (1.446) waren männlichen und 44,8 Prozent (1.174) weiblichen Geschlechts.

Beim überwiegenden Teil der Opfer handelte es sich um Erwachsene (1.867). Von den 753 nichterwachsenen Opfern waren 290 Kinder, 293 Jugendliche und 170 Heranwachsende. 237 Opfer einer Straftat waren 60 Jahre oder älter.

Der durch Kriminalität registrierte finanzielle Schaden stieg um 29,8 Prozent auf rund 13,6 Millionen Euro an (2024: 9,5 Millionen Euro). Der größte Anteil entfällt im Jahr 2025 mit ca. 5,3 Millionen Euro auf Diebstahlsdelikte unter erschwerenden Umständen (2024: 3,2 Millionen. Euro), gefolgt von Betrugsdelikten mit 2,3 Millionen Euro (2024: 2,7 Millionen Euro).

2. Ausländerrechtliche Verstöße

Auch die Anzahl ausländerrechtliche Verstöße ist im Jahr 2025 erheblich zurückgegangen; von 93 Fällen im Jahr 2024 auf 38 Fälle im vergangenen Jahr.

Ausgewählte Phänomen- bzw. Deliktsbereiche

Gewaltkriminalität

Die Zahl der Gewaltstraftaten sank im Vergleich zu 2024 um 8,8 Prozent auf nunmehr 340 Straftaten (2024: 370 Straftaten).
Weitere Informationen zur Entwicklung der Gewaltkriminalität können der Anlage 2 entnommen werden.

Lutz Rodig: »»Der Rückgang der Gewaltkriminalität ist ein positives Signal. Gleichzeitig zeigt der hohe Anteil schwerer Körperverletzungen, dass Konflikte weiterhin mit erheblicher Intensität ausgetragen werden. Ursachen liegen häufig in eskalierenden Alltagssituationen. Deshalb setzen wir neben konsequenter Strafverfolgung verstärkt auf Prävention, insbesondere durch Zusammenarbeit mit Kommunen, Schulen und sozialen Einrichtungen, um Gewalt frühzeitig zu verhindern.«

Im Bereich der Gewaltkriminalität wurden insgesamt 337 Tatverdächtige ermittelt, was einer Aufklärungsquote von 84,7 Prozent entspricht. Bei 98 Tatverdächtigen handelt es sich um Nichtdeutsche (2024: 105). Dies entspricht einem Anteil von 29,1 Prozent (2024: 27,9 Prozent) an der Gesamtzahl der ermittelten Tatverdächtigen in diesem Deliktsbereich.

76,8 Prozent aller registrierten Gewaltdelikte im Jahr 2025 waren gefährliche und schwere Körperverletzungen. Dahinter stehen 261 Straftaten.

Die Anzahl der Raubdelikte blieb nahezu unverändert. So wurden 2025 insgesamt 57 Raubstraftaten (2024: 58) registriert. Weitere Informationen zur Entwicklung der Gewaltkriminalität können der Anlage 3 entnommen werden.

Im Jahr 2025 wurden zwei Mord- und Totschlagdelikte registriert (2024: 0) sowie 20 Fälle von Vergewaltigung, sexueller Nötigung und sexueller Übergriffe im besonders schweren Fall einschließlich mit Todesfolge (2024: 22).

Jugendkriminalität

Die Jugendkriminalität ist im vergangenen Jahr auf 1.101 Fälle gesunken (2024: 1.217).

Mehr Jugendstraftaten gab es insbesondere bei einfachen Körperverletzungen (2025: 153; 2024: 130) sowie Beleidigung (2025: 62; 2024: 47). Einen deutlichen Rückgang gab es bei Rauschgiftdelikten (2025: 37; 2024: 85) und Sachbeschädigungen (2025: 97; 2024: 160).

Lutz Rodig: »Die Entwicklung bei der Jugendkriminalität zeigt zwei Seiten: Entgegen dem bundesweiten Trend gehen die Zahlen zurück. Gleichzeitig beobachten wir eine Verschiebung hin zu mehr Konflikt- und Gewaltdelikten unter Jugendlichen. Hier spielen soziale Dynamiken, Gruppeneinflüsse und Kommunikationsverhalten eine große Rolle. Unsere Philosophie ist klar: frühzeitige Ansprache, enge Kooperation mit Schulen und Jugendhilfe sowie gezielte Maßnahmen, um Konfliktlösungsfähigkeiten zu stärken.«

Weitere Informationen zur Entwicklung der Jugendkriminalität können der Anlage 4 entnommen werden.

Eigentumskriminalität

Im Jahr 2025 wurden im Landkreis Meißen insgesamt 3.715 Diebstahlsdelikte registriert (2024: 3.769). Die Aufklärungsquote lag bei 33,5 Prozent (2024: 29,4 Prozent). Weitere Informationen zur Entwicklung der Diebstahlsdelikte können Anlage 5 entnommen werden.

Im Jahr 2025 konnten bei Diebstahlsdelikten (gesamt) insgesamt 912 Tatverdächtige (2024: 889) ermittelt werden.

Schwerpunkte im Bereich de Eigentumskriminalität sind nach wie vor Diebstähle in/aus Geschäften oder Kiosken (2025: 776; 2024: 660) sowie Diebstähle von Fahrrädern einschließlich des unbefugten Gebrauchs (2025: 652; 2024: 545).

Im Jahr 2025 wurden 236 Diebstähle in/aus Wohnungen erfasst (2024: 230). Bei 147 dieser Fälle handelte es sich um Wohnungseinbrüche (2024: 112). In 61 Fällen lag ein Tageswohnungseinbruch mit einer Tatzeit zwischen 6 Uhr und 21 Uhr vor (2024: 64).

Im Jahr 2025 wurden 51 Fälle des Diebstahls von Kraftfahrzeugen, einschließlich des unbefugten Gebrauchs, registriert (2024: 57).

Ein deutlicher Rückgang ist bei Diebstahlsdelikten an/aus Kraftfahrzeugen registriert worden. Von 504 Straftaten im Jahr 2024 sanken die erfassten Fälle im Jahr 2025 auf 383 Straftaten, was einem Rückgang von 24 Prozent entspricht.
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Bei Ladendiebstählen stiegen die Fallzahlen im Vergleich zum Vorjahr um 22,8 Prozent an (2025: 577; 2024: 470).

Rauschgiftkriminalität

Im Jahr 2025 sank die Rauschgiftkriminalität deutlich auf 277 Fälle (2024: 442) und stellt den niedrigsten Wert der vergangenen zehn Jahre dar.

Lutz Rodig: »Die Auswirkungen des Konsumcannabisgesetzes zeigen sich deutlich in der Kriminalstatistik, stellen uns aber gleichzeitig vor neue Herausforderungen. Rückläufige Fallzahlen in diesem Bereich sind in erster Linie auf die veränderte Rechtslage zurückzuführen und lassen sich daher nur eingeschränkt als tatsächlicher Rückgang von Kriminalität bewerten. Für die polizeiliche Praxis bedeutet das eine höhere Komplexität in der rechtlichen Einordnung und Kontrolle. Unser Fokus liegt deshalb darauf, klare Regeln konsequent durchzusetzen, insbesondere beim Jugendschutz und im öffentlichen Raum, und gleichzeitig die Entwicklungen sehr genau zu beobachten, um frühzeitig auf mögliche Fehlentwicklungen reagieren zu können.«

Die Aufklärungsquote bei der Rauschgiftkriminalität betrug 92,4 Prozent (2024: 84,8 Prozent).

Die Zahl der ermittelten Tatverdächtigen lag bei 251 (2024: 346 Tatverdächtige). Beim ganz überwiegenden Anteil aller Tatverdächtigen handelt es sich um Erwachsene (2025: 85,3 Prozent; 2024: 76,3 Prozent). Jugendliche machten einen Anteil von 6,8 Prozent aus (2024: 13,0 Prozent). Der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger sank gegenüber dem Vorjahr auf 16,7 Prozent an (2024: 26,0 Prozent).

Die Zahl der allgemeinen Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz (Konsumentendelikte) sank deutlich auf nunmehr 159 Straftaten (2024: 268). Hinzu kommen 55 Verstöße gegen das Konsumcannabisgesetz.

Die Fallzahlen beim unerlaubten Handel mit oder Schmuggel von Rauschgift sanken auf 18 Straftaten ab (2024: 99).

Die meisten Rauschgiftdelikte wurden im Jahr 2025 im Zusammenhang mit Methamphetamin in kristalliner Form (Crystal) festgestellt. Die Fallzahlen stiegen von 102 im Jahr 2024 auf 112 Fälle im Jahr 2025 an. Seit Einführung des Konsumcannabisgesetz im April 2024 wurden im Jahr 2025 die bislang geringsten Fallzahlen im Zusammenhang mit Cannabis registriert (2025: 55 Straftaten, 2024: 204 Straftaten).

Vermögens- und Fälschungsdelikte

Die Anzahl der Vermögens- und Fälschungsdelikte stieg im vergangenen Jahr auf 2.886 Straftaten (2024: 2.203), was einen Anstieg von 31 Prozent bedeutet. Die Aufklärungsquote lag bei 75,2 Prozent (2024: 77,7 Prozent). Insgesamt konnten 2.034 Tatverdächtige ermittelt werden (2024:1.436), davon waren 13,5 Prozent nichtdeutsche Tatverdächtige (2024: 19,2 Prozent).

Beim Betrug stiegen die Fallzahlen auf 1.379 Straftaten an (2024: 1.329). Die Aufklärungsquote lag bei 58,7 Prozent (2024: 75,2 Prozent).

Cybercrime

Die Zahl der Cybercrimestraftaten ist im zurückliegenden Jahr auf 210 Straftaten angestiegen (2024: 155).

Bei einer Aufklärungsquote von 31,3 Prozent (2024: 40,6 Prozent) wurden insgesamt 56 Tatverdächtige ermittelt (2024: 54).

155 Fälle aller im Jahr 2025 registrierten Cybercrimestraftaten waren Computerbetrug (2024: 134).

Lutz Rodig: »»Der Anstieg bei Betrugsdelikten und Cybercrime zeigt, dass sich Kriminalität zunehmend professionalisiert und in digitale Räume verlagert. Täter agieren oft überregional und nutzen technische Möglichkeiten gezielt aus. Das erschwert die Ermittlungen erheblich. Deshalb investieren wir in Spezialisierung und moderne Technik. Gleichzeitig ist Prävention entscheidend: Aufklärung über Betrugsmaschen und ein bewusster Umgang mit digitalen Medien sind der beste Schutz vor solchen Straftaten.«

Sachbeschädigung

Die Anzahl der Sachbeschädigungen sank im Jahr 2025 auf 1.535 Fälle (2024: 1.697 Fälle). Die Aufklärungsquote blieb nahezu unverändert (2025: 28,0 Prozent; 2024: 27,8 Prozent).

Bei der Entwicklung der Fallzahlen bei Graffiti als Sonderform der Sachbeschädigung gab es kaum Veränderungen (2025: 337 Straftaten; 2024: 331).

Weitere Übersichten zur Kriminalitätsentwicklung können den Anlagen 7 und 8 entnommen werden. (tg)


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