Skulpturendepot Großer Garten Dresden baulich fertiggestellt
07.01.2026, 14:00 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Unter Regie der SIB-Niederlassung Dresden I wurde im Großen Garten Dresden ein Skulpturendepot errichtet. Der Neubau dient dem Schutz und der Aufbewahrung des wertvollen Skulpturenbestands aus dem Großen Garten, der im Außenraum wegen des Alters und des Zustandes nicht mehr aufgestellt werden kann. Dabei handelt es sich unter anderem um originale Marmorskulpturen wie beispielsweise von den italienischen Bildhauern Antonio Corradini (1688-1752) und Pietro Balestra (1672-1729), verschiedene Sandsteinskulpturen und Gipsabgüsse.
Im Rahmen der im Jahr 2013 beschlossenen Großen Baumaßnahme »Restaurierung der Skulpturen im Großen Garten« entstand die Notwendigkeit, aus dem Freiraum der Parkanlage entnommene Bildwerke sowie die versehrte originale Skulpturengruppe »Zeit raubt die Schönheit« an einem nahen Ort unter konservatorisch optimalen Bedingungen aufzubewahren. Darüber hinaus sollte auch ein kleiner Teil der Originalskulpturen des Dresdner Zwingers mit aufgenommen werden. Das Depotgebäude bietet nun auf 280 m² mit geeigneten Raumverhältnissen, sicheren Verkehrswegen und moderner Haustechnik nahezu 130 Skulpturen, Gipsabgüssen und zahlreichen Fragmenten eine adäquate Heimstatt. Den Umzug der wertvollen und zum Teil zerbrechlichen Skulpturen übernahm die Zwingerbauhütte.
Die Gesamtbaukosten belaufen sich auf 2,2 Mio. Euro. Die Finanzierung erfolgt durch Steuermittel auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushalts.
Das Depot ist ca. 32,2 m lang, ca. 11,2 m breit und ca. 6,9 m hoch. Das Gebäude ist ein Betonbau mit einer hohen Speichermasse und einem dämmenden Mauerwerk. Das Betondach besteht aus »gefalteten« Betonscheiben, die eine schlanke und stabile Konstruktion darstellen und sich an die geneigten Dächer im Großen Garten anlehnen. Die Temperaturen sollen zwischen 5 und 35 °C liegen. Die relative Luftfeuchtigkeit soll zwischen 40 und 65 % betragen. Über ein Vollklimagerät wird das Raumklima reguliert, eine Photovoltaikanlage auf dem Dach liefert einen Teil des benötigten Stroms.
Eine große Fensterwand an der konservatorisch günstigen Nordseite ermöglicht die Betrachtung von Außen der in der ersten Reihe aufgestellten attraktivsten Bildwerke, aber auch den Blick auf etwa 50 weitere frei im Raum stehende Skulpturen. Ein Schwerlastregal an der Rückwand nimmt alle übrigen Objekte auf.
Die thematische Aufstellung der Objekte im Raum und im Regal wurde in enger Zusammenarbeit mit der Zwingerbauhütte (SIB) und den Museologen vom Schlösserland Sachsen erarbeitet und umgesetzt. Zukünftig ist geplant, das Depot zu bestimmten Anlässen oder auf Anfrage durch den Betreiber Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH in Form von Führungen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Hintergrund
Nach der Verwüstung des Großen Gartens 1760 wurden fast alle Skulpturen und Bruchstücke in den umliegenden Pavillons eingelagert. Skulpturen, die nach der Umgestaltung des Gartens in den 1830er-Jahren nicht wieder aufgestellt und auch nicht auf der folgenden Auktion veräußert wurden, verblieben in den Depots der königlichen Sammlungen. Etliche Bildwerke, die im Außenraum des Gartens gefährdet waren, wurden 2004 in das Palais gebracht und Teil einer Skulpturenausstellung. Objekte, die aus konservatorischen Gründen nicht mehr im Freiraum stehen konnten, wurden seit 2007 in eine große Depothalle nach Laußnitz verbracht.