Baukommission einigt sich auf Gestaltung des Innenraums der künftigen Universitätsaula
31.01.2006, 18:14 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Die heutige Sitzung der Baukommission hat eine Einigung in der Frage eines angemessenen Gedenkens an die 1968 gesprengte Paulinerkirche durch die Innenraumgestaltung der künftigen Universitätsaula gebracht.
Bezüglich der Gestaltung der Aula am Leipziger Augustusplatz gab es umfassende Diskussionen, in welcher geeigneten Form und mit welchen architektonischen Mitteln im Aulagebäude an die Kirche erinnert wird. Die Paulinerkirche befand sich genau an der Stelle, wo die künftige Aula/Chorraum errichtet werden soll.
Die heutige Entscheidung beruht auf dem Wettbewerbsentwurf des Architekten Erik van Egeraat. Es wird einen erweiterten Chorraum mit rund 100 Plätzen geben. Der Chorraum ist nur durch eine teilweise flexible Glaswand von der Aula getrennt, so dass der entstehende Gesamtraum nutzbar wird. Die Räume sind aber auch trennbar, so dass insbesondere eine separate funktionale Nutzung als Universitätsaula möglich wird.
Entgegen dem Wettbewerbsentwurf wird aus Gründen der Funktionalität (Sichtbeziehungen, Aula-Funktion) aufgrund der Anforderungen der Universität auf drei Säulenpaare verzichtet. Sie werden deckenseitig nur angedeutet und nicht bis zum Boden gebaut. Dies ermöglicht jedoch, die Säulenabstände der zu bauenden Säulen wieder in ihren historischen Abständen entstehen zu lassen. Dadurch werden auch die Deckenjoche sowie das Netzgewölbe wieder die historische Form erlangen können. Der hintere Teil der Aula wird mit einer Empore abschließen.
Der Vorsitzende der Baukommission, Staatssekretär Dr. Wolfgang Voß, äußerte sich im Anschluss an die Sitzung in Dresden zufrieden: „Die nun zu realisierende Variante der Innenraumgestaltung hat beiden Seiten einige Zugeständnisse abgerungen. Dennoch können alle Beteiligten zufrieden sein. Schließlich werden die universitären Funktionen und der Aulabetrieb genauso sichergestellt, wie die Erinnerung an die Paulinerkirche und die kirchliche Nutzung.“ Voß verwies zudem darauf, dass es aus technischen Gründen nun zu dieser Variante kommen musste.
„Man kann den Aulabereich nicht isoliert vom Gesamtvorhaben betrachten. Deshalb hätten wir den Ablauf für den gesamten Neubau des Campus durcheinander gebracht, wäre für diesen Bauabschnitt nicht bald eine Lösung gefunden worden“, so Voß weiter.
Das Planungs- und Baugeschehen kann nun zügig fortgesetzt werden, damit eine Fertigstellung des Gesamtbauvorhabens bis zur 600-Jahr-Feier der Universität 2009 noch gelingt. Die Universität wird eine großzügige würdige Aula erhalten, die deutlich an die barbarische Zerstörung der Paulinerkirche erinnert.
2 Pläne können als pdf-Datei angefordert werden.