Neues Zuhause für Moritzburger Wölfe
30.07.2009, 11:18 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Kupfer: „Tierbeobachtung und Information auf hohem Niveau“
Forstminister Frank Kupfer hat heute (30. Juli 2009) im Wildgehege Moritzburg (LKrs. Meißen) eine neue Wolfs-Großanlage eröffnet. Damit steht den insgesamt sechs Wölfen in Moritzburg ein Areal von insgesamt zwei Hektar zur Verfügung. „Nach der Geburt der beiden Jungtiere August und Moritz im Mai vergangenen Jahres war die alte Anlage mit gerade 0,2 Hektar viel zu eng geworden. Deshalb bin ich sehr froh darüber, dass wir heute nach nur acht Monaten Bauzeit dieses tolle neue Gehege einweihen können“, sagte der Minister heute in Moritzburg.
Die neue Wolfsanlage besteht aus drei Einzelgehegen. Diese sind jeweils durch einen 2,5 Meter hohen und 2,5 Metern tief ins Erdreich eingegrabenen Sicherheitszaun umgeben. „Das war notwendig, weil die Wölfe nicht nur gut klettern können, sondern auch sehr grabfreudig sind“, erklärte der Minister. Außerdem ist das gesamte Areal von einer 600 Meter langen Natursteinmauer umschlossen, die zum Teil denkmalgerecht nach historischem Vorbild wiedererrichtet wurde. Im Zentrum der Anlage steht ein Holzpavillon, von dem aus die Besucher einen weiten und freien Blick haben. Auf dem Gelände befindet sich ein naturnaher Eichen-Hainbuchen-Wald in dem drei Höhlen, zwei Teiche mit Bachlauf, eine Sandgrube und mehreren Kletterfelsen integriert wurden. „Damit bietet die Anlage nicht nur ein tolles Bild für den Besucher, sondern entspricht auch allen Anforderungen einer artgerechte Haltung von Wölfen“, betonte Kupfer.
Der Pavillon ist ein optimaler Beobachtungsplatz und dient gleichzeitig als Informationsstandort. Im Rahmen einer geplanten Ausstellung erfährt der Besucher alles Wissenswerte über „Isegrim“, auch über seine frei lebenden Artgenossen im Osten Sachsens. Für den Minister ist die neue Wolfsanlage deshalb mehr als „nur“ ein Freizeitangebot. „Die gelungene Kombination von Beobachtung und Information schafft eine wichtige inhaltliche Brücke zur Wolfsregion Lausitz. Im Wildgehege Moritzburg werden so artgerechte Haltung, Natur- und Tiererlebnis sowie Umweltbildung auf sehr hohem Niveau miteinander verbunden.“
Die Gesamtkosten für die neue Wolfs-Großanlage belaufen sich auf rund 800.000 Euro.
Hintergrund:
Das Wildgehege Moritzburg ist eine Einrichtung des Staatsbetriebes Sachsenforst und beherbergt in zahlreichen naturnahen Gehegen über 30 verschiedene heimische Tierarten wie Rotwild, Damwild, Schwarzwild, Elche, Rehe und Wölfe. Jedes Jahr kommen über 170 000 Besucher in das Wildgehege. Wegen der langen Erfahrungen in Haltung und Zucht von besonders geschützten Tieren wie Luchs, Fischotter und Wildkatze nimmt das Wildgehege Moritzburg an vielen europäischen Auswilderungsprojekten teil. Außerdem werden jedes Jahr zahlreiche Führungen, Fachvorträge, Schulprojekte sowie Waldjugend- und Wildgehegespiele angeboten.