Sachsens "einfallsREICHster" 2009 gekürt

08.06.2009, 17:00 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Wirtschaftsminister Thomas Jurk verleiht Innovationspreis

Wer kreativ ist, setzt innovative Ideen erfolgreich um: Auch im 15. Jahr des sächsischen Innovationspreises haben die "einfallsREICHsten" ihr besonderes Potenzial nachgewiesen. Glücklicher Gewinner des Innovationspreises des Freistaates Sachsen ist das Chemnitzer Sondermaschinenbauunternehmen METROM Mechatronische Maschinen GmbH. Sie nahm für ihre mobile 5-Achs-Werkzeugmaschine heute Abend im Deutschen Hygiene-Museum in Dresden den 1. Preis aus den Händen von Wirtschaftsminister Thomas Jurk (SPD) entgegen.

"Innovationen sind die besten Voraussetzungen um sich im internationalen Wettbewerb zu behaupten, vor allem in der aktuellen Krise", sagte Jurk. "Gerade im Europäischen Jahr der Kreativität und Innovation freue ich mich besonders darüber, dass abermals viele kleine und mittlere Unternehmen ihr besonderes Innovationspotenzial unter Beweis gestellt haben. Genau diese Unternehmen wollen wir in ihrem Engagement um Innovation und Forschung unterstützen. Dafür hat das Wirtschaftsministerium seit 1991 über 5.500 Technologieprojekte mit etwa 1,3 Mrd. Euro gefördert." In sächsischen Unternehmen betreiben etwa 9.600 Beschäftigte Forschung und Entwicklung, das sind 42 Prozent des Industrieforschungspotenzials der neuen Bundesländer.

Die hochkarätig besetzte Jury ermittelte die vier Erstplatzierten aus 68 kleinen und mittleren Unternehmen, die sich am 15. Innovationspreises des Freistaates Sachsen beteiligten. Über den 2. Preis freute sich die Lehmann Maschinenbau GmbH aus Pöhl im Vogtland. Ihr neuartiges Bioextrusionsverfahren ermöglicht nicht nur deutlich höhere Erträge in Biogasanlagen, sondern entschärft durch den Einsatz nicht zur Ernährung angebauter Stoffe auch eine aktuelle Debatte über diese Methode alternativer Energiegewinnung. Den 3. Preis teilen sich die Kamenzer GK zwo GmbH, die eine multifunktionale Kommunikationseinrichtung zur Erfassung und Digitalisierung von Patientendaten in Echtzeit entwickelt hat und die Maschinenfabrik Stolpen, die einen Silierwagen mit einem neuartigen Förder- und Schneidsystem auf den Markt brachte. Den Sonderpreis der Commerzbank darf die SARAD GmbH aus Dresden für ihr drahtloses Umweltdatenmessgerätenetzwerk zur Überwachung von Luft- und Wasserqualitäten mit nach Hause nehmen.
Die Preise sind mit 25.000 Euro für den 1. Platz, 15.000 Euro für den 2. Platz und jeweils 5.000 Euro für die beiden 3. Plätze und den Commerzbank-Sonderpreis dotiert.

Im Anschluss an die Preisverleihung wurde die Wanderausstellung "einfallsREICH – Sachsen" durch den Präsidenten der IHK Südwestsachsen, Michael Lohse, eröffnet. Die Ausstellung stellt die Ideen der aktuellen und ehemaligen Preisträger vor.

Beschreibung der Preisträger

1. Preis: METROM Mechatronische Maschinen GmbH, Chemnitz

Meist werden große Werkstücke auch in größeren Maschinen bearbeitet. Dafür werden die Werkstücke zur Maschine transportiert. Dies verursacht Kosten. Anders als in diesem herkömmlichen Verfahren kann die transportable 5-Achs Werkzeugmaschine zum Werkstück transportiert und das Werkstück vor Ort bearbeitet werden. Das spart nicht nur Transport- und Liegezeiten, sondern auch Kosten. Die Bearbeitungsgenauigkeit wird mithilfe eines mechatronischen Ansatzes auf Basis intelligenter Algorithmen erzielt.

(METROM Mechatronische Maschinen GmbH, Annaberger Straße 240, 09125 Chemnitz, www.metrom.com)

2. Preis: Lehmann Maschinenbau GmbH, Pöhl/Vogtl.

Das ausgezeichnete Produkt stammt aus dem Geschäftsbereich Biogastechnik der Lehmann Maschinenbau GmbH. Das neuartige Verfahren zur Bioextrusion erhöht den Biogasertrag, da nicht nur verschiedenste biogene Stoffe wie Grünschnitt, Stroh und Pferdemist eingesetzt und zerkleinert, sondern diese Stoffe auf hydrothermalem Weg bis zur Zellstruktur aufgeschlossen werden können. Dabei wird das Substrat durch hohen Druck und Temperatur aufgeschlossen, so dass neue Bakterienstämme entstehen und das C/N-Verhältnis verbessern können.

(Lehmann Maschinenbau GmbH, Jocketa-Bahnhofsstraße 34, 08543 Pöhl, www.lehmann-maschinenbau.de)

3. Preis: GK zwo GmbH, Kamenz

Die mobile Datenerfassung in den europäischen Gesundheitseinrichtungen wird in den nächsten Jahren immer notwendiger. Um medizinische und nichtmedizinische Leistungen zu dokumentieren, werden nicht nur neue Softwareprogramme eingeführt, sondern auch die Anforderungen an mobile Endgeräte steigen. Das von der GK zwo GmbH speziell für das Gesundheitswesen entwickelte Kommunikationssystem erfasst und digitalisiert Patientendaten ohne Medienbruch. Der verwaltungstechnische Aufwand kann so um bis zu 20 Prozent reduziert werden.

(GK zwo GmbH, Friedensstraße 25, 01917 Kamenz, www.gk-zwo.de)

3. Preis: Maschinenfabrik Stolpen GmbH, Stolpen

Das neuartige Förder- und Schneidsystem des 20-Tonnen-Rotor-Silierwagen nimmt Grünschnitt selbständig auf, zerkleinert und verdichtet ihn. Damit wird der Grünschnitt sowohl als Futtermittel als auch für die Bestückung von Biogasanlagen nutzbar. Die Ernte kann so wirtschaftlicher und effizienter durchgeführt werden.

(Maschinenfabrik Stolpen GmbH, Pirnaer Landstraße 24, 01833 Stolpen, www.mafa-stolpen.de)

Commerzbank-Sonderpreis: SARAD GmbH, Dresden

Bereits zum zweiten Mal wird das Unternehmen im Rahmen des Innovationspreises geehrt. In dieser Wettbewerbsrunde konnte das Unternehmen mit einem Messnetz überzeugen. Das drahtlos vernetzte Sensor- und Umweltdatenmessnetz zur Immissions- und Emissionsüberwachung von Luft- und Wasserqualität ermöglicht den Aufbau eines Messnetzes mit bis zu 5 km entfernten Messpunkten. Durch eine flächendeckende Messung der Emissionen können effizientere Gegenmaßnahmen zur Reduktion initiiert werden.

(SARAD GmbH, Wiesbadener Straße 10, 01159 Dresden, www.sarad.de)


Kontakt

Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz

Pressesprecher Jens Jungmann
Telefon: +49 351 564 80600
Telefax: +49 351 564 80680
E-Mail: presse@smwa.sachsen.de
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