Jäger und Landwirte vereinbaren enge Zusammenarbeit

30.06.2014, 15:43 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Kupfer begrüßt gemeinsame Erklärung der Verbände zum Schwarzwild

Im Beisein von Staatsminister Frank Kupfer haben die Verbandsspitzen des Landesjagdverbandes Sachsen e. V., des Sächsischen Landesbauernverbandes e. V., des Sächsischen Waldbesitzerverbandes e. V., der Landesarbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer und der Geschäftsführer des Staatsbetriebes Sachsenforst heute (30. Juni 2014) in Dresden eine Erklärung mit „Gemeinsamen Empfehlungen zur Reduzierung von überhöhten Schwarzwildbeständen in Sachsen“ unterzeichnet. „Die steigenden Wildschweinbestände und die weitere Ausbreitung dieser Wildart stellen uns vor große Herausforderungen“, sagte der Minister. „Deshalb unterstütze ich das Anliegen der Verbände. Es gilt in erster Linie, übermäßige Wildschäden zu vermeiden und die Seuchengefahr zu verringern. Dazu ist eine Reduzierung des Schwarzwildbestandes durch konsequente Bejagung erforderlich.“

Die Entwicklung der Jagdstrecke beim Schwarzwild zeigt in den vergangenen 20 Jahren eine klare steigende Tendenz, trotz Schwankungen zwischen den einzelnen Jahren. Haben die Jäger im Jagdjahr 1991/92 sachsenweit 14 000 Wildschweine zur Strecke gebracht, waren es im Jagdjahr 2013/14 25 000 erlegte Tiere. Die Schwarzwildbestände sind trotz der erhöhten Abschusszahlen in vielen Regionen Sachsens immer noch zu hoch. Eine Reduzierung kann nur gelingen, wenn Jäger, Landbewirtschafter und Grundeigentümer vor Ort eine gemeinsame Strategie erarbeiten und umsetzen.

Jäger brauchen in großen Maisflächen Bejagungsschneisen, die durch die Landwirte angelegt werden. Das Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft hatte dazu bereits 2011 das Anlegen dieser Schneisen durch Vereinfachungen bei der Förderung unterstützt. Sinnvoll ist außerdem eine frühzeitige Information der Jäger, welche Kulturen wo angebaut werden sollen, um frühzeitige Bejagungsschwerpunkte zu identifizieren. Bewegungsjagden im Herbst im Wald können besonders erfolgreich sein, wenn sie gemeinschaftlich und revierübergreifend durchgeführt werden. Aufgrund der artspezifischen hohen Vermehrungsrate ist es wichtig, dass die Jäger konsequent Frischlinge schießen.

Der Minister appellierte an die unterzeichnenden Verbände und den Staatsbetrieb Sachsenforst, den Akteuren vor Ort das Anliegen und die Inhalte der Erklärung zu vermitteln sowie ihre Verantwortung aufzeigen. Er forderte sie auf, bei der Umsetzung der empfohlenen Maßnahmen in der Praxis im Rahmen ihrer Zuständigkeiten und Möglichkeiten Unterstützung zu leisten.

Hintergrund:

Die Jagdfläche in Sachsen ist ca. 1,6 Millionen Hektar groß. Es gibt rund 1 400 Jagdgenossenschaften mit rund 2 000 gemeinschaftlichen Jagdbezirken und einem Anteil von 74 Prozent an der Jagdfläche, ca. 680 Eigenjagdbezirke und ca. 200 Jagdbezirke des Staatsbetriebes Sachsenforst mit einem Anteil von je 13 Prozent an der Jagdfläche. Derzeit besitzen ca. 10 800 Jägerinnen und Jäger in Sachsen einen Jagdschein.


Kontakt

Sächsisches Staatsministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft

Pressesprecher Robert Schimke
Telefon: +49 351 564 20040
Telefax: +49 351 564 20007
E-Mail: robert.schimke@smekul.sachsen.de
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