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18.03.2014, 13:38 Uhr

Polizeiliche Kriminalstatistik 2013

Ulbig: „Erfolge im Bereich Kfz-Diebstahl und Wohnungseinbrüche - Schwerpunkt liegt auf Rauschgift und Diebstahl“

Innenminister Markus Ulbig hat dem Kabinett heute die Polizeiliche Kriminalstatistik für das Jahr 2013 vorgestellt. Mit 312.500 Fällen befindet sich die Anzahl der erfassten Fälle annähernd auf dem gleichen Niveau wie im Vorjahr. Dieses gilt auch für die Aufklärungsquote, die mit 54,8 Prozent nur 0,6 Prozentpunkte niedriger als im Vorjahr liegt. Erfolge gab es bei Kraftwagendiebstählen und Wohnungseinbrüchen. Eine erfreuliche Entwicklung gab es in Sachsen auch im Bereich Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit. Diese gingen um drei Prozent zurück. Die Schwerpunkte liegen in diesem Jahr auf Rauschgift und Diebstählen aus Nebengelassen. Verschiebungen gab es innerhalb einiger Deliktsarten.

Innenminister Markus Ulbig: „Verbesserungen im Bereich Kfz-Diebstahl und bei Wohnungseinbrüchen machen Mut. Diese Entwicklung verdanken wir unseren Polizeibeamtinnen und -beamten, die tagtäglich gute Arbeit leisten.“

Kriminalitätsentwicklung

Kraftwagendiebstahl:

Im Jahr 2013 gab es insgesamt 3.344 Diebstähle von Kraftwagen. Das ist ein Rückgang von 383 Fällen beziehungsweise 10,3 Prozent. Die häufigsten Diebstähle ereigneten sich in Gemeinden mit 100.000 und mehr Einwohnern.

513 Fälle gab es in direkter Grenznähe. Das ist eine Zunahme von 49 Fällen. Davon wurden 324 Fälle in Gemeinden entlang der polnischen sowie 189 Fälle in Gemeinden entlang der tschechischen Grenze registriert.

Innenminister Markus Ulbig: „Die spezifischen Kontrollen landesweit zeigen erste positive Tendenzen. Daran müssen wir anknüpfen. Dabei sind alle gefragt, auch die Autoindustrie und die Versicherungen: und zwar mit besserer Sicherheitstechnik und günstigeren Tarifen für die, die etwas in die Sicherheit ihres Eigentums investieren.“

Wohnungseinbrüche:

Bei Wohnungseinbruchdiebstählen gab es einen Rückgang um 5,7 Prozent auf 3.620 Fälle.

Als Gründe dafür können stärkere Investitionen in Sicherheitstechnik und eine erfolgreiche Prävention gesehen werden. Wohnungen sind besser gesichert, sodass Täter vermehrt auf weniger gesicherte Objekte - wie beispielsweise Keller - ausweichen.

Innenminister Markus Ulbig: „Es ist gut, dass die Menschen stärker in den Schutz ihres Eigentums investieren. Daher setze ich mich dafür ein, wohnungspolitische Förderinstrumente auch nach Sicherheitsaspekten zu steuern. Der Eigenschutz von Wohnungen, Häusern und Gebäuden ist zwingend notwendig.“

Rauschgiftkriminalität:

Einen Anstieg um 533 auf 9.408 Fälle gab es bei der Anzahl der Rauschgiftdelikte (BtMG). Mit über 50 Prozent wurden Verstöße mittels Amphetamin/Methamphetamin - dazu gehört auch Crystal - festgestellt. Hier stiegen die Fallzahlen um 133 auf 4.948 Fälle.

Rauschgiftkriminalität ist ein Kontrolldelikt. Der Anstieg zeigt die intensive polizeiliche Arbeit.

Innenminister Markus Ulbig: „Der Anstieg zeigt unsere verstärkten Bemühungen bei der Bekämpfung von Crystal, denn Verstöße werden hauptsächlich durch polizeiliche Tätigkeit aufgedeckt. Bessere Prävention ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, hier sind Schulen, Beratungsstellen, Vereine und Eltern gefordert.“

Diebstahl:

Regelmäßig machen Diebstahldelikte die größte Gruppe in der Kriminalitätsentwicklung aus. Mit einem Anteil von 44 Prozent der insgesamt erfassten Straftaten wurden Diebstahldelikte auch in diesem Jahr am häufigsten registriert. Dabei gab es Verschiebungen in diesem Deliktsbereich: Während Diebstähle in/aus Boden-, Kellerräumen und Waschküchen, Ladendiebstähle und Fahrraddiebstähle zunahmen, sind Diebstähle in/aus Wohnungen, Diebstähle in/aus Dienst-, Büro-, Fabrikations-, Werkstatt- und Lagerräumen sowie Kraftwagendiebstähle gesunken.

Der Anstieg von Einbrüchen in Keller- und Bodenräume hängt nach kriminalistischer Erfahrung auch mit der gestiegenen Rauschgiftkriminalität zusammen und ist als Beschaffungskriminalität zu sehen.

Innenminister Markus Ulbig: „Erfahrungsgemäß ist Diebstahl eines der Hauptdelikte. Hier ist wichtig, dass wir unsere Präventionsarbeit fortsetzen. Die Rückgänge bei Diebstählen aus gewerblichen Räumen und von Kraftwagen zeigen, dass unsere Initiativen in diesem Bereich richtig sind.“

Eine Initiative ist der Sicherheitsstammtisch, bei dem sich Vertreter aus Polizei, Kommunen und Wirtschaft über Sicherheitsfragen und Diebstahlprävention austauschen.

Kriminalität an der sächsischen Außengrenze:

2013 wurden in den Gemeinden entlang der sächsischen Außengrenze 23.523 Fälle in der PKS erfasst. Davon sind 2.769 Fälle Verstöße gegen das Aufenthalts-, das Asylverfahrens- und das Freizügigkeitsgesetz/EU. Unter Herausnahme ausländerspezifischer Delikte gab es einen Rückgang der Grenzkriminalität um 4,3 Prozent. Damit liegen die Fallzahlen unterhalb der Werte von 2007 vor dem Wegfall der Grenzkontrollen.

Innenminister Markus Ulbig: „Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit ist gut angelaufen und zeigt Erfolge. Die Gemeinsamen Fahndungsgruppen Elbe und Neiße haben sich bewährt und werden weiter intensiviert.“

Tatverdächtige:

2013 wurden 103.521 Tatverdächtige ermittelt. Das ist ein Rückgang um 1.232 beziehungsweise 1,2 Prozent. Die Gesamtzahl der erwachsenen Tatverdächtigen fiel um 619, die der Kinder stieg um 303. 52,5 Prozent der Täter waren bereits einmal polizeilich in Erscheinung getreten. Diese Mehrfachtäter verübten mit 71,4 Prozent den größten Teil der Straftaten.

15.689 nichtdeutsche Tatverdächtige gab es 2013. Das sind 1.324 Personen mehr als 2012. Der Anstieg erklärt sich aus der illegalen Zuwanderung im Freistaat Sachsen. Ende des Jahres 2012 lebten 97.156 Ausländer in Sachsen. Ende des Jahres 2013 waren es 106.663 Personen.

Aufklärungsquote:

Die Gesamtaufklärungsquote lag 2013 bei 54,8 Prozent. 2012 wurden 55,4 Prozent der Fälle aufgeklärt. Der leichte Rückgang erklärt sich durch den Anstieg der Delikte mit geringer Aufklärungsquote.

Innenminister Markus Ulbig: „Die Zahlen zeigen, dass wir Verbesserungen für die Menschen im Land erreichen können. Das Thema Innere Sicherheit ist weiterhin Schwerpunkt der Regierungsarbeit.“

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