Sonderforschungsbereich „Transregio 67“ der Universität Leipzig und der Technischen Universität Dresden und Sonderforschungsbereich 655 der Technischen Universität Dresden können ab Sommer 2013 fortgesetzt werden
24.05.2013, 09:41 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat auf ihrer heutigen Sitzung in Bonn den Fortsetzungsantrag des gemeinsamen Sonderforschungsbereichs „Transregio 67“ an der Universität Leipzig und der Technischen Universität Dresden mit dem Titel „Funktionelle Biomaterialien zur Steuerung von Heilungsprozessen in Knochen- und Hautgewebe – vom Material zur Klinik“ ebenso genehmigt wie den Fortsetzungsantrag des Sonderforschungsbereiches 655 der Technischen Universität Dresden mit dem Titel „Von Zellen zu Geweben: Determination und Interaktion von Stammzellen und Vorläuferzellen bei der Gewebebildung“ So können diese Projekte nahtlos ab 01. Juli 2013 in die nächste fünfjährige Förderperiode übergehen.
Seit seiner Einrichtung im Jahr 2004 kommt dem Sonderforschungsbereich 655 eine zentrale Rolle bei den wissenschaftlichen Fortschritten und dem Aufbau des Dresdner biomedizinischen Campus zu. Hier wurde die wissenschaftliche Vision vorangetrieben, die biologischen Grundlagen der somatischen Stamm- und Vorläuferzellen im Rahmen der Gewebebildung zu verstehen. Dabei standen von Beginn an auch eventuelle klinische Anwendungsmöglichkeiten im Mittelpunkt. Unter der Leitung des Dresdner Medizinprofessors Gerhard Ehinger gelang es in exzellenter Weise, traditionell eher getrennt stehende Disziplinen der Zellbiologie, Entwicklungs- und Evolutionsbiologie, Molekularbioengineering und die Medizin zusammenzubringen. Dies ist in dieser Form und mit diesem Konzept bislang einzigartig in Deutschland.
Unter der Leitung des Leipziger Medizinprofessors Jan C. Simon ging es im Sonderforschungsbereich „Transregio 67“ bisher in erster Linie darum, das in den letzten Jahren vertiefte Wissen über die Bedeutung der extrazellulären Matrix für die Regeneration von Geweben in die Entwicklung von Biomaterialen einzubeziehen. Da das Einheilverhalten und die Langzeitstabilität von Biomaterialien bisher noch unzureichend waren, erscheint nun eine Veränderung dieser Situation durchaus möglich. Die Struktur und Zusammensetzung der extra-zellulären Matrix beeinflusst sowohl durch direkte Wechselwirkung mit Zellen als auch indirekt durch ihre Interaktion mit Mediatoren entscheidend zelluläre Differenzierungspro-zesse und damit die Heilung von Geweben.
Aufbauend auf den erreichten Ergebnissen der ersten Förderperiode, in denen positive Effekte auf Heilungsprozesse in Knochen und Haut nachgewiesen werden konnten, sollen nun in der zweiten Antragsperiode zunehmend komplexere funktionelle Biomaterialien entwickelt und an Situationen verminderter Regenerationen angepasst werden. Hierzu erklärte heute Sachsens Wissenschaftsministerin Sabine von Schorlemer: „Die herausragende Grundlagenforschung zum Wohle der Menschen ist von zentraler Bedeutung und hat nach wie vor ihren wichtigen Platz in der sächsischen Hochschullandschaft. Darum werden Biowissenschaften in Dresden und Leipzig auch weiterhin außerordentliche Forschungsleistungen unter bundesweiter Anerkennung hervorbringen.“