Gemeinsame Presseinformation: Staatsminister Sven Morlok und die Präsidentin des Landesamtes für Archäologie Dr. Regina Smolnik besichtigen archäologische Ausgrabungen am Bauabschnitt 5.1 der A72

22.04.2013, 11:55 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Staatsminister Sven Morlok und die Präsidentin des Landesamtes für Archäologie Dr. Regina Smolnik haben heute die archäologischen Ausgrabungen am Bauabschnitt 5.1 der A72 nahe Eula besichtigt. Die archäologischen Untersuchungen finden im Rahmen der bauvorbereitenden Maßnahmen für den 9,5 Kilometer langen Bauabschnitt 5.1 der A72 zwischen Borna und Rötha statt. Der Baubeginn ist für Mitte 2013 geplant.

Das Leipziger Land ist aufgrund seiner fruchtbaren Böden schon seit frühester Zeit besiedelt und für den Ackerbau genutzt worden. Auch auf den laufenden Grabungen sind bereits zahlreiche Funde und Befunde entdeckt worden. Sie konzentrieren sich bei derzeitigem Stand auf die späte Jungsteinzeit (etwa 2.500 v.Chr.) und die späte Bronzezeit (12.-10. Jh. v. Chr.).

„Die Fertigstellung der A72 von Chemnitz nach Leipzig hat für den Freistaat Sachsen übergeordnete Bedeutung, die A72 ist das wichtigste Straßenbauvorhaben im Freistaat. Wir wollen zügig vorankommen, sind uns aber auch der großen Verantwortung bewusst, die mit diesem Trassenneubau einhergehen. Bevor die Bagger rollen, müssen die Archäologen die Chance nutzen können, die Böden zu untersuchen und die hier so zahlreich zutage getretenen bedeutenden Kulturschätze der sächsischen Landesgeschichte sichern,“ betont Sachsens Verkehrsminister Sven Morlok (FDP).

Seit Mitte März untersucht ein 19-köpfiges Team unter Leitung von Archäologin Vera Hubensack das rund 25.000 Quadratmeter große Grabungsfeld. Dabei sind bislang annähernd 500 archäologische Befunde entdeckt und u.a. über 1.500 Keramikfragmente geborgen worden. Zu den wichtigsten Funden zählen bislang eine Pfeilspitze und verschiedene Klingen aus Silex sowie ein Steinbeil. Besondere Aufmerksamkeit fand eine kleine, in der Mitte durchbohrte Scherbe, die vielleicht ein Wagenradmodell sein könnte. Außerdem wurde in den Resten eines Brennofens stark fehlgebrannte Keramik entdeckt. Befunde und Funde zeugen von intensiven menschlichen Aktivitäten schon in vorgeschichtlicher Zeit.


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