Kalktherapie für den Wald - ein Erfahrungsaustausch

26.02.2013, 12:12 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Bundesweites Fachkolloquium zur Bodenschutzkalkung in Dresden

Heute (26. Februar 2013) treffen sich auf Initiative von Sachsenforst über 60 Experten der Forst- und Umweltverwaltungen aus 13 Bundesländern, um sich über Ziele, Durchführung und Effekte der Bodenschutzkalkung in Wäldern auszutauschen.

„Der Bundesländervergleich zeigt anhand der Kalkungsflächen, dass die fachliche Bewertung der Kompensationskalkung im Wald durchaus unterschiedlich ausfällt. Deshalb sehe ich in dem heute beginnenden Kolloquium eine Chance, das Spezialistenwissen und den Erfahrungsaustausch für eine weiterführende Qualifizierung der Bodenschutzkalkung in Deutschland effektiv zu nutzen“, so Anita Domschke, zuständige Abteilungsleiterin im Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft.

Ziel ist es, durch die Qualifizierung ein optimales Verhältnis zwischen notwendigem Bodenschutz und Anforderungen z. B. aus der EU-Wasserrahmenrichtlinie oder dem Artenschutz in Waldlebensraumtypen nach der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie zu finden.

In anderthalb Tagen wird in einem umfangreichen Programm mit 19 Fachvorträgen über Kalkungskonzepte und deren Wirkung auf den Bodenzustand, die Wasserbeschaffenheit in Bächen und Talsperren sowie auf pflanzliche und tierische Waldlebensgemeinschaften berichtet.

Spezialisten aus forstlichen Forschungszentren in Sachsen, Thüringen, Bayern, Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Baden-Württemberg und Nordwestdeutschland werden ebenso vortragen wie Vertreter der sächsischen Landestalsperrenverwaltung, des Landesamts für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie oder der Betriebsgesellschaft für Umwelt und Landwirtschaft. Besonders hervorzuheben ist der Beitrag des tschechischen Instituts für Wald- und Wildmanagement in Prag zu Effekten der Kalkung auf den Boden- und Ernährungszustand tschechischer Waldökosysteme.

Die neuartigen Waldschäden durch Luftschadstoffe waren unter den Schlagworten „Waldsterben“ und „saurer Regen“ ab Mitte der 80er Jahre in den Medien und der Forstwissenschaft allgegenwärtiges Thema. Bundesweit unternahm man große Anstrengungen, den Boden vor weiteren immissionsbedingten Säureschäden zu schützen. Mit Schwerpunkt Anfang bis Mitte der 90er Jahre wurde in zahlreichen Bundesländern begonnen, Bodenschutzkalkungen in Wäldern durchzuführen.

Während in der DDR auf heute sächsischem Gebiet bereits ab 1986 kleinräumig Blattdünger und Kalke ausgebracht wurden, begann der Freistaat Sachsen ab 1991 mit einer flächendeckenden Kalkungsoffensive. So wurden in den vergangenen 22 Jahren, seit 2007 mit Kofinanzierung der europäischen Union, insgesamt auf rund 321 Tausend Hektar Wald aller Eigentumsarten etwa 1,2 Millionen Tonnen Kalk ausgebracht. Zirka 69 Millionen Euro wurden in den Schutz und die Wiederherstellung der seit 160 Jahren zum Teil stark durch atmosphärische Säureeinträge belasteten Waldböden investiert.

Fachlich koordiniert werden diese Arbeiten durch das Kompetenzzentrum für Wald und Forstwirtschaft und die Forstbezirke von Sachsenforst.

Allgemeine Hintergrundinformationen zur Bodenschutzkalkung in Sachsen erhalten Sie auch unter http://www.forsten.sachsen.de/wald/2715.htm.


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Telefon: +49 3501 542 166
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E-Mail: SBS.Presse@smekul.sachsen.de
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