Deutsche Forschungsgemeinschaft bewilligt Anträge:

23.05.2012, 10:23 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Neue Sonderforschungsbereiche an der TU Dresden

„Volition und kognitive Kontrolle: Mechanismen, Modulatoren, Dysfunktionen“ lautet der Titel eines neuen Sonderforschungsbereichs an der TU Dresden. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gab dieser Initiative heute den Zuschlag zur Förderung. Sachsens Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Sabine von Schorlemer, zeigte sich sehr erfreut über diese Entscheidung. Unter Leitung von Professor Thomas Goschke kann nun die willentliche Kontrolle und Selbststeuerungsfähigkeit des Menschen fundamental erforscht werden - ein weltweit wichtiges und überaus aktuelles Thema. Von Relevanz ist dies sowohl für die psychologische Grundlagenforschung als auch für die klinische Anwendung. Bei dem zweiten Sonderforschungsbereich mit dem Titel „Biologie der xenogenen Zell- und Organtransplantation – vom Labor in die Klinik“ handelt es sich um ein Verbundvorhaben der drei Hochschulen in München, Dresden und Hannover. Beide Projekte sind für den Zeitraum ab Juli 2012 bis Juni 2016 bewilligt worden.

Die Fähigkeit, Handlungen und Gefühle zu kontrollieren, ist die Grundlage persönlicher Autonomie und gehört zu den beeindruckendsten und zugleich am wenigsten verstandenen Leistungen, zu denen uns unser Gehirn befähigt. Trotz großer Fortschritte in der Forschung sind fundamentale Fragen nach wie vor ungeklärt. Darum widmet sich der Sonderforschungsbereich (kurz SFB) der TU Dresden dem Thema der Volition. „Der Zuschlag zu Einrichtung dieses Sonderforschungsbereichs an der TU Dresden ist eine große Chance für das weitere Vorantreiben dieses bedeutungsvollen Forschungsfeldes“, so die Wissenschaftsministerin. Ziel ist die Entschlüsselung der kognitiven und neuronalen Mechanismen, die der Fähigkeit zur willentlichen Kontrolle zugrunde liegen. Um diesen Fragen nachzugehen, wird ein breites Spektrum von Disziplinen integriert, wie Experimentelle und Biologische Psychologie, Klinische Psychologie, Neurologie oder Psychatrie.

„Biologie der xenogenen Zell- und Organtransplantation – vom Labor in die Klinik“ ist das Thema des zweiten Forschungsprojektes. Hierbei handelt es sich um einen bundesländerübergreifenden Sonderforschungsbereich, den sogenannten Transregio, der DFG. Die den SFB tragenden Hochschulen sind die Medizinische Hochschule Hannover, die Technische Universität Dresden und die Ludwig-Maximilians-Universität München (Sprecherhochschule). „Gerade die Einrichtung eines Sonderforschungsbereichs, der länder- und hochschulübergreifend ist, bietet die besondere Möglichkeit den Forschungsstandort Dresden und den Verbund mit anderen Hochschulen weiter auszubauen und zu stärken“, stellt Sabine von Schorlemer heraus. Ziel des Verbundvorhabens ist es, die Methode der Xenotransplantation weiterzuentwickeln. Bei der häufig angewandten Art von Organtransplantation – der Allotransplantation – besteht zumeist ein schwerwiegender Mangel an geeigneten menschlichen Spendern, daher ist die weitere Erforschung neuer realisierbarer Optionen unverzichtbar.

Zusatzinformation Sonderforschungsbereiche der DFG
Sonderforschungsbereiche sind langfristige Forschungseinrichtungen an Hochschulen, in denen die fächerübergreifende, wissenschaftliche Zusammenarbeit gefördert wird. Ein SFB besteht dabei aus einer unterschiedlichen Zahl von Teilprojekten. Sinn und Zweck dieser Förderungsmaßnahme durch die DFG ist die Schwerpunktbildung an Hochschulen sowie die langfristige Förderung von Verbünden und des wissenschaftlichen Nachwuchses. Dabei bekommen jene Hochschulen die Förderung bewilligt, die durch ihre hohe wissenschaftliche Qualität und ihre innovative, anspruchsvolle Forschungsprogrammatik überzeugen.


Kontakt

Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus

Pressesprecher Falk Lange
Telefon: +49 351 564 60200
E-Mail: falk.lange@smwk.sachsen.de
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