Ein neuer Tummelplatz für Adebar

07.05.2012, 10:38 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Der Freistaat fördert die Verbesserung der Lebensbedingungen von Weißstörchen

Staatsminister Frank Kupfer hat heute (7. Mai 2012) zusammen mit Dr. Jan Schimkat, Leiter des Naturschutzinstituts Dresden, in den Sohlwiesen bei Großdittmannsdorf (Gemeinde Radeburg, Landkreis Meißen) einen sanierten Teich besichtigt, der das Nahrungsangebot für die Weißstörche in der Region verbessern soll. In dem Gewässer und seinem Umfeld tummeln sich viele Lebewesen, die bei den Stelzvögeln der sechs Horste in Bärwalde, Marsdorf, Moritzburg, Steinbach, Volkersdorf und Großdittmannsdorf auf der Speisekarte stehen.

„Ich freue mich, dass sich mit der Sanierung des Teiches die Lebens- und Aufzuchtbedingungen der Weißstörche im Umkreis deutlich verbessert haben“, sagte der Minister. „Das Naturschutzinstitut Region Dresden hat das Gewässer bereits im September vergangenen Jahres saniert. Dafür danke ich allen Beteiligten.“

Die Wiederherstellung des Teiches in den Sohlwiesen war ein Vorschlag aus dem Maßnahmenkatalog, der im April 2011 auf einer Tagung zum Artenschutzprogramm Weißstorch in Dresden vorgestellt wurde. Der Katalog listet 42 Projekte für 29 Horststandorte in ganz Sachsen auf, mit denen das Nahrungsangebot für Weißstörche verbessert werden soll. Der Freistaat Sachsen hat das Projekt bei Großdittmannsdorf über die Richtlinie „Natürliches Erbe“ mit rund 18 000 Euro gefördert, das sind 90 Prozent der Gesamtkosten. Die restlichen zehn Prozent steuerte der NABU-Landesverband bei.

„Am Beispiel dieses Projektes zeigt sich, dass wir die Zusammenarbeit von Behörden, Flächennutzern und -eigentümern sowie Naturschützern brauchen, wenn wir im Artenschutz vorankommen wollen“, sagte Kupfer. Ohne das langjährige Engagement des Naturschutzinstitutes Region Dresden und des NABU-Landesverbandes seien viele praktische Artenschutzmaßnahmen für den Weißstorch undenkbar.

Seit Ende der 90er Jahre ist die Zahl der Störche in Sachsen auf heute etwa 300 Brutpaare zurückgegangen. Ursache ist vor allem der geringe Bruterfolg der Storchenpaare, die aufgrund von Nahrungsmangel im Durchschnitt weniger als zwei flügge Jungvögel aufziehen können. Damit ein Weißstorchpaar mindestens zwei Jungtiere pro Nest satt bekommt, benötigt es über den gesamten Brutzeitraum ein ausreichendes Nahrungsangebot im Umkreis von zwei bis acht Kilometern rund um sein Nest. Weißstörche fressen Amphibien, Fische, Kleinsäuger und Wirbellose wie Regenwürmer und große Heuschrecken.

Lebensräume der vom Weißstorch bevorzugten Beutetiere sind neben naturnahen Gewässerrändern insbesondere landwirtschaftliche Nutzflächen. Landwirte können die Lebens- und Aufzuchtbedingungen für Weißstörche durch Maßnahmen auf ihren Acker- und Grünlandflächen verbessern. Wenn Bauern zum Beispiel ihr Grünland zeitig und häufig mähen, kommen Störche leichter an ihre bevorzugte Nahrung heran. Das Nahrungsangebot für Weißstörche kann außerdem durch die Wiedervernässung von Grünland sowie die weißstorchgerechte Sanierung von Kleingewässern verbessert werden, in denen sich viele von Adebar bevorzugte Lebewesen tummeln.


Kontakt

Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft

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