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04.05.2012, 10:10 Uhr

Unterstützung für ehrenamtlichen Naturschutz

SMUL und Sächsischer Landkreistag stellen Ehrenamtsstudie vor

Umweltminister Frank Kupfer hat heute (4. Mai 2012) gemeinsam mit Landrat Dr. Tassilo Lenk, Präsident des Sächsischen Landkreistages (SLKT), in Dresden Ergebnisse der „Analyse des ehrenamtlichen und privaten Naturschutzes in Sachsen“ vorgestellt. „Die wichtigste Erkenntnis der Studie ist, dass sich die ehrenamtlichen und privaten Helfer im Natur- und Umweltschutz für ihre Arbeit mehr Anerkennung durch die Öffentlichkeit wünschen“, sagte der Umweltminister. „Mein Ministerium und der SLKT haben sich deshalb auf die Umsetzung mehrerer Handlungsempfehlungen geeinigt, mit denen wir das ehrenamtliche Engagement künftig noch stärker unterstützen wollen.“

Das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung Dresden (IÖR) hat die Studie im Auftrag des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) erstellt. Datenbasis waren Fragebögen, die von Mitgliedern des ehrenamtlichen Naturschutzdienstes, der Naturschutzvereinigungen, ausgewählter Fachverbände und der Landschaftspflegeverbände ausgefüllt wurden.

Das IÖR hat zudem den finanziellen Wert der von den ehrenamtlichen Naturschützern erbrachten Leistungen errechnet. „Die jährliche Arbeit des Naturschutzdienstes entspricht rund vier Millionen Euro“, so der Umweltminister. „Diese Zahl macht die große Bedeutung der ehrenamtlichen Helfer für den Naturschutz in Sachsen deutlich. Ihre Arbeit vor Ort und landesweit ist für unsere Natur unentbehrlich. Das verdient besonderen Dank und Anerkennung.“

SMUL und SLKT haben die Umsetzung von Handlungsempfehlungen aus der Studie vereinbart. „Ich werde mich dafür einsetzen, dass Weiterbildungen der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt für den Naturschutzdienst in Zukunft kostenlos oder gegen nur geringe Gebühren angeboten werden“, sagte Kupfer. „Außerdem werde ich dafür sorgen, dass es regelmäßige landesweite Tagungen für den Naturschutzdienst gibt, auf denen sich die Beteiligten über ihre Arbeit austauschen können“, sagte Kupfer. Der Minister will sich zudem dafür stark machen, dass beim Naturschutzdienst bereits auch Jugendliche ab 16 Jahren mitmachen können. Auf die Nachwuchssorgen im ehrenamtlichen Naturschutz will das SMUL unter anderem mit Hilfe der sozialen Netzwerke im Internet reagieren. Für einzelne Projekte sollen hier junge Leute zum Mitmachen gesucht werden.

„Die Unteren Naturschutzbehörden der Landratsämter sind auf die Mitwirkung engagierter Bürger angewiesen“, sagte Dr. Tassilo Lenk, der Präsident des SLKT. „Die Ämter können die Präsenz in der Fläche und die umfangreichen Ortskenntnisse der ehrenamtlichen Naturschützer nicht durch hauptamtlich eingestelltes Personal ersetzen.“ Die ehrenamtliche Naturschutzarbeit soll künftig stärker in die Internetauftritte der Landkreise integriert werden. Zudem ist geplant, den Informationsfluss zwischen den Unteren Naturschutzbehörden und den Ehrenamtlern zu verbessern. Dazu sollen feste Ansprechpartner festgelegt und regelmäßige Gespräche mit den Kreisnaturschutzbeauftragten durchgeführt werden.

Hintergrund:

Die Studie „Analyse des ehrenamtlichen und privaten Naturschutzes in Sachsen“ wurde vom IÖR in der Zeit von Ende 2009 bis Ende 2011 erstellt und ist im Internet unter www.natur.sachsen.de abrufbar.

Die derzeit 1 136 Mitglieder des ehrenamtlichen Naturschutzdienstes werden förmlich bestellt und haben folgende Aufgaben: Überwachung und Beobachtung von Schutzgebieten und Arten, Durchführen von Biotoppflege und Artenschutzmaßnahmen, Information der Unteren Naturschutzbehörden und Beteiligung an Dokumentationen.

In den derzeit sieben nach Sächsischem Naturschutzgesetz anerkannten Naturschutzvereinigungen sind insgesamt über 44 000 Mitglieder organisiert. Und zwar im Naturschutzbund Deutschlands, Landesverband Sachsen e. V. (NABU); im Landesverein Sächsischer Heimatschutz e. V.; im Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland, Landesverband Sachsen e. V. (BUND); in der Grünen Liga Sachsen e. V.; im Landesverband Sächsischer Angler e. V.; in der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald e. V. sowie im Landesjagdverband Sachsen e. V.

Mit 15 sächsischen Landschaftspflegeverbänden (LPV) ist der Deutsche Verband für Landschaftspflege e.V. (DVL) nahezu flächendeckend Vermittler in ländlichen Entwicklungs- und Naturschutzvorhaben vor Ort. Auf Grund der Gleichberechtigung von Landwirten, Naturschützern und Kommunalpolitikern in den Vorständen und dank der breiten Mitgliederbasis der LPV können hier auf kooperativem Weg Naturschutzziele in die ländliche Regionalentwicklung und in Projekte ganz unterschiedlicher Themenfelder integriert werden.

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