Gefahr von Eishochwasser beachten

03.02.2012, 13:54 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Kupfer: Brücken, Wehre und Engstellen von Eis freihalten

Sachsens Umweltminister Frank Kupfer ruft angesichts des anhaltenden Dauerfrostes und der Eissituation auf sächsischen Gewässern zu einer verstärkten Vorsorge auf. „In den vergangenen Tagen haben sich auf vielen sächsischen Gewässern Eisschichten gebildet“, sagt der Minister. „Dieser Prozess wird sich auf Grund der bestehenden Wetterlage auch in den nächsten Tagen fortsetzen. Vor allem Engstellen, Brücken, Wehre und andere wasserwirtschaftliche Anlagen müssen deshalb jetzt besonders beobachtet werden, um mögliche Gefahren rechtzeitig zu erkennen. Hier kann sich aufbrechendes und angeschwemmtes Eis sonst aufstauen und zu Abflussbehinderungen sowie Überschwemmungen führen.“

Die Landestalsperrenverwaltung kontrolliert bereits seit Beginn der Kälteperiode verstärkt an allen Talsperren, Wasserspeichern und Fließgewässern erster Ordnung und sorgt bei Bedarf für eisfreie Wehre und Stauanlagen. Für alle Gewässer zweiter Ordnung und für die notwendige Gefahrenabwehr sind die Gemeinden mit ihren Wasserwehren verantwortlich. „Auch wenn in Sachsen zurzeit keine Hochwassergefahr besteht, ist es sehr wichtig, dass sich alle Beteiligten frühzeitig auf mögliche Extremsituationen einstellen“, sagt Kupfer und erinnert an das Eishochwasser 2006. Die Gemeinden sollten ihre Alarm- und Einsatzpläne auf Aktualität und ihre Wasserwehrausrüstung auf Funktionsfähigkeit überprüfen.

Betreiber von Wehren und anderen wasserwirtschaftlichen Anlagen sind verpflichtet, diese auch bei Frost funktionstüchtig zu halten. Frieren die beweglichen Wehrverschlüsse sowie Steuer- und Regeleinrichtungen ein, können solche Anlagen ein Abflusshindernis bilden. Eisschollen bleiben hängen und türmen sich auf. Im schlimmsten Fall kann es zu Eisversatz kommen. Dabei entsteht ein enormer Druck, so dass die Standsicherheit der Bauwerke gefährdet sein kann.

Trotz der anhaltenden Frostperiode warnt das Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft davor, Eisflächen auf Flüssen, Talsperren und anderen Wasserspeichern zu betreten. Vor allem durch die schwankenden Wasserspiegel ist das Eis nicht tragfähig. Bei Betreten besteht Lebensgefahr!

Informationen zur aktuellen Hochwasser- und Eissituation an sächsischen Gewässern gibt es im Internet unter www.hochwasserzentrum.sachsen.de auf den Seiten des Landeshochwasserzentrums. Informationen zu den Gefahren durch Eis auf Gewässern und Handlungsempfehlungen sind in der Broschüre „Eisgefahren“ der Landestalsperrenverwaltung zusammengefasst, die im Internet unter www.smul.sachsen.de zum Herunterladen bereitsteht. Warnungen der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes für die Schifffahrt sind im Internet unter www.elwis.de/gewaesserkunde/eislage_neu/index.php.html einsehbar.


Kontakt

Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft

Pressesprecherin Corinna Saring
Telefon: +49 351 564 20040
Telefax: +49 351 564 20007
E-Mail: presse@smul.sachsen.de

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