Auszeichnung für vorbildliche Waldbesitzer
Freistaat würdigt in diesem Jahr die Berücksichtigung der Interessen der Bevölkerung bei der Bewirtschaftung
Forstminister Frank Kupfer hat heute (7. November 2011) im Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft in Dresden den Preis für vorbildliche Waldbewirtschaftung in Sachsen verliehen. Der Freistaat vergibt die Auszeichnung an private und körperschaftliche Waldbesitzer, die ihren Wald vorbildlich im Sinne der ökonomischen, ökologischen und sozialen Nachhaltigkeit bewirtschaften. „Nur wenn der Wald kompetent bewirtschaftet und gepflegt wird, kann er auch in Zukunft seine wichtigen Aufgaben erfüllen, und Klimaschützer, Rohstofflieferant, Arbeitgeber und Erholungsort zugleich sein“, sagte der Minister.
Den 1. Preis und ein Preisgeld von 4 000 Euro erhielt die Forstverwaltung der Evangelischen Brüderunität Herrnhut (Landkreis Görlitz) für die Verbesserung der Erholungsleistungen des eigenen 716 Hektar großen Waldes sowie für zahlreiche Veranstaltungsangebote. Der 2. Preis (2 500 Euro) ging an Dr. Alfred Prinz von Schönburg-Hartenstein (Landkreis Zwickau) für sein Engagement in der Waldpädagogik. Gemeinsam mit der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald entwickelte er in seinem Forstbetrieb das Projekt „Wald macht Schule“. Den 3. Preis (1 000 Euro) sprach die Jury der Stadt Zwickau zu. Stadtrat und Stadtverwaltung hatten hier ein Konzept für den Stadtwald entwickelt, das vor allem die Bedürfnisse der städtischen Bevölkerung nach Erholungsmöglichkeiten berücksichtigt und zudem Waldkindergärten, waldpädagogische Angebote und Ausbildungsmöglichkeiten für junge Menschen vorsieht. Eine lobende Anerkennung und jeweils ein Preisgeld von 350 Euro erhielten zudem die Gemeinde Großpösna (Landkreis Leipzig), Familie Modrak aus Bad Lausick (Landkreis Leipzig) und die Forstbetriebsgemeinschaft Pfaffroda w. V. (Erzgebirgskreis).
„Ich habe große Achtung vor ihrer Arbeit“, lobte Kupfer die Preisträger. „Viele von Ihnen gehen bei der Bewirtschaftung ihrer Wälder sogar noch über die gesetzlichen Vorgaben hinaus. Das kommt nicht nur Ihrem Forstbetrieb zu Gute, sondern auch der Gesellschaft. Und außerdem sind Sie damit ein Vorbild für alle anderen Waldbesitzer.“ Ausschreibungsthema des diesjährigen Wettbewerbes war das Motto „Wälder für Menschen“ des Internationalen Jahres der Wälder. Kriterien bei der Bewertung waren zum Beispiel die Berücksichtigung der Interessen der Bevölkerung bei der Waldbewirtschaftung, erfolgreiche Aktivitäten auf dem Gebiet der Waldpädagogik und Öffentlichkeitsarbeit. Das konnten Vorhaben zum Verbessern der Walderholung, Projekte zum naturverträglichen Sport im Wald oder Angebote von waldpädagogischen Programmen sein.
Hintergrund:
Im Freistaat Sachsen beträgt die Waldfläche derzeit rund 523 000 Hektar, das sind 28,4 Prozent der Landesfläche. Die häufigsten Waldbäume sind die Fichte mit 35 Prozent und die Kiefer mit 31 Prozent Flächenanteil. Häufige Laubbaumarten in Sachsens Wäldern sind Birke (sieben Prozent), Eiche (sechs Prozent) und Buche (drei Prozent). Mehr als 45 Prozent des sächsischen Waldes befinden sich in Privateigentum, rund 39 Prozent gehören dem Freistaat. Daneben gibt es die Eigentumsformen Körperschaftswald (7,6 Prozent), Bundeswald (6,0 Prozent) und Kirchenwald (2,1 Prozent).
