Spitzenclusterwettbewerb des Bundes – Sachsen bewirbt sich mit drei Projektskizzen
10.04.2011, 12:00 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
In der dritten Runde des Spitzenclusterwettbewerbs des Bundesministeriums für Bildung und Forschung kommen von bundesweit 24 eingereichten Projektskizzen drei aus Sachsen.
„Sachsen soll bis zum Jahr 2020 in Wissenschaft und Wirtschaft zu den führenden Regionen Europas gehören. Im Spitzenclusterwettbewerb kommt es nicht nur darauf an, dass beide Bereiche exzellente Ergebnisse vorweisen und effizient zusammenarbeiten. Die Akteure beider Seiten müssen eine gemeinsame Strategie entwickeln und verwirklichen, die sie auf einen Spitzenplatz in der internationalen Liga führt. Deshalb begrüße ich das Konzept des Wettbewerbs ausdrücklich. Ich wünsche den sächsischen Bewerbern viel Erfolg“, so Wissenschafts- und Technologieministerin Prof. Sabine von Schorlemer.
Ziel des unter Federführung der Technischen Universität Dresden konzipierten Antrags „GeoMedTec“ ist die Berücksichtigung von Wetter- und Umweltdaten bei der Entwicklung individueller Therapien zur Behandlung von Herzerkrankungen, Diabetes, Allergien, rheumatischen Erkrankungen, Asthma, Demenz, Parkinson oder Fettsucht. Ein weiterer Clusterantrag aus Dresden zielt auf die energieeffiziente Herstellung innovativer Produkte in den Branchen Forst- und Landwirtschaft, Holzwerkstoffe, Bauwesen, Zellstoff- und Papier, Holzchemie und Energie¬wirtschaft. Federführend in diesem, die gesamte Wertschöpfungskette umfassenden Cluster „LIGNOSAX“ sind das Institut für Holztechnologie Dresden gGmbH und die Gesellschaft für Wissens- und Technologietransfer GWT-TUD GmbH. Der dritte sächsische Antrag „PYROLABS“ nutzt Kompetenzen der Technischen Universität Bergakademie Freiberg sowie regional und überregional tätiger Unternehmen für die Entwicklung und Anwendung von Pyroelektrika. Diese innovativen Funktionswerkstoffe können beispielsweise die Abwärme industrieller Prozesse besser nutzbar machen, die CO2-freie Verwendung heimischer Kohle in der chemischen Industrie ermöglichen sowie Wasserstoff für energetische bzw. chemische Prozesse bereitstellen.
In der ersten Wettbewerbsrunde war Sachsen mit dem Cluster „Cool Silicon“ und im Rahmen des länderübergreifenden Clusters „Solar Valley Mitteldeutschland“ erfolgreich.
Mit den auf zukunftswichtigen Gebieten wie Elektromobilität, Energie, Gesundheit und Leichtbau angesiedelten Konzepten und einer Vielzahl an Bewerbungen aus wirtschaftlich leistungsstarken Ländern wird der Wettbewerb auch in der dritten und letzten Runde hart sein. Bis zum 22. Juni wählt eine hochkarätig besetzte Jury zunächst maximal 15 Projektskizzen aus, die von den Bewerbern bis Ende Septem-ber 2011 zu Clusterstrategien zu entwickeln sind. Im Januar 2012 wird das Bundesforschungsministerium die fünf Sieger der dritten Runde bekanntgeben. Diese erhalten für fünf Jahre insgesamt 40 Mio. € für die Durchführung von Forschungsprojekten. Voraussetzung ist jeweils ein Engagement der privaten Wirtschaft in gleicher Höhe. Eine weitere Voraussetzung ist die ideelle und finanzielle Unterstützung durch das jeweilige Land. Das sächsische Wissenschaftsministerium hat Projekte der sächsischen Teilnehmer der ersten Wettbewerbsrunde im Rahmen der Technologieförderung mit einer ergänzenden Projektförderung mit bislang mehr als 30 Mio. € unterstützt, davon zu 75 % aus Mitteln des europäischen Fonds für regionale Entwicklung und 25 % aus Landesmitteln.