„Sicherheit von Leib und Leben geht immer vor“

18.08.2010, 11:25 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Kupfer will Gehölze auf Hochwasserschutz-Deichen entfernen

„Die Ereignisse der vergangenen Wochen haben uns gezeigt, wie wichtig sichere Hochwasserschutzanlagen sind und dass von Bäumen auf den Hochwasserschutzdeichen eine konkrete und sehr ernst zu nehmende Gefahr ausgeht. Unsere Aufgabe ist es, diese Gefahr weiter zu verringern und so klein wie möglich zu halten“, sagte Umweltminister Frank Kupfer heute bei einem Vor-Ort-Termin an der Großen Röder bei Großenhain.

Vor allem an den Deichabschnitten, wo am Pfingstmontag dieses Jahres der Tornado zahlreiche Bäume umgeworfen hatte, war der Hochwasserschutz zeitweise eingeschränkt. Dabei wurden durch herausgerissene Wurzelballen, aufgeworfene Wurzelteller oder durch abgebrochene Äste sowohl an den Deichen als auch an den Ufern umfangreiche Schäden verursacht. Außerdem sorgten abtreibende Stämme für Gefahren an Brücken und Anlagen oder stauten den Fluss zusätzlich an. „Nur dank des schnellen Handelns der Landestalsperrenverwaltung bei der Beseitigung der Schäden und weil die Tornadoregion weitestgehend vom jüngsten Hochwasser verschont blieb, konnte Schlimmeres verhindert werden“, betonte Kupfer.

An der Großen Röder und am Röderneugraben im Landkreis Meißen wurden durch den Tornado am 24. Mai 2010 auf insgesamt 23 Kilometer Deichabschnitten bis zu 90 Prozent des Baumbestandes zerstört. Dabei wurden rund zehn Kilometer Deiche am Röderneugraben und 3,1 Kilometer Deiche entlang der Großen Röder direkt beschädigt. Insgesamt wurden mehr als 60 Einzelschäden in diesem Bereich festgestellt. Die ersten Räumungs- und Sicherungsarbeiten an umgestürzten oder beschädigten Bäumen kosteten insgesamt 800.000 Euro. Für die nachfolgende Erstsicherung der Deiche wurde bisher über eine Million Euro ausgegeben.

In Sachsen sind die rund 680 Kilometer Deiche entlang der Elbe und der Gewässer erster Ordnung zu etwa zwei Dritteln mit Gehölzen bewachsen. In den vergangenen Jahren wurden im Zuge von dringend nötigen Deichsicherungen und grundhaften Instandsetzungen bereits 105 Kilometer Deiche von Gehölzen befreit. „Wir werden kurz- bis mittelfristig noch auf weiteren etwa 100 Deichkilometern die Bäume entfernen müssen. Ich habe außerdem angewiesen, die besonders gefährdeten Bereiche umgehend zu ermitteln und die notwendigen Sicherungsmaßnahmen einzuleiten“, informierte der Minister. „Mir ist klar, dass das aus Sicht des Naturschutzes und des Landschaftserlebens teilweise wesentliche Einschnitte sind. Mein Ziel ist es daher, beim öffentlichen Hochwasserschutz Wasserrecht, Sicherheit und Naturschutz unter einen Hut zu bekommen. Ich werde dazu mit den betreffenden Verbänden in Kontakt treten und Gespräche führen. Im Zweifelsfall geht aber die Sicherheit von Leib und Leben immer vor“, so Kupfer weiter. Angesichts der jüngsten Hochwasserereignisse hält es der Minister außerdem für unbedingt erforderlich, „dass alle vorliegenden Planungen für Sicherungsmaßnahmen und Hochwasserschutzvorhaben schnellstens Baurecht bekommen.“


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