NEUE GESCHÄFTSFÜHRUNG BEI ZMD
Dr. Wolfgang Nolde wird mit 1. Januar 1998 Sprecher der Geschäftsführung der Zentrum Mikroelektronik Dresden GmbH (ZMD). Der 58jährige löst damit den bisherigen Geschäftsführer Dr. Kurt Garbrecht ab. Auf einer Pressekonferenz heute in Dresden dankte Staatssekretär Dr. Wolfgang Vehse Dr. Garbrecht, der seit der Gründung 1993 wesentlich die Entwicklung des Unternehmens beeinflußte. Der nächste wichtige Schritt bei ZMD sei die Entwicklung strategischer Partnerschaften und die Privatisierung von ZMD. Aufsichtsrat und Gesellschafter haben beschlossen, Dr. Kurt Garbrecht diese Aufgaben zu übertragen.
ZMD gehörte zum Kernbereich Dresden des ehemaligen Kombinates Mikroelektronik. Der Freistaat Sachsen hat das Unternehmen von der Treuhandanstalt 1993 übernommen und ist damit Gesellschafter.
ZMD hat 1997 in der Fachwelt mit neuen Produkten und seiner neuen ZACMOS Fertigungstechnologie hohe Beachtung gefunden und sich neue Märkte erschlossen. Damit wurde der Durchbruch zum Lieferanten spezieller Schalt-kreise geschafft, die in den nächsten Jahren zum Hauptumsatzträger werden sollen. Die wichtigsten neuen Produkte sind Mixed Signal-Schaltkreise für die Infrarot-Datenübertragung bei PC's und Handys, für medizinische Kleingeräte sowie spezielle Speicher für die Automobil- und Industrieelektronik. ZMD-Produkte befinden sich ebenso in neuen Modellen von Daimler Benz und Porsche, im ICE, in Testern führender US-Hersteller wie in fast allen PAL-Fernsehern.
Der neue Geschäftsführer Dr. Wolfgang Nolde war bisher Leiter der Produktgruppe "Integrierte Schaltungen für Consumeranwendungen" bei Philips Semiconductors in Hamburg. Bei ZMD wird er für die Bereiche Entwicklung, Fertigung, Qualität und Vertrieb zuständig sein. Zweiter Geschäftsführer wird Detlef Golla, der bereits seit 1994 Prokurist bei ZMD ist. Er ist verantwortlich für die Bereiche Finanzen und Verwaltung. Vor seiner Tätigkeit bei ZMD war er im Halbleiterbereich der Siemens AG für die kaufmännische Leitung aller Montagebetriebe im In- und Ausland zuständig.
1998 müsse das Unternehmen einen deutlichen Gewinn erwirtschaften, so Staatssekretär Dr. Vehse. Dies sei wichtige Voraussetzung für die weitere Entwicklung des Unternehmens. HTE Research, ein amerikanisches Markt-forschungsinstitut, schätzte in seiner Novemberausgabe ZMD so ein: "Es lernt noch, es ist noch im Wandel, hat aber ein hart arbeitendes Team, das einzigartige Spezialitäten und einen guten Service bietet."
"Bereits vor der Wende habe ich ZMD beobachtet und die erzielten technischen Leistungen hoch bewertet_, so Dr. Kurt Garbrecht, der vor seiner Aufgabe bei ZMD seit 1980 den Geschäftsbereich Mikroelektronik bei Siemens leitete. 1993 hatte er sich bei Siemens beurlauben lassen, um mit großem Engagement die Gründung und danach als Geschäftsführer die Entwicklung von ZMD voranzutreiben. _Meine hohe Einschätzung der Erfahrungen und des Erfolgswillens der Ingenieure und Techniker bei ZMD haben sich bestätigt. ZMD hat sich im rauhen Fahrwasser der internationalen Konkurrenz behauptet und Stürme überwunden. Das Unternehmen hat immer wieder Flexibilität bewiesen und es verstanden, sich an unvorhersehbare Entwicklungen anzupassen. Mit seiner anerkannten technischen Kompetenz, den aufgebauten Kundenbeziehungen in Europa und USA hat ZMD alle Chancen für seine weitere Entwicklung."
