„Dresdner Unternehmen greift nach den Molekülen“
08.03.2006, 15:00 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
nAmbition startet im BioInnovationsZentrum Dresden
Am heutigen Tag bezieht die Firma nAmbition, ein Nanobiotechnologie-Unternehmen, neue Geschäftsräume im BioinnovationsZentrum am Tatzberg. Christoph Habermann, Staatssekretär im sächsischen Wirtschaftsministerium, überbrachte dazu die Glückwünsche der Staatsregierung. „Ich freue mich, dass wir diese hochinnovative Firmengründung nach Dresden bekommen haben! Damit kommen wir unserem Ziel, Sachsen zu einer führenden Wachstumsregion in der Bio- und Nanotechnologie zu entwickeln, wieder einen guten Schritt näher“, sagte Staatssekretär Habermann bei seinem Besuch am Tatzberg. Bereits heute verfügt die Region Dresden über eine europaweit einzigartige Vielzahl von Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus den Bereichen Nanoelektronik, Nanoschichten, Nanomaterialien und zunehmend auch aus der Nanobiotechnologie.
Hinter der Ende 2004 erfolgten Gründung von nAmbition steht das Berliner Unternehmen JPK, ein weltweit führender Hersteller von Rastersondenmikroskopen mit Anwendung im Biobereich und die Technische Universität mit dem neuen Lehrstuhl Zelluläre Maschinen von Prof. Daniel Müller. nAmbition entwickelt automatische Screeningsysteme, mit denen sich einzelne Moleküle in den lebenden Zellen beobachten und analysieren lassen. Basis ist die Rastersondenmikroskopie, die bisher vor allem in der Halbleiterindustrie und der Nanotechnologie zum Einsatz kommt.
„Ziel ist die Schaffung einer Schlüsseltechnologie für die Entwicklung und die Produktion von Bio-Nanosystemen, welche die existierende Technologie der Rasterkraftmikroskopie revolutioniert“, sagt dazu Gründungsgesellschafter Dr. Jens Struckmeier. Mitgründer Prof. Daniel Müller vom Biotech-Zentrum der Technischen Universität Dresden erklärt die Dimensionen der Molekülanalyse in lebenden Zellen per Nanotechnologie: „Das ist als ob man von der Erde aus einen Fußball auf dem Mond ergreift und verfolgt.“ Mit dieser Technik können Wissenschaftler die Prozesse auf molekularer Ebene studieren und zum Beispiel wichtige Erkenntnisse über die Entstehung von Krankheiten oder die Wirkung neuer Arzneimittel gewinnen. Die Miniaturisierung und Automatisierung mittels des Nanoroboters wird aufwändige molekularbiologische Experimente zur Routine werden lassen. Das erste nAmbition-Produkt soll 2007 auf den Markt kommen. Zurzeit sind zehn hochqualifizierte Spezialisten bei nAmbition beschäftigt. Gemeinsam mit den Mitarbeitern der TU Dresden, die im Rahmen eines Verbundprojektes die Firma unterstützen, arbeiten zurzeit 20 Mitarbeiter an dem ambitionierten Projekt. Das Team wird im Laufe des Jahres weiter ausgebaut.
An der Finanzierung von nAmbition sind neben JPK die Ostsächsische Sparkasse Dresden, die SachsenLB, die Sächsische Beteiligungsgesellschaft und die KfW-Tochter tbg beteiligt. Die Firmengründung wird maßgeblich im Rahmen der InnoRegio-Förderung des Dresdner BioMeT-Netzwerkes vom Bundesforschungsministerium unterstützt. Nach den Worten von Staatssekretär Habermann wäre ohne die enge Zusammenarbeit von Bund und Land die Gründung von nAmbition nicht so rasch in so vielversprechende Bahnen gekommen. „Wir setzen uns dafür ein, dass in der kommenden Förderperiode ein deutlich höherer Anteil der Mittel des Europäischen Regionalfonds für die Förderung von Innovationen, von Wissenschaft, Technologie und Technologietransfer zur Verfügung steht. Wir müssen und wir wollen Forschung und Entwicklung in Sachsen stärken, in den Hochschulen, in den außeruniversitären Forschungseinrichtungen und in den Unternehmen. Das ist für eine gute Zukunft Sachsens im Interesse aller Menschen wichtiger als nur Investitionen in Beton und Asphalt.“
Die Verknüpfung von Biologie, Medizin und Technik unterstützt der Freistaat Sachsen im Rahmen seiner Biotechnologie-Offensive biosaxony seit 2000.