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10.05.2009, 11:00 Uhr

Logistik in Sachsen

Gutachten bescheinigt Branche Stärken

Sachsen will noch stärker vom Wachstumsfeld Logistik profitieren. Mit seiner zentralen Lage zwischen Ost- und Westeuropa, der guten Infrastruktur, dem Fachpersonal sowie einer Reihe von zukunftsweisenden Geschäftsmodellen hat der Freistaat dabei gute Chancen, bescheinigt das Gutachten „Situation und Perspektiven der Logistikwirtschaft im Freistaat Sachsen“. Im Rahmen der Dienstleistungsoffensive „Serviceland Sachsen“ des Wirtschaftsministeriums wurde es von der GMO Management Consulting GmbH und der TU Dresden erarbeitet.

„Wir haben erstmals einen umfassenden Überblick über die Branche, wissen, wo unsere Stärken liegen, kennen aber auch die Punkte, wo wir noch besser werden können und müssen“, so Auftraggeber Wirtschafts- und Arbeitsminister Thomas Jurk (SPD). So schätzen die Gutachter ein, dass Sachsen noch zu wenig als Logistik-Land wahrgenommen wird. „Mit einem professionelleren Marketing wollen wir das ändern“, so Jurk. Der Anfang sei bereits getan.

Im April hatte die landeseigene Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH (WFS) mit einer Roadshow in den USA für den Flughafen Leipzig-Halle als Kern des Logistik-Netzwerkes Leipzig/Halle geworben. Ähnliche Aktionen sollen in Asien sowie West- und Osteuropa folgen. Vom 12. bis 15. Mai werden das Netzwerk Logistik/Leipzig Halle e.V. und die WFS den Logistikstandort Sachsen auf der 12. Internationalen Fachmesse für Logistik, Telematik und Verkehr (Neue Messe München) präsentieren.

Im Freistaat Sachsen sind – je nach statistischer Zurechnung – rund 6 bis 8 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten direkt oder indirekt mit logistischen Tätigkeiten beschäftigt. In den vergangenen sechs Jahren sind allein bei den Speditionen nahezu 4.000 neue sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze entstanden. Die Zahl der Ausbildungsplätze hat sich im gleichen Zeitraum nahezu verdreifacht.

Laut Gutachten hat Sachsen in der automobilen Kontraktlogistik, im Maschinenbau und in der Netzwerklogistik erfolgversprechende Geschäftsmodelle. Mit der Ansiedlung von DHL entsteht in Leipzig/Halle ein internationales Drehkreu¬z für Frachtflugzeuge. Als neues europäisches Luftdreh¬kreuz wird der Flughafen Leipzig/Halle zum drittgrößten Flughafen Deutschlands avancie¬ren. Mit der hervorragenden infrastrukturellen Anbindung an die A 8 und die A 14, die B 6 sowie an zwei Eisenbahnlinien bestehen gute Chancen, dass sich im Umfeld ein Logistik¬cluster für zeitsensible Mehrwertdienstleistungen etabliert. Bereits 2008 wurde ein Netz¬werk Logistik Leipzig/Halle e. V. gegründet.

Daneben wird die Wirtschaft im Freistaat Sachsen durch kleine und mittelständische Unternehmen, darunter viele Fuhrbetriebe, Transportunternehmen oder Speditionen geprägt. Sie sind das Rückgrat der sächsischen Logistikwirtschaft. Sie müssen sich in einem harten Marktumfeld mit hohem Kostendruck auf Transportunternehmen behaupten. Zudem setzt die Wirtschaftskrise der Branche zu. Nach Jahren des Booms muss sie sich auf eine Durststrecke einstellen. Während die weniger komplexen Logistiktätigkeiten mit leicht austauschbaren Anbietern bei zurückgehendem Warenverkehr unter Druck geraten, haben die Spezialisten in diesem Metier bessere Chancen. „Die Logistik-Akteure hierzulande haben erkannt, dass sie sich stärker vernetzen müssen. Der Freistaat unterstützt sie dabei mit seinem Förderinstrumentarium“, so Minister Jurk.

Das Gutachten ist ab 11. Mai 2009 im Internet unter www.smwa.sachsen.de eingestellt und kann als Broschüre im Zentralen Broschürenversand (Tel. 0351-2103671, E-mail publikationen@sachsen.de) bestellt werden.

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Themen
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