Heile Welt der Diktatur? Sachsen kauft Ausstellung für 150 Schulen
Kultusminister Roland Wöller und Rainer Eppelmann, Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, haben heute in Dresden Schülern des Gymnasiums Dresden-Cotta symbolisch "ihre" Ausstellung zum Thema "Der Alltag in der DDR" übergeben. Die Ausstellung, bestehend aus 20 Plakaten mit 150 Fotos des renommierten Fotografen Harald Schmitt und Texten des Historikers Stefan Wolle, wird künftig in ihrer Schule zu besichtigen sein. Das Kultusministerium hat Plakatsätze für insgesamt 150 Schulen gekauft. "Die von der Bundesstiftung konzipierte und realisierte Ausstellung passt zum sächsischen Lehrplan. Sie ist eine hervorragende Ergänzung des Unterrichts, wenn es um die Vermittlung der DDR-Geschichte geht. Ein Baustein mehr, damit sich unsere Schüler mit der jüngsten deutschen Geschichte auseinandersetzen können", so Roland Wöller.
"Unser Ziel ist es, mit der Ausstellung der Verharmlosung und Verklärung der SED-Diktatur entgegenzuwirken. Gezeigt wird eine – aus heutiger Sicht - fremd anmutende Lebenswelt, die doch erst 20 Jahre zurückliegt. Die Schüler und Lehrer sollen dazu angeregt werden, sich kritisch mit dem Thema auseinanderzusetzen", betonte Eppelmann. Die Bundesstiftung erarbeitete zur Ausstellung auch ein pädagogischdidaktisches Material, welches den Zugang zu den einzelnen Themenbereichen erleichtern soll. Das Begleitmaterial können sich Lehrer und Interessierte kostenlos von der Homepage der Stiftung herunterladen.
Die Ausstellung ist vor allem für Schüler an weiterführenden Schulen gedacht. Sie ergänzt den Geschichts- und Gesellschaftswissenschaftlichen Unterricht. Da die Schautafeln einzelne, abgeschlossene Themen des DDR-Alltags umfassen, können sie auch in Deutsch, Ethik und Religion eingesetzt werden.
Die Plakatsätze werden über die Regionalstellen der Sächsische n Bildungsagentur an die Schulen verteilt. Schon jetzt haben zahlreiche Einrichtungen ihr Interesse bekundet. Den Freistaat kosten die 150 Plakatsätze insgesamt 700 Euro. Weitere Informationen unter http://www.stiftung-aufarbeitung.de/hwdd/index.php
